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ITB: Was verbergen sich für Neuerungen hinter der Plattform »Centrino 2« im Vergleich zum Vorgänger?
Claasen: Fünf Jahre nach dem Launch von Centrino, haben wir tatsächlich einige Neuerungen in Centrino 2 vorgesehen und Verbesserungen in allen vier Vektoren des Mobile Computing erzielt, die da lauten: Batterielaufzeit erhöhen, Performance steigern, Formfaktoren verkleinern und WLAN-Durchsatz verbessern. Centrino 2 umfasst einen Core-2-Duo-Prozessor, der in 45-Nanometer-Technologie gefertigt wird und bis zu sechs Megabyte Level-2-Cache beinhaltet. Er basiert auf einer Penryn-CPU, die allerdings in einigen Punkten erweitert wurde, beispielsweise haben wir den Front Side Bus von 800 auf 1.066 Megahertz gesteigert. Als Chipsätze kommen in Frage der 45 GM Express, der auf eine integrierte Grafikfunktion mit zuschaltbarer externer Grafik ausgelegt ist, oder der 45 PM Express ohne integrierte Grafik. Hinzu kommt die bessere Vernetzung durch den neuen WLAN-Standard 802.11n, bei dem über einen anderen Codec und eine besserer Ausnutzung von Reflexionen der maximale Datendurchsatz auf 450 MBit/s erhöht wurde. Außerdem ist die Reichweite von N-basierten Netzen höher. Auch neu sind die Wimax-Unterstützung sowie eine erhöhte Service- und Managability durch Fernwartungsfunktionen.
ITB: Wimax ist in den USA bereits ziemlich verbreitet, hierzulande hingegen weniger. Woran liegt das, und was haben Centrino-2-Käufer von einer Technologie, für die es hierzulande noch keine Infrastruktur gibt?
Claasen: Richtig, in den USA ist Wimax bereits ein heißes Thema, während wir in Deutschland hinterher hinken. Die Gründe sehe ich in den getätigten Milliardeninvestitionen seitens der großen TK-Provider, für die sich gegenwärtig noch die immensen Kosten amortisieren müssen, die sie bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen ausgegeben haben. Centrino-2-Käufer haben natürlich erst einmal nichts von einer optionalen Wimax-Funktion, wenn in ihrer Region die nötige Infrastruktur nicht vorhanden ist. Aber sehen Sie das doch von folgender Warte aus: Wenn die Produkte da sind, ist gleichzeitig auch ein Markt für die TK-Größen da, was den Aufbau der Infrastruktur wesentlich beschleunigen wird.
ITB: Sie sprachen integrierte Fernwartungsfunktionen an. Mit anderen Worten: Centrino 2 hat die Vpro-Technologie integriert?
Claasen: Korrekt. Die Business-Version von Centrino 2 hat Vpro integriert, sprich: unsere Active Management Technology 4.0. Damit haben wir die eingangs erwähnten vier mobilen Vektoren um einen fünften erweitert, nämlich Service- und Managability.
ITB: Warum und wie kann bei einer Chipsatzvariante integrierte und externe Grafik kombiniert werden?
Claasen: Centrino 2 ermöglicht es in der Variante mit dem Chipsatz 45 GM Express und integrierter Grafik einen kompletten Film im Blu-ray-Format im Rahmen einer Akkulaufzeit anzusehen. Das wäre mit einem externen Grafikprozessor wegen des höheren Stromverbrauchs nicht möglich gewesen. Die hybride Grafiklösung ermöglicht es, mit der integrierten Grafik zu arbeiten, wenn das Notebook mit dem Akku betrieben wird, ansonsten mit dem externen Grafikprozessor. Dies funktioniert durch einfaches Umschalten, ohne einen Neustart des Systems. Die dahinter stehenden Prozesse zu automatisieren war nicht einfach, und wir sind auch ziemlich stolz auf das erreichte Ergebnis.
Lesen Sie im nächsten Teil, warum sich Intel in den vergangenen 40 Jahren zu einer »Plattform-Company« gewandelt hat.
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