Atos-Sparte ist verkauft Mitel schließt Übernahme von Unify ab

Von David Binnig 3 min Lesedauer

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Durch den abgeschlossenen Deal steigt das kanadische Telekommunikationsunternehmen zum weltweit zweitgrößten Anbieter von Unternehmenskommunikations-Lösungen auf. Partnern verspricht Mitel einen reibungslosen Übergang sowie neue Potenziale in vertikalen Märkten.

Mit dem kombinierten Kommunikations-und Kollarborationsportfolio erweitert Mitel die Auswahl und Flexibilität für mehr Kunden in weiteren Regionen, Branchen und Größensegmenten. (Bild:  AD - stock.adobe.com)
Mit dem kombinierten Kommunikations-und Kollarborationsportfolio erweitert Mitel die Auswahl und Flexibilität für mehr Kunden in weiteren Regionen, Branchen und Größensegmenten.
(Bild: AD - stock.adobe.com)

Bereits im Januar hatte Mitel Verhandlungen mit dem französischen IT-Dienstleister Atos über den Kauf des Geschäftsbereichs Unify bekannt gegeben. Nun ist die Übernahme in trockenen Tüchern. Damit setzen die Kanadier den anorganischen Wachstumskurs der letzten Jahre weiter fort. Die Bedingungen der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.

Hintergrund

Grund für den Verkauf der Unify-Sparte, welche die Geschäftsbereiche Unified Communications und Collaboration (UCC) sowie Communication and Collarboration Services (CCS) umfasst, ist eine Umstrukturierung beim französischen IT-Dienstleister. Dieser steht aktuell vor einer Aufspaltung und soll künftig in zwei eigenständige börsennotierter Unternehmen, nämlich Eviden und Tech Foundations, aufgegliedert werden. Das Spin-Off Eviden bedient dabei neue und wachstumsstarke Bereiche rund um KI, Cloud und weitere Wachstumsmärkte. Tech Foundations bündelt die Legacy-Geschäftsfelder des französischen IT-Dienstleisters. Parallel dazu reduziert Tech Foundations seine Beteiligung in Nebengeschäften - worunter auch die Unify fiel.

Wachstum durch Konsolidierung

Mit der Übernahme der Atos-Tochter verschieben sich fortan die Kräfteverhältnisse im TK-Markt. So avanciert Mitel zum weltweit zweitgrößten Anbieter von Lösungen im Bereich der Unternehmenskommunikation. Außerdem baut das kanadische Telekommunikationsunternehmen seine Rolle als Marktführer in den Bereichen Enterprise Unified Communications (UC) und Digital Enhanced Cordless Communication (DECT) im Wirtschaftsraum Europe, Middle East und Africa (EMEA) aus.

Zusammen mit Unify verfügt das Unternehmen nun über einen gemeinsamen Kundenstamm von mehr als 75 Millionen User in über 100 Ländern. Die Marktpräsenz erweitert sich derweil auf mehr als 5.500 Reseller, Service Provider, Technologie- und strategische Allianzpartner.

An der Spitze des zusammengeführten Unternehmens wird Tarun Loomba, Präsident und CEO von Mitel agieren. Der Unify-CEO Marcus Hänsel übernimmt die Rolle des Chief Sales Officer um die Vertriebs-und Servicefunktionen von Mitel weltweit zu leiten. Die weiteren Mitglieder des Führungsteams von Mitel sollen ihre bisherigen Funktionen weiter ausüben, während Unify-Führungskräfte aus den Bereichen Produkt, Operations, Marketing, IT, Finanzen und anderen Bereichen ihr Fachwissen mit einbringen werden.

Was bringt die Übernahme?

Mit der Akquisition erweitert Mitel sein Portfolio um die Voice-Plattformen, Collaboration- und Contact-Center-Produkte und um Endgeräte von Unify sowie um das damit verbundene geistige Eigentum. Das kombinierte Kommunikations- und Kollaborationsportfolio soll die Auswahl und Flexibilität für mehr Kunden in weiteren Regionen, Branchen und Größensegmenten erhöhen. Ein besonderer Mehrwert soll für Kunden in Kernbranchen wie dem Gesundheitswesen, dem öffentlichen Sektor, dem Gastgewerbe und Finanzdienstleistungen geschaffen werden. Das kanadische Telekommunikationsunternehmen hatte bereits im Rahmen der diesjährigen Eventreihe „Mitel Next" angekündigt, verstärkt den Fokus auf eine große Bandbreite an spezialisierten vertikalen Lösungen und Integrationsmöglichkeiten zu legen.

Zudem wird das Portfolio der Kanadier komplementiert. Mitel ist seit jeher bekannt für seinen starken Kundenstamm bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Die Lösungen von Unify, welche aus der ehemaligen UCC-Sparte von Siemens hervorgingen, finden sich dagegen vermehrt im Enterprise-Umfeld in Verbindung mit einem starken Managed Services-Geschäft wieder.

Was Partner jetzt wissen müssen

Die zentrale Aufgabe der kommenden Monate wird es sein, eine passende Strategie zu finden. Die Zusammenführung des operativen Betriebs beider Unternehmen soll dabei keine Auswirkungen auf die Kunden von Mitel und Unify haben. Diese sollen weiterhin ohne Unterbrechungen auf die bisherigen Lösungen und Dienste zurückgreifen können, so Mitel. Das Unternehmen will dabei sicherstellen, dass die Kunden über alle zukünftigen Produkt- oder Servicepläne sowie über Upgrade-Möglichkeiten und neue Funktionen informiert werden.

Resellern und strategischen Technologiepartnern verspricht Mitel ebenso einen reibungslosen Übergang. Hier teilte das Unternehmen mit, dass im verbleibenden Jahr wenige oder gar keine Änderungen zu erwarten seien. Im weiteren Verlauf der Integration werde dann der Entstehung einheitlicher Partnerprogramme höchste Priorität beigemessen.

„Dies ist ein großer Meilenstein für Mitel und Unify sowie für die gesamte Kommunikations- und Kollaborationsbranche“, kommentiert Tarun Loomba, Präsident und CEO von Mitel. „Unify bringt eine starke geografische Präsenz, ein reichhaltiges Portfolio, tiefgreifende Unternehmenskompetenz und ein talentiertes Team mit, die die Stärken von Mitel perfekt ergänzen.“

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Markus Hänsel, Chief Sales Officer von Mitel kommentiert: „Ich bin zuversichtlich, dass der Zusammenschluss unserer beiden Organisationen nicht nur unsere Marktpostion stärken, sondern auch Innovation, Wachstum und langanhaltenden Erfolg fördern wird. “

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