Smart und Digital Farming Wolken bringen der Landwirtschaft nicht nur Regen

Von Dipl.-Phys. Oliver Schonschek 4 min Lesedauer

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Die Digitalisierung in der Landwirtschaft stellt hohe Ansprüche an Cloud-Dienste. Neben Sicherheit und Verfügbarkeit der Cloud sind es die Farming-Applikationen und die Sensordaten, die eng mit der Cloud verbunden sind. Wir geben einen Überblick, wo Cloud-Dienste bereits eine zentrale Rolle bei Digital und Smart Farming spielen, und welche Anbieter dort bereits aktiv sind.

Auch in der Landwirtschaft spielt die Cloud eine zunehmend zentrale Rolle, als Cloud-based oder Web-based Agriculture, um die Daten vom Feld zu den Fachapplikationen bringen für bessere Erträge und weniger Ressourcenverbrauch.(Bild:  DZMITRY - stock.adobe.com)
Auch in der Landwirtschaft spielt die Cloud eine zunehmend zentrale Rolle, als Cloud-based oder Web-based Agriculture, um die Daten vom Feld zu den Fachapplikationen bringen für bessere Erträge und weniger Ressourcenverbrauch.
(Bild: DZMITRY - stock.adobe.com)

Modernes Farming für Ernährungssicherheit und Umwelt

In der modernen Landwirtschaft kommen viele intelligente Technologien gezielt zum Einsatz, berichtet der Verband der Internetwirtschaft Eco. Als Beispiel nennt Eco selbstfahrende Traktoren, die mit Bilderkennung und Datenverarbeitung nur eine bedarfsgerechte Menge an Düngemittel auf bestimmte Abschnitte des Feldes geben und so Ressourcen einsparen.

Wie bei Industrie 4.0 spricht man inzwischen auch von Landwirtschaft 4.0. Dazu gehören

  • Precision Farming: spezifische und zielgerichtete Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen mittels Sensorik und Automatisierung,
  • Smart Farming: Anwendung von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien in der Landwirtschaft und
  • Digital Farming: Vernetzung von großen Datenmengen (Big Data) und Systemen mit den zentralen Elementen des „Internet der Dinge“.

Dabei spielt insbesondere die Cloud eine zentrale Rolle, von Cloud-based oder Web-based Agriculture ist die Rede. Sie ist zunehmend wichtig für die Ernährungssicherheit und den Umweltschutz, denn sie bringt die Daten vom Feld zu den Fachapplikationen, der ihrerseits für bessere Erträge und weniger Ressourcenverbrauch sorgen sollen.

Landwirtschaft braucht eine Cloud-Infrastruktur

Der Deutsche Bauernverband betont die Vorteile der Digitalisierung, erklärt aber auch, dass es noch einiges zu tun gibt im Bereich der notwendigen Infrastruktur. Die „Gigabit-Cloud über dem Acker“ und damit der neue Mobilfunkstandard 5G ermöglicht zahlreiche neue Anwendungen in der Landwirtschaft, aber es braucht dafür einen wirklich flächendeckenden Ausbau des 5G-Netzes, so der Deutsche Bauernverband.

Stimmt die Verbindung in die Cloud, warten dort schon zahlreiche Anbieter und Lösungen für ein modernes, cloudgestütztes Farming. Das sieht zum Beispiel auch das Land Sachsen so und erklärt: Mehr und mehr werden auch landwirtschaftliche Fachapplikationen wie Ackerschlagkarteien oder das Maschinenmanagement in „die Cloud“ verlagert, große Datenplattformen von privatwirtschaftlichen Anbietern und Behörden speichern und verarbeiten betriebliche Daten, und digitalisierte Maschinen und Anlagen sind zunehmend und dauerhaft mit dem Internet verbunden.

