Programm-Erweiterung und positive Jahresbilanz Nordanex: Unterstützung beim MSP-Einstieg

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Bei der Nordanex Partner Convention spricht Geschäftsführer Christian Weiss mit IT-BUSINESS über das Konsolidierungsjahr 2024, den kommenden Windows-11-Push, die Erweiterung des Managed-Service-Programms und warum 2025 das stärkste Jahr werden könnte.

Verbund-Geschäftsführer Christian Weiss begrüßt die Anwesenden der Nordanex Partner Convention und eröffnet damit das Event. (Bild:  Vogel IT-Medien)
Verbund-Geschäftsführer Christian Weiss begrüßt die Anwesenden der Nordanex Partner Convention und eröffnet damit das Event.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Nach den Corona-Boom-Jahren durchlebte die IT-Branche 2024 eine Phase der Konsolidierung. Nordanex-Geschäftsführer Christian Weiss sieht den IT-Verbund sowie dessen Partner trotz der etwas abgekühlten Marktdynamik gut positioniert und blickt optimistisch auf das Jahr 2025. Im Gespräch erklärt er, warum der anstehende Windows 11-Wechsel neue Chancen eröffnet und weshalb Managed Services der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg sind.

Konsolidierungsjahr mit Lichtblicken

„2024 war ein Konsolidierungsjahr nach den Boom-Jahren während und nach Corona. Seit 2020 ging das Wachstum steil nach oben – das hat sich zwischenzeitlich etwas abgekühlt“, bilanziert Weiss das vergangene Jahr. Doch der IT-Experte sieht neue Wachstumstreiber: „Der anstehende Wechsel von Windows 10 auf Windows 11 und die Begleitprojekte sorgen wieder für einen kräftigen Hardware-Push. Wir glauben, dass 2025 für viele Nordanex-Partner das stärkste Jahr wird.“ Besonders erfreulich: Der Verbund performt besser als der Markt. „Das spricht für unsere Partner“, betont der Geschäftsführer.

Birgt der Hardware-Boom Risiken?

Trotz der positiven Aussichten warnt Weiss vor den Schattenseiten des aktuellen Erfolgs: „Die Sorge ist, dass momentan noch viel Projektgeschäft läuft und wir wieder ‚überrascht‘ werden, sobald dieser Push nachlässt. Das Hardware-Geschäft könnte andere wichtige Zukunftsthemen überschatten, für die die Weichen in guten Zeiten gestellt werden müssen.“ Der Nordanex-Chef sieht eine Gefahr durch Vernachlässigung: „Wir haben schon zu lange gute Zeiten und kümmern uns zu wenig um neue Geschäftsmodelle – etwa unser Backoffice mit KI zu verschlanken und Ressourcen für Innovationen bei uns und unseren Kunden freizusetzen.“ Besonders im Security-Bereich sieht er Handlungsbedarf: „Bei Security herrscht ein regelrechtes Wettrüsten. KI kann hier helfen, aber auch Auslöser für neue Bedrohungen sein. Meine Befürchtung ist, dass wir uns zu viel Zeit lassen, da das bisherige Geschäft einfach gut läuft.“ Dennoch sind auch hier einige Lichtblicke zu erkennen. So schreite die Cloud-Transformation bei vielen Partnern voran.

Nordanex Partner Convention 2025
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Managed Services: Einfacherer Einstieg für Partner

Der größte Fokus bleibt das Managed-Service-Programm, das nun zugänglicher gestaltet wurde. „Wir predigen Managed Services schon seit über zehn Jahren und genauso lange arbeiten wir mit Partnern an gemeinsamen Lösungen. Wir haben unser NMS-Programm so erweitert, dass mehr Partner in unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Reifegraden davon profitieren können. Früher war das nur für die Speerspitze zugänglich“, erklärt Weiss. Die Vereinfachung war notwendig: „Der ursprüngliche Einstieg war geprägt von intensiver Zusammenarbeit mit uns. Zwar zahlt sich das auch aus, wenn man konsequent dranbleibt, aber viele Partner wollten ihr Tempo selbst bestimmen. Nun gibt es zwei weitere Einstiegsstufen, bei denen Partner in ihrem eigenen Tempo mit Managed-Services wachsen können – mit dem Ziel, selbst zum ‚MSP-Innovator‘ zu werden und eigene Services zu gestalten, statt ausschließlich aus dem fertigen Werkzeugkasten unseres Programms zu konsumieren“

