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Nachhaltig ist anders

| Autor / Redakteur: Achim Heisler / Heidemarie Schuster

Jeder Apfel verliert irgendwann seinen Glanz.
Jeder Apfel verliert irgendwann seinen Glanz. (Bild: © Jochen Seelhammer - stock.adobe.com)

So schön Technik sein kann, soviel Ärger kann sie auch machen. Der Produktlebenszyklus von Smartphones wird beispielsweise immer kürzer. Manchmal kommt das Gefühl auf, dass der Hersteller mit allen Mitteln will, dass ein Gerät in die Mülltonne wandert und macht es mittels Updates unbrauchbar.

Wer mich kennt, weiß, dass ich sicherlich nicht zum grünen Spektrum gehöre und mich nicht immer politisch korrekt verhalte. Ich habe sehr viel Spaß am Leben und genieße die Möglichkeiten, die mir unsere Konsumgesellschaft zu bieten hat. Aber gleichzeitig versuche ich auch, die nun einmal begrenzten Ressourcen dieser Erde zu schonen. Ich kaufe Produkte, die hoffentlich fair produziert sind (ok, ist glaube ich ein frommer Wunsch), die eine lange Haltbarkeit besitzen (z.B. Kleidungsstücke) und repariert werden können (weiße Ware, Computer, Fernseher). Leider wird es immer schwieriger auch nur einen dieser Punkte zu erfüllen, obwohl ich bereit bin, dafür deutlich mehr Geld auszugeben.

Bis zum heutigen Tage war Apple für mich sicher die präferierte Marke, da sie trotz eines hohen Preises sehr lange von mir genutzt wurden, und dann immer noch gebraucht gut zu verkaufen waren. So kommt mir mein MacBook Air aus dem Jahre 2011 vor, wie alter Freund. Es läuft immer noch, auch wenn es keine Softwareupdates mehr für das Betriebssystem gibt. iPad, iPhone und Mac Book Pro sind treue Begleiter im beruflichen und privaten Alltag. Aber genau hier setzte in den letzten Jahren eine Entwicklung ein, die ich bei anderen Marken, wie Samsung, immer bemängelt habe. Die Entwicklungszyklen werden immer kürzer und die Geräte sollen immer schneller durch neue ersetzt werden. Weiterhin meint Apple wirklich die Preisschrauben wie Daumenschrauben benutzen zu können. Wenn damit wenigsten eine erstklassige Produktqualität und Pflege in Einklang wären, hätte ich dafür sicherlich Verständnis. Aber nur „Make more Money“ zu folgen, ist in der heutigen Zeit zu wenig.

Das Akku-Gate

Ein konkretes Beispiel gibt sicherlich mein iPhone 6s ab, um zu zeigen, wie es aus meiner Sicht nicht laufen sollte. Ich habe das 6S vor ein paar Jahren als Nachfolger für mein iPhone 4 bei Apple erworben. Dank guter Pflege hielt es mir lange Zeit die Treue und tat im Gegensatz zu den Geräten von anderen Herstellern immer seinen Dienst. Alle Updates und Apps wurden – von kleineren Bugs abgesehen – stabil und funktional ausgeführt. Bei meiner Nutzung hielt der Akku locker ein bis zwei Tage und ich konnte entspannt mit dem Gerät unterwegs sein. Mit neuen Funktionen brachte Apple aber auch bei einem Update eine Batteriewächterfunktion mit. Obwohl mein Akku bis dato keine Schwäche zeigte, neigte er nun zu plötzlichem Stromschwund. Nur zu meinem Besten hatte Apple wohl erkannt, dass mein Akku nicht mehr den hohen Mobiltelefonansprüchen genügt. Nachdem sich viele über die provozierte Akkualterung beschwert hatten, initiierte Apple ein großzügiges Akkutauschprogramm, bei dem mein Akku bei Apple gegen einen neuen getauscht wurde. Dies hat allerdings von meiner Seite viel Zeit in Anspruch genommen und war somit alles andere als kostenfrei. Aber, so dachte ich, damit kann ich mein 6s bis an den angedachten Softwaresupport-Zyklus bringen. Mit der 11er und 12er Version des iOS war ich auch wieder ein glücklicher User und hatte das Akku-Gate schon fast wieder vergessen.

Dann kam IOS 13. Ich habe das gemacht, was ich auch meinen Kunden sage: nicht als Erster das Update aufspielen, damit man nicht zum freiwilligen Tester wird. Denn bei all dem rapid Development und Scrummaster gepose kann man bei keinem Hersteller mehr davon ausgehen, ein ausgereiftes Produkt zu erhalten. Und schon kurze Zeit später meldeten viele User akute Akkuprobleme. Der Akku verlor nun im Standby mehr als 10 Prozent pro Stunde und bei Nutzung war das Gerät im Nu leer. Mit 13.1.x Sollte das Problem gefixt sein. Leider war dem nicht so. Mein 6s war nun dem Akkufresser erlegen und alle Reboot , Einstellungsveränderungen und Selbstversuche scheiterten. Das Gerät war im Alltag nicht mehr brauchbar, außer mit eigenem Stromgenerator im Schlepptau.

Kontakt mit dem Support

Das Smartphone war die ganze Zeit warm, als ob es unter Last stünde. Nachdem alle Google und Apple Support-Foren durch waren, habe ich mich an den offiziellen Apple-Support gewendet. Als erstes wurden immer alle 1.-Level-Fehlermöglichkeiten abgefragt, die ich widerstandslos über mich ergehen ließ, obwohl ich den Großteil davon natürlich schon probiert hatte. Man solle doch mal „mobile Datenübertragung“ oder „Hintergrundaktualiserung“ deaktivieren. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist natürlich, dass es keinen Weg zurück auf die funktionierende 12.4.x Version gibt.

Liebe Apple-Supporter, selbst wenn es funktioniert hätte, würden die Tipps doch die mobile Nutzung ad absurdum führen. Am Ende half nichts, und der Chat wurde elegant mit dem Hinweis auf den Entwickler-Support beendet.

Apropos Chat, da hat Apple ja etwas ganz perfides entwickelt. Der Timeout, bevor der Chat automatisch beendet wird, ist so kurz, dass man fast automatisch raus fliegt, wenn man länger tippt oder etwas probieren möchte. Man kann es nur verhindern, wenn man immer ganz schnell etwas eintippt und gerät damit ziemlich unter Druck.

Gelöschte Apps ziehen Daten

Die bis dato eher passiven Fehler, waren sehr ärgerlich, haben aber keinen aktiven Schaden bei mir verursacht. Dann las ich einen Artikel, der mich aufschrecken ließ. Mit dem Update verbrauchte das iPhone wohl auch im Hintergrund große Datenmengen, unter anderem mit deinstallierten Apps (darüber sollte man mal nachdenken, wie nicht vorhandene Apps Datenvolumen verbrauchen können). Glücklicherweise kontrollierte ich das bei mir und musste erkennen, dass ich innerhalb von 3 Tagen schon für 50 Euro Datenvolumen verbraucht hatte. Was das im Monat gekostet hätte, kann sich jeder selbst ausrechnen. Meine Rettung war die just erfolgte Vertragsumstellung, die eine deutlich großzügigere Datenflatrate beinhaltete um keinen weiteren finanziellen Schaden davonzutragen.

Somit fasse ich einmal kurz zusammen. Ich habe ein 6s mit Säuferakku, das im Hintergrund wild Daten überträgt. Der Support kann mir nicht mehr helfen und ich kann nur auf 13.x warten, wo das Problem vielleicht gelöst wird. Ein Verkauf dieses Geräts ist nicht mehr möglich, wenn ich zukünftige Nutzer nicht über den Tisch ziehen möchte. Apples monetäre Träume würde ich am besten durch den Kauf eines neuen iPhone11 befriedigen. Dazu möchte ich Moment nicht beitragen. Ich möchte, das Apple mein iPhone fixt. Es hat wunderbar funktioniert und ich möchte den Zustand wiederhergestellt haben. Viel Zeit und Mühe habe ich jetzt schon wieder darauf verwendet und der immaterielle Schaden ist schon groß. Sie bauen weiter darauf, das alles widerspruchslos hingenommen und akzeptiert wird. Nur weil etwas alternativlos ist, sind die Leute nicht zufrieden. Und so zeigt sich das wahre Gesicht der Gier, abseits von allem Ökoanstrich und Sonntagsreden.

Achim Heisler, die Strimme des Channels und Geschäftsführer bei A-H-S Computer.
Achim Heisler, die Strimme des Channels und Geschäftsführer bei A-H-S Computer. (Bild: Achim Heisler)

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