Cloud-Farming in der Praxis

Beispiele für Farming-Lösungen aus der Cloud stammen sowohl von Cloud-Anbietern als auch von Providern, deren Wurzeln tief in der Landwirtschaft stecken. So gibt es mit Next Farming Live eine Farm-Management-Software aus der Cloud, angeboten von Next Farming Sales, ursprünglich bei BayWa angesiedelt, früher ein genossenschaftlicher Landhandel. Aus dem Land-Data Data Center kommen Cloud-Lösungen wie Farm Book. Aber auch Bayer hat eigene Digital Farming Lösungen für die Landwirtschaft.

Die Partnerschaft von Bayer mit Microsoft weist darauf hin, dass auch die großen Cloud-Provider die Landwirtschaft als Zielmarkt im Blick haben. Azure Data Manager for Agriculture erweitert dabei die Microsoft-Datenplattform um branchenspezifische Datenconnectors und -funktionen, um Farmdaten aus unterschiedlichen Quellen zu verbinden, mit dem Ziel, die Entwicklung digitaler Landwirtschaftslösungen zu beschleunigen.

Aber auch SAP hat spezielle Cloud-Lösungen für die moderne Landwirtschaft. Beispiele sind hier SAP Intelligent Agriculture mit Farm Data Management und Farming Intelligence durch cloudgestütztes Machine Learning und Data Science für die Landwirtschaft, SAP Agricultural Contract Management für das Vertragsmanagement, SAP Agricultural Origination Portal für die digitale Zusammenarbeit mit Farmern und SAP Rural Sourcing Management für die landwirtschaftliche Lieferkette.

NTT Data nennt das Beispiel FarmBot, ein Gartenrobotersystem, das die Lebensmittelproduktion in kleinem Massstab automatisiert. Für den einzelnen FarmBot-Besitzer könne der Anschluss an den lokalen Markt ein logistisches Problem darstellen, so NTT Data. Die Idee ist dabei: Nutzung der Internet-of-Things-Technologie, der Cloud-Ressourcen und des maschinellen Lernens von SAP sowie der Blockchain-Möglichkeiten zur Vernetzung einzelner Gärten. Wenn diese Netzwerke zusammenarbeiten, werden sie zu intensiven landwirtschaftlichen Betrieben, die auf die Bedürfnisse der Stadtbevölkerung reagieren, lautet die Vision dahinter.

Schnelle Hilfe bei Pannen und der regelmäßigen Wartung von Landmaschinen will ein gemeinsames Forschungsprojekt von Huawei und dem Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS bieten. Mit dem Internet der Dinge (Internet of Things) und Augmented Reality (AR) erhalten Fahrer und Techniker dann Unterstützung aus der Cloud.

Cloud-Sicherheit gehört auch hier immer dazu

Die genannten Cloud-Anwendungen in der Landwirtschaft machen deutlich, dass die Verfügbarkeit der Cloud-Dienste grundlegend ist, aber auch die Vertraulichkeit will gewahrt sein. Ein Beispiel hierfür liefert Farmunited. Der Anbieter entwickelt unter anderem Sensorik- und Netzwerktechnologie, um jedem Landwirt einfach und kostengünstig Zugang zu wertvollen Umwelt- und Bodendaten zu verschaffen. Dabei werden Funk-, Blockchain-, Micro-Payment- und App-Technologien zur Datenübertragung angewendet.

Die Landwirte sollen zukünftig einfach über diese Netzwerke und Technologien kommunizieren und voneinander profitieren können. Dazu gehört auch, dass sie die Hoheit über ihre eigenen Farming-Daten behalten sollen, diese auf Wunsch teilen, aber auch verkaufen können. Das geht aber nur, wenn die Daten geschützt sind und entsprechend verschlüsselt vom Feld in die Cloud übertragen und dort geschützt gespeichert werden.

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Es versteht sich, dass moderne Farming-Lösungen weder auf die Cloud noch auf die Security verzichten können. Bedenkt man, welche Bedeutung die Landwirtschaft auch im Sinne kritischer Infrastrukturen (KRITIS) hat, unterstreicht dies die Wichtigkeit sicherer Clouds für das Farming.

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