Ambitionierte Ziele und starke Partnerschaften Mission Milliarde: TIM plant mit weiterem Wachstum

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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TIM setzt den Wachstumskurs fort: Mit neuen Partnerschaften und gesteigertem Umsatz. Im Gespräch mit IT-BUSINESS erläutern CEO Tim Henneveld, COO Jörg Eilenstein und Director Vendor Development and Operations Rocco Frömberg, was genau dahinter steckt.

(V. l.) TIM-COO Jörg Eilenstein, CEO Tim Henneveld und Director Vendor Development and Operations Rocco Frömberg gehen von weiterem Wachstum in diesem Geschäftsjahr aus.(Bild:  Vogel IT-Medien)
(V. l.) TIM-COO Jörg Eilenstein, CEO Tim Henneveld und Director Vendor Development and Operations Rocco Frömberg gehen von weiterem Wachstum in diesem Geschäftsjahr aus.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Mit 885 Millionen Euro Umsatz hat die TIM im vergangenen Geschäftsjahr einen neuen Meilenstein erreicht – „unser höchster Umsatz bisher. Das übertraf sogar unsere Planung“, erklärt CEO Tim Henneveld. Das bedeutet ein Wachstum von circa 5 Prozent. Besonders erfreulich aus Sicht des Value Added Distributors aus Wiesbaden: „Dabei sind wir nicht nur mit einem, sondern mit einer breiten Palette an Herstellern gewachsen“, teilt Henneveld mit.

Die Wachstumstreiber waren dabei klar definiert: Während sich der Infrastrukturbereich normal entwickelte, verzeichnete TIM bei Cyber Resilience und Security überproportional starke Zuwächse, wie COO Jörg Eilenstein betont. Innerhalb der Infrastruktur dominiert weiterhin das Servergeschäft. „Das Servergeschäft war besonders stark, Storage folgt dem Server. Diese Dynamik prägt derzeit unsere Wahrnehmung“, so Director Vendor Development and Operations Rocco Frömberg.

Strategische Portfolio-Erweiterungen

Das Jahr 2024 stand bei TIM im Zeichen gezielter Portfolio-Ergänzungen. „Im Februar kam Wasabi dazu, im Mai BeyondTrust und Ende Mai CrowdStrike im Security-Bereich“, erläutert Eilenstein. Diese Partnerschaften folgen einem klaren Konzept: „Sie vervollständigen unseren Fokus auf das sichere hybride Datacenter und geben Partnern gleichzeitig neue Gesprächsthemen mit ihren Kunden – etwa das Plattform-Geschäft im Security-Bereich.“

KI als neuer Workload

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in IT-Lösungen stellt die Branche vor neue Herausforderungen. TIM begegnet diesem Trend pragmatisch: „Das ist für uns zunächst eine Verbesserung des Produkts“, so Henneveld. „Wir fokussieren uns auf die Technologie und betrachten KI als Workload mit spezifischen Anforderungen, die wir mit unseren Lösungen, Technologien und Knowhow erfüllen können.“

Frömberg sieht in KI jedoch einen fundamentalen Wandel: „KI bricht vieles in der IT-Infrastruktur auf und stößt interessante Diskussionen an: Workloads aus der Cloud zurückholen? Wo liegen die Daten? Ist KI überall der richtige Weg?“ Seiner Analyse nach führt die Entwicklung zurück zu mehr Eigenverantwortung: „Souveränität von Daten, das ist ein großes Thema. Und durch damit verbundene Security, Compliance und besonders Kosten geht es eher zurück in die eigene Verantwortlichkeit. KI ist teuer, weil sie auch Daten produziert und nicht nur mit vorhandenen Daten arbeitet.“ Zusammenfassend ist Frömberg überzeugt: „Workloads sind verschieden, und sie brauchen verschiedene Antworten – und KI braucht ihre eigene.“

Daneben bedingt KI auch neue Infrastrukturen und teilweise Tech-Refreshes – ein positiver Effekt für die Branche. „Hier beraten wir, wie eine leistungsfähige Infrastruktur aussehen kann und welche Hersteller was bieten und wofür geeignet sind, mit Blick darauf, wie Partner ihre Kunden positionieren wollen“, so Eilenstein.

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Meilenstein im Security-Markt?

Die Partnerschaft mit Crowdstrike markiert einen wichtigen Schritt in TIMs Security-Strategie. „Wir wollen uns im Security-Markt verbreitern und noch mehr Sichtbarkeit erlangen“, begründet Henneveld die Entscheidung. Die Zusammenarbeit sei eine „Win-Win-Situation für alle Seiten“, erklärt Eilenstein. Denn der Security-Anbieter möchte stärker über den Channel arbeiten. Während Crowdstrike den VAD beim Wachstum im Security-Segment unterstützt, bietet TIM unter anderem einen Mehrwert durch Knowhow und den Zugang zur Partnerlandschaft.

Die Komplexität der CrowdStrike-Plattform unterstreicht TIMs Rolle als VAD: „Die Falcon-Plattform hat 27 Module – unsere Aufgabe ist es, Partnern die Mehrwerte einzelner Module aufzuzeigen, gegebenenfalls zu beraten, welche Module für Kunden noch hinzukommen können, um sie noch besser zu schützen“, so Eilenstein.

Segmente wachsen zusammen

Ein zentraler Trend, den TIM beobachtet, ist die Konvergenz bisher getrennter IT-Bereiche. „Was auch zu beachten ist, ist das Themen mehr und mehr zusammenwachsen beispielsweise Infrastruktur und Security, beispielsweise Security und Backup“, erklärt Frömberg. „Seit einigen Jahren ist das Backup ebenso mit Security konfrontiert und Teil der Security. So wachsen Segmente zusammen, die zuvor getrennt betrachtet wurden. Und wir als TIM bilden die Brücke zwischen diesen Welten.“

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Digitale Souveränität als Umsatztreiber?

Auch der Ruf nach Digitaler Souveränität entwickelt sich zum Wachstumsfaktor. „Endkunden tragen diese Anforderung an Partner heran. Wenn EU-konforme, souveräne und gleichzeitig cloud-fähige Umgebungen gefordert sind, können wir entsprechende Technologien bieten oder Partner für eigene Cloud- und Managed-Services befähigen“, erläutert Eilenstein.

Henneveld sieht darin sogar einen direkten Umsatzbeitrag: „Das Thema treibt unsere Umsätze zudem an, da dadurch viele nicht unbedingt auf Hyperscaler, sondern auf On-Premises-Systemen setzen.“

Milliarden-Ziel in Sichtweite

In Anbetracht des vergangenen Geschäftsjahres und den neuen Partnerschaften plant TIM für das laufende Geschäftsjahr „wieder mit Wachstum – nach viereinhalb Monaten des aktuellen Geschäftsjahres sieht es auch danach aus“, so Henneveld. Das langfristige Ziel ist ambitioniert: „Wir wollen in zwei Jahren die Milliarde knacken.“

Die Wachstumsbereiche bleiben dabei konstant: Security, Server und Datamanagement. Henneveld sieht insbesondere im Security-Bereich noch viel Potenzial: „Bei Security gibt es so viele fragmentierte Lösungen, dass Erweiterungen Sinn ergeben – besonders für Zero Trust. An dieser Stelle möchten wir uns verbreitern, immer mit Blick auf unseren Schwerpunkt: das sichere hybride Datacenter.“ Eilenstein bestätigt: „Mit unserem Portfolio sind wir noch nicht am Ende. Wir sehen Raum für Weiteres in unserem Themenumfeld, nicht nur in Deutschland, sondern grundsätzlich für DACH.“

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