Horizonte 2021 MSPs auf dem Vormarsch

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Remote-Arbeit hat im IT-Dienstleistungsgeschäft schon lange vor dem Homeoffice-Boom die Administration per so genanntem „Turnschuh-LAN“ verdrängt, bei dem der Admin zu Fuß von Rechner zu Rechner ging, beispielsweise um Updates aufzuspielen. Das Jahr 2020 verschärfte den disruptiven Charakter der Technologie.

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MSPs zählen zu den Gewinnern aktueller IT-Trends.
MSPs zählen zu den Gewinnern aktueller IT-Trends.
(Bild: © Елена Мирзоева - stock.adobe.com)

Wenn Michael Gutsch, Regional Sales Manager DACH bei Datto schätzen müsste, würde er sagen, dass die Situation im Jahr 2020 den Digitalisierungsprozess im Sinne von „work from Home“ beziehungsweise „work from anywhere“, so um etwa zwei Jahre beschleunigt habe. Gutsch geht davon aus, dass die neu eingerichteten Heimarbeitsplätze im Mittelstand weitgehend bestehen bleiben werden, denn es habe sich gezeigt, dass es funktioniert: „Die Mitarbeiter sind produktiv, wenn nicht sogar produktiver.“

Beschleunigter Angleichungsprozess

Managed Services hinkten im DACH-Raum anderen Regionen noch hinterher. Insbesondere die USA und das UK waren hinsichtlich Cloud-Adaption und beim Thema Heimarbeit schon viel weiter, findet der Datto-Manager. Insofern habe sich der Angleichungsprozess beschleunigt.

Michael Gutsch, Regional Sales Manager DACH, Datto
Michael Gutsch, Regional Sales Manager DACH, Datto
(Bild: © Karsten Werner)

„Dafür war es nötig, dass sich die Denkweise ändert, auch dahingehend, dass man IT nicht zwingend besitzen muss, sondern auch mieten kann“, so Gutsch.

In Hinblick auf die Capex-Opex-Thematik rennt man mit solchen Angeboten bei Bilanzverantwortlichen bereits offene Türen ein. Die Kosten sind planbarer, beispielsweise bei der Frage was die Ausstattung für einen neuen Mitarbeiter kostet; aber auch im Lichte der Gesamtbilanz lassen sich Eigenkapitalquoten in den Unternehmen durch Miete statt Kauf erhöhen, was Refinanzierungskosten senken kann.

Perspektive des IT-Dienstleisters

Aus der Perspektive eines IT-Dienstleisters kann mit Managed Services nach dem Dafürhalten von Gutsch der Unternehmenswert gesteigert werden, „denn Dauerschuldverhältnisse führen zu stetigen und kalkulierbaren Einnahmen.“

Bedenken hinsichtlich des „Pay-as-you-go-Ansatzes“ bei Managed Services, also der schnellen Kündbarkeit von Verträgen, will der Datto-Manager mit dem Argument relativieren, dass dies in der Praxis kein großes Problem sei: „Wer gute Arbeit abliefert, der wird seinen Kunden nicht verlieren, wenn dieser das Angebot andernorts um drei Prozent günstiger sieht. Außerdem werden im Managed-Services-Geschäft Pakete geschnürt, die häufig schwer miteinander vergleichbar sind.“

Komplexe Szenarien im MSP-Geschäft

Darüber hinaus nehmen Kunden, laut Gutsch, auch langfristig angelegte Verträge in Kauf, beispielsweise wenn es um Business-Continuity- oder komplexere Security-Pakete geht: „Es liegt auch im Interesse des Kunden hier nicht ständig den MSP zu wechseln.“ Bei derlei komplexeren Szenarien mag anfangs mehr Projektarbeit zu leisten sein, aber dank optimierter Prozesse winken in der längeren Perspektive lukrative Dauerschuldverhältnisse.

„Die Krise hat gezeigt, dass MSPs auf dem richtigen Weg sind, was die IT der Zukunft angeht“, sagt der Managed-Services-Experte. „Ein erfolgreicher Partner versteht, welche Probleme der Kunde hat und bietet passende Services an.“

Ransomware und MSPs

Das Thema Ransomware sei im MSP-Umfeld durchaus wichtig. „Mir ist kein MSP persönlich bekannt, der gehackt wurde und im zweiten Schritt dann dessen Kunden, aber es gab solche Fälle“, so Gutsch. Datto sensibilisiert seine Partner in Hinblick auf Zwei-Faktor-Authentifizierung im Backend und übernimmt als Hersteller Verantwortung, so Gutsch: „Seit Dezember bietet unsere RMM-Lösung eine Ransomware-Erkennung und wir härten unsere Systeme durch regelmäßige Penetration-Tests, nur um Beispiele zu nennen.“

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