Beratungsbedarf nimmt zu Managed Security Service Provider sind gefragt

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

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Cyberangriffe nehmen zu, IT-Security-Fachkräfte sind immer schwerer zu bekommen. Managed Security Service Provider (MSSP) können Unternehmen helfen, die Gefahr durch Cyberattacken und deren Folgen zu minimieren.

Das Geschäft mit Managed Security Services wird in den kommenden Jahren stetig zunehmen.(Bild:  Irene - stock.adobe.com)
Das Geschäft mit Managed Security Services wird in den kommenden Jahren stetig zunehmen.
(Bild: Irene - stock.adobe.com)

Wenn das eigene Unternehmen nicht über genügend interne personelle IT-Security-Ressourcen verfügt, kann die Auslagerung der entsprechenden Aufgaben an einen Dienstleister, sprich einen Managed Security Service Provider (MSSP), sinnvoll sein. Vor allem KMU haben häufig nicht die Kapazitäten eigenes Cybersecurity-Knowhow aufzubauen, weil die IT-Abteilung mit den Alltagsaufgaben bereits ausgelastet ist. „IT-Sicherheit wird komplexer. Eine effektive Cyberabwehr ist vor allem für kleine und mittelgroße Unternehmen intern kaum noch leistbar. Dementsprechend bauen wir unser Cybersecurity-Portfolio mit klarem Fokus auf As-a-Service-Angebote kontinuierlich aus“, so Alexander Ernst, Director Network, Communication & Security bei Cancom.

Was beschäftigt die Kunden?

Da in Kürze neue IT-Security-Gesetze in Kraft treten, Cyberversicherungen höhere Ansprüche stellen und nicht zuletzt die Gefahr einer Cyberattacke täglich wächst, kommen Unternehmen nicht um eine umfassende IT-Sicherheitsstrategie herum. „Unsere Kunden beschäftigt in puncto ­Security gerade das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 und die EU-NIS-2-Richtlinie, die spätestens im Oktober 2024 in allen Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden muss“, bestätigt ­Christian Grusemann, Business Manager IT-Security bei Bechtle. Bei den Kunden des Systemhauses Neam IT-Services, steht dagegen das Thema Awareness ganz oben auf der Agenda. „Mails sind nach wie vor Einfallstor Nummer eins“, weiß Neam-Geschäftsführer Kai Wittenburg.

Stark nachgefragt werden bei Neam derzeit auch KI-basierte EDR- und XDR-Lösungen. Herausfordernd sei dabei „die Integration der technolo­gischen mit den organisatorischen Punkten zu ­einem soliden Gesamtbild“, erläutert Wittenburg. Das Darmstädter Systemhaus SAC verzeichnet eine hohe Nachfrage nach zentralen E-Mail-Security-Lösungen und Awareness-Trainings. „Die Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter sensibilisieren, sodass sie mit den digitalen Medien sicher umgehen“, so Peter Menger, Vertriebsleiter bei SAC.

Security-Beratungsbedarf steigt

Vor Cyberangriffen ist niemand gefeit und IT-­Security ein hochkomplexes Thema. „Cyberkriminelle greifen global agierende Konzerne ebenso an wie den deutschen Mittelstand und öffentliche Auftraggeber“, spricht Grusemann das heikle Thema aus. Und obwohl laut einer Bitkom-Studie ­Unternehmen im Jahr 2022 immerhin neun Prozent für die IT-Sicherheit ausgaben, ist dies eine Steigerung von nur zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bitkom-Präsident Achim Berg sieht die IT-Security als Chefsache: „Bei den Ausgaben für IT-Sicherheit müssen die Unternehmen dringend zulegen. Die Erkenntnis, welche dramatischen Folgen ein erfolgreicher Angriff haben kann, ist längst da – den notwendigen Schutz davor gibt es aber nicht zum Nulltarif.“

Der Beratungsbedarf war noch nie größer.

Christian Grusemann, Bechtle

Die Unternehmen sähen zwar die „Wichtigkeit und Dringlichkeit selbst im Unternehmen etwas zu tun. Sie sind sich aber nicht immer des Umfangs bewusst. Hier bedarf es an Beratung“, kommentiert Menger. Grusemann meint sogar, „dass der Beratungsbedarf noch nie größer war“. Homeoffice und die Cloud forderten neue Konzepte im Bereich der Security-Architektur. „Das betrifft aber nur den Bereich der Prävention – Unternehmen müssen darüber hinaus in Konzepte und Technologien zur Detektion von und Reaktion auf Cyberangriffe investieren. Wenn man diesen Komplex von Ende-zu-Ende abdecken will, ist Beratung eine hochrelevante Dienstleistung“, führt Grusemann aus.

Cloud vs. On-Prem

Cloud Services oder hybride Dienste haben sich inzwischen als Standard durchgesetzt. 95 Prozent der SAC-Kunden nutzen diese. Auch die Wirtschaftsunternehmen, die mit dem Osnabrücker Systemhaus PCO zusammenarbeiten, sind davon überzeugt. „Leider sind die öffentlichen Unternehmen bisher noch sehr zurückhaltend und haben noch viele On-Premise-Lösungen installiert“, moniert Christian Gäbel, Business Development Manager Information Security bei PCO. Menger nennt die Branchen Rechtsanwälte, Steuerberater und Ärzte als Kandidaten, „die gerne noch On-Prem arbeiten möchten“.

Die Nachfrage nach Managed Security Services und SOC-Leistungen steigt, darin sind sich alle einig. „Die Überwachung von Sicherheitsereignissen, die Erfassung und Untersuchung und Auslösung von Alarmen kann der Kunde in in der Regel nicht selbst leisten“, erklärt Menger. „Die ­Connexta-Gruppe, zu der Neam seit 2021 gehört, stärkt ihre IT-Systemhäuser gezielt durch IT-Security-Spezialisten“, verdeutlicht Wittenburg die Entwicklung. Und auch Bechtle verzeichnet einen Zuwachs und bietet den Kunden deshalb Managed Security Services auch bei Incident Response und Forensik. Hier liefert das Neckarsulmer Systemhaus die Unterstützung aus dem hauseigenen ­Cyber Defense Center.

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