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IT-Zeitmaschine LAN-Partys und Nanobots

Autor: Dr. Stefan Riedl

Mario Dönnebrink, CEO bei d.velop erinnert sich An Windows 3.11 for Workgroups, LAN-Parties und den ewigen Streit zwischen Redhat und Suse. Für die Zukunft erwartet er ein – wenn man so will – Verschmelzen von Mensch und Maschine, beispielsweise durch Nanobots.

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Mario Dönnebrink, CEO, d.velop
Mario Dönnebrink, CEO, d.velop
(Bild: d.velop)

Was kommt Ihnen spontan in den Sinn, wenn Sie an die IT in den letzten 25 Jahren denken?

Dönnebrink: Spontan kommen mir da Dinge in den Sinn, von denen heute einige zum Schmunzeln anregen oder sogar ein wenig wehmütig machen: Intel 486 Rechner ohne Netzwerkbetriebssystem und dann: Windows 3.11 for Workgroups und Linux, BNC-Kabel und LAN-Partys! Apropos Party: CeBIT-Messestaus und -Messepartys. Ich denke an den „Jahr-2000-Bug“, der in fast allen Fällen keiner war – aber gut für das Wachstum der Branche. Mir fallen Linux Betriebssysteme ein und der ewige Zwist: Redhat vs. Suse, OS/2, Sun Solaris, Novell Netware, Unix. Windows würde sich im Übrigen niemals durchsetzen, weder am Desktop, noch bei den Servern, genau wie das Internet sich nicht durchsetzen würde, und das obwohl ich doch bereits 1994 mit viel Aufwand eine Website und E-Mailadresse eingerichtet hatte und mit rasend schnellen 14.400 Bit/s unterwegs war. Heute dagegen sprechen wir darüber, wirklich alles zu vernetzen und wie schnell und in welchen Bereichen KI uns unterstützen kann. Die Spannbreite dieser Entwicklungen ist gewaltig.

Welche Zukunftsvision schwebt Ihnen für die IT in 10 Jahren vor?

Dönnebrink: „Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“ Dieser Satz, der oft Mark Twain zugeschrieben wird, hat viel Wahres. Aber meine Prognose ist die folgende: Ich sehe extrem benutzerfreundliche, intuitive Systeme und Services, Eingabemöglichkeiten per Voice-Recognition und Eyetracking, vielleicht auch per Gedankensteuerung, wie sie bereits jetzt bei modernen künstlichen Prothesen möglich ist. Beginnend mit einem immensen Zuwachs an Wearables, die zunehmend Computer und Smartphone ersetzen werden, verschmelzen Mensch und Maschine immer mehr. Nanobots werden nicht nur in der Medizin Anwendungsgebiete finden. Software und im Besonderen KI wird also in alle Lebensbereiche, auch für die Verrichtung anspruchsvoller und kreativer Aufgaben, vordringen und ihr Einsatz immer selbstverständlicher, einfacher, aber auch effektiver werden. Die Produktivität wird dadurch stark zunehmen, die menschliche Arbeit wird abnehmen. Nein, das ist kein Horrorszenario, sondern eine sehr positive Entwicklung – sofern dies gesellschaftlich und politisch von Beginn an konstruktiv gestaltet wird.

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Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

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Leitender Redakteur