Tintri baut Angebot in Europa aus Mit VM-Storage stolz in der Nische

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Tintri hat sich auf Storage-Lösungen für Virtuelle Maschinen spezialisiert. Derzeit arbeitet die US-Firma daran, das Angebot als Managed Service auch nach Europa und in die Public Cloud zu bringen. Der wichtigste Partner dabei ist Infinigate als einziger Distributor für den deutschen Markt.

Tintri war bisher auf das lokale Rechenzentrum der Kunden fixiert. Nun kommen Storage-Lösungen als Managed Services und in der Public Cloud dazu.(Bild:  Larisa AI - stock.adobe.com)
Tintri war bisher auf das lokale Rechenzentrum der Kunden fixiert. Nun kommen Storage-Lösungen als Managed Services und in der Public Cloud dazu.
(Bild: Larisa AI - stock.adobe.com)

Als „stolzen Nischenanbieter“ bezeichnet Graham Breeze, Vice President of Products bei Tintri, sein Unternehmen. Die 2007 von dem vormaligen VMware-Chefentwickler Kieran Harty gegründete Firma ist auf das Speichern von VMs spezialisiert und hat dafür eine bei Konfiguration und Betrieb besonders einfache Lösung entwickelt, so der Hersteller. 2018 wurde Tintri von dem HPCStorage-Hersteller DataDirect Networks übernommen und nutzt dessen Hardware-Plattform, arbeitet organisatorisch aber getrennt.

In der DACH-Region ist Tintri nur mit einem sehr kleinen Team aus drei Mitarbeitern aktiv. Daher spielt der VAD Infinigate als einziger Distributor eine entscheidende Rolle für den Hersteller, wie Thomas Bartz, Presales Consultant und Systems-Engineer bei Tintri, betont.

Storage-Appliances mit hochautomatisiertem Betrieb

Die wichtigsten Produkte sind für Tintri die Storage-Appliances der aus drei Modellen bestehende VMstore-7000-Familie. Die All-Flash-Arrays mit NVMe-SSDs unterstützen verschiedene Hypervisors und Data-Management-Systeme wie VMware vSphere, Microsoft Hyper-V, Citrix Hypervisor, Red Hat RHEV und den Microsoft SQL Server, wird aber traditionell durch die tiefe Integration oft von VMware-Kunden eingesetzt. Daher sieht Barz die aktuelle Entwicklung bei VMware und die dadurch entstandene Unruhe unter deren Partnern durchaus als Problem, hofft aber, dass sich die Lage wieder beruhigt.

Das Kernprodukt von Tintri ist die VMstore-T7000-Serie für VM-Storage im Rechenzentrum.(Bild:  Tintri)
Das Kernprodukt von Tintri ist die VMstore-T7000-Serie für VM-Storage im Rechenzentrum.
(Bild: Tintri)

Die Besonderheit von VMstore ist laut Bartz, dass sich Data-Management-Software von Tintri der VMs „bewusst“ ist und deren Bedürfnisse bezüglich Kapazität und Performance erkennt. So seien keine Eingriffe der Administratoren für die Ressourcenzuteilung nötig, Probleme durch hohe Latenzen werden automatisch beseitigt. Tintri Analytics ermöglicht als zusätzlichen Service Echtzeit-Analysen und Cloud-basierte Predictive Analytics mit Machine Learning. Dazu kommen noch die Verwaltung von bis zu 64 Systemen als föderierten Storage-Pool über das Tintri Global Center und die Einbindung neuer Systeme binnen 30 Minuten durch einen hohen Automatisierungsgrad. Dabei muss sich der Administrator nicht um Details wie RAID oder LUNs kümmern. Der Hersteller bezeichnet das als „AI“, wobei die Abkürzung allerdings für „Autonomous Infrastructure“ steht. Der VMstore Cloud Connector ermöglicht die Replikation auf Object Storage in der Public Cloud.

Eine VMstore T7000 ist binnen 30 Minuten voll betriebsbereit und einsetzbar.

Thomas Bartz, Presales Consultant und Systems-Engineer bei Tintri

Ausbau des Cloud-Angebots

Weiter in Richtung Cloud geht der Storage-Hersteller mit zwei eigenen Lösungen, die dieses Jahr verfügbar sein werden: Tintri Cloud Platform (TCP) und Tintri Cloud Engine (TCE). TCP ist eine IaaS-Lösung, die derzeit in den USA in Rechenzentren des Providers Silicon Sky auf VMstore-Basis läuft. Die Kunden haben über ein Self-Service-Portal Zugriff auf einen Virtual Data Center Service (VDC) mit einem Ressourcen-Pool aus virtuellen Servern, unlimitierten Internet-Traffic und verschiedenen Firewall-Optionen als Schutz. Zudem bietet TCP einen Marketplace, mit dem Open-Source-, Third-Party- und First-Party-­Applikationen direkt in ihren VDC ausrollen können. TCP bietet zudem Disaster Recovery as a Service (DRaaS), um die Kontinuität kritischer Workloads bei einem Notfall sicherzustellen. Laut Bartz wird Tintri die Cloud-Platform im EMEA-Raum gemeinsam mit Silicon Sky aufbauen.

Thomas Bartz, Presales Consultant und Systems-Engineer, ist einer von drei Mitarbeitern von Tintri in der DACH-Region.(Bild:  Tintri)
Thomas Bartz, Presales Consultant und Systems-Engineer, ist einer von drei Mitarbeitern von Tintri in der DACH-Region.
(Bild: Tintri)

TCE ist die erste Version einer reinen Software-Version von VMstore für Public-Cloud-Plattformen. Sie läuft als Cloud-­native Applikation in einem Container und soll Nutzern von VMstore im Datacenter eine zusätzliche isolierte Speicherplattform für die Replikation von Workload-basierten Snapshots bieten. Damit wird der Schutz vor Ransomware-Angriffen verbessert. TCE ist bei AWS ab sofort auch in der DACH-Region verfügbar und über das Tintri Global Center konfigurierbar. Über ein zusätzliches Angebot auf Azure wird ebenfalls nachgedacht, so Bartz.

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