UCaaS und CPaaS Mit Cloud-Kommunikation gegen Sprachverwirrung

Autor: Sarah Böttcher

Eine effiziente Kommunikation zwischen den Mitarbeitern eines Unternehmens führt zu mehr Flexibilität, Mobilität und Produktivität. Managed Communication Services aus der Cloud wie UCaaS und CPaaS können hier helfen.

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Collaboration Tools können die Zusammenarbeit in Unternehmen verbessern, trotzdem werden sie aktuell eher zurückhaltend genutzt.
Collaboration Tools können die Zusammenarbeit in Unternehmen verbessern, trotzdem werden sie aktuell eher zurückhaltend genutzt.
(Bild: pathdoc - stock.adobe.com)

Bedingt durch die Digitalisierung verliert der physische Ort, an dem Arbeitsleistung erbracht wird, immer mehr an Bedeutung. Um den Wandel vom Schreibtisch zum Digital Workplace zu vollziehen, müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern das richtige Werkzeug an die Hand geben. Das Stichwort lautet „Unified Communications“ (UC) und führt verschiedene Anwendungen wie Internet-Telefonie, E-Mails, Instant-Messaging oder Conferencing auf einer übersichtlichen Oberfläche zusammen.

UC-Tools werden bisher in Unternehmen eher zurückhaltend genutzt. Der Grund hierfür soll darin liegen, dass diese bisher nicht beziehungsweise nur unzureichend in die bestehenden Geschäftsanwendungen integriert wurden. Durch eine Verankerung der UC-Lösung im Backend des eigenen geschäftskritischen Systems wie im ERP oder CRM können Mitarbeiter jedoch innerhalb eines Unternehmens produktiver arbeiten. Beziehen Firmen im Zuge der Digitalen Transformation diese Dienste zur Miete aus der Cloud, nennt man das „Unified Communications as a Service“ (UCaaS). Nutzer können dann ortsunabhängig und mit jedem beliebigen Gerät arbeiten.

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Deutsche arbeiten gerne im Team, nutzen aber kaum UC-Tools

Das Arbeitsmanagement-Unternehmen Wrike ­untersuchte in seinem „Happiness Index 2019“, wie glücklich deutsche Arbeitnehmer im internationalen Vergleich sind. Dazu wurden rund 4.000 Vollzeitbeschäftigte aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA befragt – unter anderem über die Zusammenarbeit im Team. Während Deutsche im Teamwork Vorteile sehen, sind die anderen Nationen da eher zurückhaltend: So bejahen 82 Prozent der Deutschen Aussagen wie „Teamarbeit steigert meine Produktivität“. An zweiter Stelle befürwortet Frankreich mit 77 ­Prozent die Zusammenarbeit, gefolgt von den USA (75 %) und Großbritannien (67 %).

Obwohl die Deutschen gerne in Teams arbeiten, ist die Zusammenarbeit über Collaboration-Tools hierzulande eher zurückhaltend: Im Vergleich zu den Briten (12 %), den US-Amerikanern und den Franzosen (beide 11 %) gaben 19 Prozent an, noch nie mit Kollegen, die in anderen Büros oder im Home Office sitzen, zusammengearbeitet zu ­haben. Auch die Popularität von Remote-Zusammenarbeit ist in Deutschland vergleichsweise ­gering: Nur 25 Prozent der befragten Bundes­bürger finden, „es klappt wunderbar“ – in den USA sind es mehr als doppelt so viele (51 %). Auch Frankreich (36 %) und Großbritannien (30 %) ­liegen hier vor Deutschland.

Communications Platform as a Service (CPaaS)

Möchten Unternehmen ihre UC-Lösungen noch um individuelle Funktionen und Applikationen für die spezifischen Anforderungen ihrer Branche erweitern, setzen sie auf „Communications Platform as a Service (CPaaS)“. Dabei handelt es sich um einen Service, der es Entwicklern über eine Cloud-basierte Plattform ermöglicht, Echtzeit-Kommunikationsfunktionen wie Textnachrichten, Sprache und Video in ihre eigenen Applikationen zu integrieren, ohne eine Backend-Infrastruktur bauen oder ein eigenes Interface programmieren zu müssen. Darüber hinaus ist bislang beim Zugriff auf Business-Anwendungen häufig ebenfalls ein VPN-Zugriff erforderlich. Bei modernem CPaaS erfolgt durch die Integration der UC-Lösung in die Geschäftsprozesse der Zugriff – auch von mobilen Endgeräten – auf interne Geschäftsapplikationen wie SAP jedoch ohne VPN. CPaaS-Anbieter unterscheiden sich von herkömmlichen Mobilfunkanbietern. Sie bieten Entwicklern über ihre API die Möglichkeit, Kommunikationsdienste selbst zu erstellen. Da CPaaS Cloud-basiert vom Netzbetreiber gestellt wird, müssen Firmen nicht mehr für jede neue entwickelte Funktionalität beträchtliche Summen in die Infrastruktur stecken. Auch greifen sie auf skalierbare Lösungen zurück, statt wie früher auf Basis von Prognosen in den künftigen Bedarf zu investieren. Apps, die auf APIs beruhen, lassen sich schneller und zu einem Bruchteil der Kosten selbst programmierter Anwendungen entwickeln und implementieren. Zudem ist es deutlich einfacher, ein Kommunikationssystem einzuführen, wenn man sich auf eine vorhandene Infrastruktur beziehen kann.

Greifen Unternehmen auf UCaaS oder CPaaS zurück, haben sie die Möglichkeit, schneller und flexibler neue UC-Tools zu implementieren und bereitzustellen, wodurch Investitions- sowie Betriebskosten reduziert werden. Doch neben den Vorteilen ergeben sich auch Schwierigkeiten wie die schnelle Bereitstellung der neuen Dienste sowie ihr Schutz vor neuen Sicherheitsbedrohungen. Hier kommen Managed Service Provider (MSPs) ins Spiel, die mit ihren Cloud-basierten Tools die Installation sowie den Betrieb von Netzwerken sicherer, verständlicher, schneller, zuverlässiger und damit preiswerter gestalten.

Vorteile Cloud-basierter UC-Lösungen

Mit einer Cloud-basierten UC-Lösung legen Unternehmen in der modernen Arbeitswelt die Basis dafür, in virtuellen Teams Projekte voranzutreiben und ihre Produktivität zu steigern. Jedoch gestaltet der Einsatz von UCaaS und CPaaS nicht nur die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern effizienter, auch die Verständigung mit dem Kunden wirkt sich durch eine intensivere, personalisierte Ansprache positiv auf die Unternehmensentwicklung aus. Denn auch für Endkunden verändert sich die Art der Kommunikation und wird immer vielfältiger und moderner, je stärker Kommunikationslösungen und andere Software-Anwendungen miteinander verschmelzen.

Auch gewinnt im Zeitalter des Internet of Things (IoT) neben einer einwandfreien menschlichen Kommunikation auch die Machine-to-Machine-Kommunikation an Relevanz. Denn im Rahmen des IoTs und der daraus folgende Kommunikation zwischen Anwendern, Maschinen und Daten werden neue Kollaborationsformen entstehen, die es gilt, im Unternehmen zu integrieren.

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Über den Autor

 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin bei IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien