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Die Macht der Fachabteilungen
Es gibt noch einen weiteren Grund für die Bereitschaft der IT-Leiter, sich mit Cloud-Konzepten auseinanderzusetzen: die Fachabteilungen. Denn über die Public-Cloud-Angebote von Amazon oder Google können sich diese Abteilungen von ihrer IT-Leitung abkoppeln. Sie können sich damit schnell die Ressourcen aus der Wolke organisieren, die sie aktuell brauchen – hin und wieder auch an der Einkaufsabteilung vorbei.
„Das Spannungsfeld zwischen Einkauf, Fachabteilung und IT-Administration wird uns in der Cloud massiv beschäftigen“, ist Pauly überzeugt. Die Frage, wer letztlich für die Compliance zuständig ist, bleibt ein Riesenproblem, solange die Fachabteilung den IT-Leiter umgehen kann. Aus Sicht des Kunden, gerade im Mittelstand, „zählt allein die Funktionalität. Unsere Aufgabe ist es, dem Kunden die gewünschten Funktionen flexibel anzubieten und ihm das Management dafür abzunehmen“, zieht Fleury Bilanz.
Partner punkten
Den wesentlichen Grund, weshalb Systemhäuser und IT-Integratoren im Cloud-Geschäft auch gegenüber den Mitbewerbern aus dem Provider-Business die Nase vorn haben, verdeutlichte Keynote-Speaker „Dr. Mott“: „Es geht in der Cloud vor allem um eines: um Vertrauen“, lautete seine Kernbotschaft. Was Partner auf diesem Kongress über ihre Erfahrungen mit Cloud-Angeboten berichteten, bestätigt diese Theorie in jeder Hinsicht: Die Kunden kommen in erster Linie auf ihre bisherigen Dienstleister zu, um webbasierte Lösungen und Ressourcen zu nutzen – ein Resultat übrigens, das auch die Markt-Analysten von Experton in den jüngsten Studien ermittelten. „Kein Reseller wird es sich langfristig mehr leisten können, bei seinem Kunden große Systeme zu installieren – auch bei SMB-Kunden nicht“, so die Prognose Paulys.
Viele Systemhäuser haben überdies untereinander Allianzen geschmiedet, um ihre Kunden auch in den Bereichen der IT zu unterstützen, die sie selbst nicht abdecken. „Das funktioniert wunderbar und wird in Zukunft noch wichtiger werden“, berichtet beispielsweise Inox-Tech-Chef Döderlein.
Hürden
Bei aller Zuversicht ist allen Beteiligten klar: Es gibt bei den Endkunden auch zahlreiche Baustellen, die der Einführung von Cloud-Konzepten noch im Wege stehen. Teilweise sind die hausinternen Prozesse noch nicht „cloud-ready“, teils gibt es bei Detailfragen noch Bedenken, gerade im Hinblick auf die Datensicherheit. Generell versucht Cloud Computing, mit Standards individuelle Probleme zu lösen. Das funktioniert nicht für alle Bereiche.
Und Systemhäuser, die sich zum Rechenzentrums-Betreiber wandeln, müssen sehr genau ausloten, wie weit sie in der Individualisierung der Lösungen gehen können, um sich eine einträgliche Marge zu sichern. Denn der IT-Markt wird durch die Cloud nicht größer, sondern verteilt sich eher um in Richtung Service-Provider.
Obendrein könnten die Vorbehalte gegenüber Google und Amazon bei Anwendern weichen, wenn die Generation Web 2.0 als IT-Leiter in die Unternehmen einziehen. Das war eine vierte zentrale Erkenntnis, die der Kongress zutage förderte.
Eindrücke von der Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie.
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