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Enterprise-Search plus KI Mindbreeze: Invertierter Index trifft auf Graphdatenbank

Autor: Dr. Stefan Riedl

Der Gründer und Chef von Mindbreeze setzt auf den indirekten Vertrieb und Software-­Hersteller aus dem Dokumenten-Umfeld, die ihre Lösungen mit „Inspire“ ausstatten wollen. Digitale Zwillinge werden hier per invertiertem Index und Graphdatenbank verknüpft.

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Daten im Kontext werden zu Informationen. Informationen im Kontext werden zu Wissen.
Daten im Kontext werden zu Informationen. Informationen im Kontext werden zu Wissen.
(Bild: © max_776- stock.adobe.com)

Die Marktforscher von Gartner sprechen von „Insight Engine“, die bei Forrester von „Cognitive Search“, wenn es um Produkte geht, die aus Enterprise-Search hervorgegangen sind und mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet wurden.

Das Kernprodukt: Inspire

Das Kernprodukt von Mindbreeze, einer Tochter von Fabasoft, heißt „Inspire“ und bedient diesen Markt. Mindbreeze Inspire gibt es als Appliance, die im Rahmen einer Technologiepartnerschaft mit Nvidia und Dell hergestellt wird.

Hat der Kunde vor allem Online-Daten­quellen wie SharePoint Online, ServiceNow oder Salesforce im Einsatz, ist auch die ­Nutzung eines Cloud-Services sinnvoll. Außerdem bieten das Unternehmen für ­Anwendungsfälle mit über einer Milliarde Dokumente auch eine Supercomputing-­Lösung an.

Digitale Zwillinge

Bei dieser Technologie wird stets ein so ­genannter Digital Twin in den Mittelpunkt gestellt. Das kann alles Mögliche sein: ein Bauteil, ein Kunde, ein Produkt, ein Mitarbeiter oder ein Wettbewerber. Die Software liefert Möglichkeiten, auf alle damit zusammenhängenden Entitäten, für die der Nutzer eine Zugriffsberechtigung hat, zuzugreifen. Von einer „360-Grad-Sicht“ ist hier die Rede.

Daniel Fallmann, Gründer und Geschäftsführer von Mindbreeze, erläutert: „Die vorliegenden Datenquellen werden dabei nicht geändert. Vielmehr generieren wir ­eine Art Metaebene für Wissensmanagement, um die Zusammenhänge zwischen den Digital Twins zu verdeutlichen.“

Zusammenhänge herstellen

Die Datenbasis bilden beispielsweise SharePoint, ein File- oder ein Mailserver. Die Software stellt dann, basierend auf einer Graphdatenbank, die Zusammenhänge zwischen den vorkommenden Entitäten her. „Seit 2005 arbeiten wir mit einer eigenen, selbstentwickelten Graphdatenbank, die auf Suche spezialisiert ist. Bei unserem größten Kunden werden so rund 2,7 Milliarden Dokumente gemanagt“, sagt Fallmann. Aus den Inhalten der Dokumente werden Zusammenhänge hergestellt. „Die Marke Mini würde per Graphdatenbank mit einer ‚Gehört zu‘-Verknüpfung an die Marke BMW gebunden. Diese Relationen haben auch eine gewisse Stärke, die sich zum Beispiel auch aus dem Grad der Zusammenarbeit ergibt. Wenn Mitarbeiter A mit Kunde B viele Mails austauscht, erhöht sich die Stärke der gefundenen Verknüpfung“, so Fallmann.

Invertierter Index

Sowohl unstrukturierte als auch strukturierte Daten werden dadurch geordnet verknüpft und in einem Index abgebildet. Hierbei wird mit einem „invertierten Index“ gearbeitet, bei dem ein bestimmtes Wort in einem Dokument als Referenz für die Verknüpfung herangezogen wird. In Kombination mit der Graphdatenbanktechnologie bildet Mindbreeze auf einer Metaebene besagte Verknüpfungen ab. Das System arbeitet dabei sowohl mit archivierten Daten sowie mit Livedaten.

Channel-Aktivitäten

„Wir haben vor rund vier Jahren damit angefangen, ein Programm für Value Added Reseller zu lancieren. Jetzt starten wir eine engere Zusammenarbeit mit Software-Herstellern“, sagt der Mindbreeze-Chef. Die Zusammenarbeit mit ISVs sei deswegen so interessant, weil die Lösung für Hersteller dokumentenlastiger Systeme, beispielsweise von Archiven oder CMS-Systemen mit Datenanalyse und Wissensmanagement aufgestockt werden können. Anders formuliert: ISVs müssen das Rad nicht selbst erfinden, sondern können vorhandenes Knowhow nutzen.

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Leitender Redakteur