Verbund-Stärke: Erfahrungsaustausch und Gemeinschaft

Die Resonanz auf die Programmänderungen ist durchweg positiv: „Immer mehr Partner starten in diese Richtung oder haben es auf ihrer Agenda. Viele treiben bereits Managed Services voran, fühlten sich aber oft als Einzelkämpfer, weil sie keine Vergleichsmöglichkeiten hatten – bei Produkten, Preisen, Aufwand, rechtlicher Sicherheit – oder persönlichen Erfahrungswerten.“ Hier zeigt sich der Mehrwert des Verbunds, nämlich im Wissensaustausch: „Bei uns erhalten sie Feedback und Best Practices von anderen Partnern und lernen, wie Kundenargumentation, Verträge und Services selbst sicher aufgesetzt werden.“ Besonders stolz ist Weiss dabei auf die partnergesteuerte Innovation: „Unsere NMS-Partner steuern selbst Lösungen bei – wie den Abrechnungsmanager, der von Partnern aus der Innovator-Gruppe für Partner entwickelt wurde. Als Gemeinschaft haben wir unglaubliche Kreativität und Erfahrung, die wir bündeln und entfalten können.“

Wir glauben, dass 2025 für viele Nordanex-Partner das stärkste Jahr wird.

Christian Weiss, Geschäftsführer, Nordanex

Partnerschaften und Themen mit gezieltem Ansatz

Mit der kürzlich eingegangenen Partnerschaft mit WatchGuard unterstreicht Nordanex die Bedeutung des Security- Segments. „Die Marktzahlen sprechen für sich. Es ist wichtig, hier –technologisch wie persönlich – breit aufgestellt zu sein, aber nicht so breit, dass das Angebot beliebig wird“, betont Weiss die strategische Herangehensweise. Das Prinzip: Qualität vor Quantität. „Wir suchen für jeden Bereich zwei bis drei Hersteller, mit denen wir wirklich arbeiten – und nicht nur in der Kartei führen. Entscheidend sind nicht primär die Preise, sondern Schulungen, Pre-Sales-Unterstützung und Beratung – das Gesamtpaket muss den Partner voranbringen. Das funktioniert nur mit Partnern, die sich engagieren und Ressourcen bereitstellen.“ Auch bei Zukunftstechnologien wie KI setzt Nordanex auf einen fokussierten Ansatz: „Wir haben vor anderthalb Jahren eine KI-Gruppe gegründet, die aktiv optimiert und ausprobiert. Das passt nicht zu jedem Partner, deshalb schließen wir die passenden Systemhäuser zusammen.“ Der Praxisbezug steht im Vordergrund: „Sie testen, was funktioniert und was weniger, mit ehrlichem Feedback. Der Fokus liegt auf den Prozessen der Systemhäuser und darauf, durch KI das Geschäfts- oder Beschäftigungsmodell zu ändern. Es ist keine 50-Mann-Gruppe, aber vielleicht kommen wir dahin.“

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Wachstumsziele und Marktkonsolidierung

Nordanex plant weiteres Wachstum, aber mit Augenmaß. „Aktuell haben wir etwa 320 Partner. Alles in Richtung 400 ist machbar und darstellbar – solange wir authentisch Menschen zusammenbringen können“, so Weiss Anspruch. Eine Herausforderung sieht er in der Systemhauskonsolidierung: „Langjährige und erfolgreiche Partner wählen teilweise den Exit – menschlich verständlich, für uns, die wir als Verbund von Vielfalt und Erfahrung leben, dennoch unschön.“ Nordanex bietet Unterstützung: „Langjährigen Partnern helfen wir, ihre Gedanken zu ordnen. Wir stellen gerne die richtigen Fragen, um für sich persönlich gute Entscheidungen zu ermöglichen und bringen sie gegebenenfalls mit passenden Partnern zusammen.“ Für die kommenden Jahre sieht Weiss eine klare Marschrichtung: Managed Services. „Wir werden unser Managed-Service-Programm konsequent ausbauen und weitere Partner an Managed Services heranführen oder dort weiterentwickeln, sodass sie ihren Unternehmenswert steigern.“

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