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Erste Geräte noch in diesem Jahr möglich Kommt bald das Qualcomm-Smartphone?

| Redakteur: Michael Eckstein

Bislang ist Qualcomm einer der Hauptlieferanten von Prozessoren und Modems für Mobilgeräte anderer Hersteller. Nun erwägt das Unternehmen offenbar mit einem eigenen Gerät den Einstieg in den Smartphone-Markt. Eine Kooperation mit Asus soll dabei helfen.

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Daddel-Plattform: Die Plus-Variante des Snapdragon 865 – Qualcomms aktuellen Top-SoCs – treibt das Asus ROG Phone 3 an. Der Nachfolger 875 könnte in einem Qualcomm-Smartphone zum Einsatz kommen.
Daddel-Plattform: Die Plus-Variante des Snapdragon 865 – Qualcomms aktuellen Top-SoCs – treibt das Asus ROG Phone 3 an. Der Nachfolger 875 könnte in einem Qualcomm-Smartphone zum Einsatz kommen.
(Bild: Qualcomm)

Auf dem „Snapdragon Tech Summit“ wird Qualcomm Anfang Dezember voraussichtlich seine neue Snapdragon-875-Plattform vorstellen. Hardwareseitig handelt es sich dabei voraussichtlich um einen der ersten im 5-nm-Verfahren mit extrem ultravioletter Belichtung (EUV) bei Auftragfertiger TSMC hergestellten System-on-a-Chip-(SoC-)Baustein, der den neuen Hochleistungskern Cortex-X1 von ARM einsetzt. Der Snapdragon 865 entsteht noch im N7P-Verfahren mit klassischer Immersionlithographie (DUV).

Die Vorstellung könnte der Spezialist für Mobile-Plattformen zum Anlass nehmen, mit einem eigenen Modell in den Smartphone-Markt einzusteigen. Als erster hat das Branchenportal Digitimes über diesen möglichen Schritt berichtet. Noch Ende 2020 könnten demnach erste Geräte erhältlich sein.

Kooperation mit Asus

Dazu werde das Unternehmen mit dem taiwanesischen Asus-Konzern (Asustek Computer) kooperieren, heißt es. Asus ist als Produzent von PCs, Notebook und Zubehör bekannt, hat mit den ZenFones auch eigene Smartphones im Programm.

Bislang bietet Qualcomm Referenzdesigns für seine Mobile-Plattformen an. Der Schritt hin zu einem eigenen Smartphone dürfte mit einem erfahrenen Entwicklungspartner an der Seite also keine allzu großen Kopfschmerzen bereiten.

Solides Kühlkonzept für großes Leistungspotenzial

Wie Digitimes berichtet, soll aus der Liaison zunächst ein Gaming-Smartphone entstehen. In diesem Marktsegment ist Asus bereits mit seinen „Republic of Gamers“-(ROG-)Geräten vertreten. Entsprechend weiß man bei Asus, worauf es bei diesen sehr speziellen Endgeräten ankommt: ein Display mit hoher Bildwiederholfrequenz, ein solides Kühlkonzept, ein großer Akku, erweiterte Einstellungsmöglichkeiten und mehr.

Hinzu kommt: Das aktuelle Topmodelle der ROG-Baureihe, das ROG Phone 3, basiert auf dem Snapdragon 865 Plus, Qualcomms derzeitigem 5G-fähigem Topmodell. Dessen CPU taktet laut Qualcomm nominell mit bis zu 3,1 GHz und erreicht eine Gaming-Performance, die noch vor wenigen Jahren einem ausgewachsenen Spiele-PC gut zu Gesicht gestanden hätte.

Einstieg in einen gesättigten Endkundenmarkt

Vor dem Hintergrund der anstehenden Übernahme von ARM durch Nvidia wird es interessant sein zu sehen, wie Nvidia mit der ARM-Grafiklösung Mali umgeht. Gut möglich, dass es diese zurückstellt, um die eigenen GeForce-Grafikkerne stärker im Mobile-Markt zu etablieren. Qualcomm könnte dies zum Anlass nehmen, verstärkt die GPU-Kerne seiner Adreno-Familie einzusetzen. Im Snapdragon 875 wird voraussichtlich der Adreno 660 Grafikdaten aufbereiten.

Mit einem eigenen Modell würde Qualcomm in einen Markt eintreten, den Huawei, Samsung, Apple und Xiaomi mit jeweils zweistelligen Anteilen beherrschen – und der bereits gesättigt ist. Laut Marktforscher IDC sind die Gesamtumsätze im zweiten Quartal 2020 um 16,6 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal im Vorjahr eingebrochen. Die Konzentration Qualcomms auf ein lukratives, schmales Vertikalsegment erscheint vor diesem Hintergrund sinnvoll.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal Elektronik Praxis.

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