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ITB: Intel ist inzwischen 40 Jahre alt und hat sich vom Storage-Hersteller über eine Prozessor-Fertiger hin zu einer Plattform-Company entwickelt. Warum eigentlich dieser letzte Schritt? Sie müssen zugeben, dass pure Leistungsdaten auf Produktflyern, wie früher die Taktrate, vom Endkunden als sexy gewertet werden, während kryptische Plattformbezeichnungen nicht wirklich verstanden werden…
Claasen: Richtig – Intel ist genauso wie ich 40 Jahre alt geworden – und hat sich, wie Sie beschrieben haben, gewandelt. Sie sprechen die Defokussierung der Taktrate oder auch die Abkehr vom Gigahertz-Wahn an, wie er oft treffend genannt wurde. Dahinter steckt einfach die Tatsache, dass dieser Weg nicht mehr zeitgemäß war. Das Ohmsche Gesetz, das besagt, dass wenn wir die Spannung verdoppeln, die Leistungsaufnahme der CPU sich vervierfacht, musste irgendwann in die Sackgasse führen – damit hat die Taktfrequenz an Bedeutung verloren. Jetzt fahren wir eine Multicore-Strategie, steigern die Performance parallel dazu durch große Caches und weitere integrierte Komponenten, wie Grafik oder eingebautem Memory-Controller. Hinzu kommen Technologien wie Vpro sowie Merkmale des Front Side Busses oder des Chipsatzes. Sprich: All die Leitungsmerkmale lassen sich nicht mehr wie früher über eine zentrale Leistungskennziffer auf einem Produktflyer vermitteln. Deswegen sind wir jetzt auch vom Marketing her eine Plattform-Company. Davon ziemlich unabhängig haben wir uns aber schon vor geraumer Zeit organisatorisch als Plattform-Company aufgestellt.
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