Wer hält den Schalter?
Anthropic-Sperre zeigt Europas digitale Abhängigkeit

Von Natalie Forell 7 min Lesedauer

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Ohne Vorwarnung verloren deutsche Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen den Zugang zu Anthropics KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5. Der Grund ist eine US-Exportkontrolle. Höchste Zeit also, Europas Abhängigkeiten ernst zu nehmen.

Seit Jahrzehnten gelten US-Exportkontrollen für Chips und Rüstungsgüter. Nun werden sie erstmals auch auf KI-Modelle angewendet und beeinträchtigen damit die Handlungsfähigkeit Europas direkt.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Seit Jahrzehnten gelten US-Exportkontrollen für Chips und Rüstungsgüter. Nun werden sie erstmals auch auf KI-Modelle angewendet und beeinträchtigen damit die Handlungsfähigkeit Europas direkt.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Als Anthropic am 13. Juni 2026 seine KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 abschaltet, wird eine unbequeme Frage zur neuen Realität: Wie sehr beeinflussen US-amerikanische Gesetze die Handlungsfähigkeit Europas?

Update

Freigabe der KI-Modelle zum 01. Juli 2026

Am 30. Juni 2026 veröffentlichte Anthropic ein offizielles Statement dazu, dass die beiden Modelle Fable 5 und Mythos 5 am folgenden Tag wie weltweit freigeschaltet werden. Der Grund dafür ist, dass die Exportkontrollen wieder aufgehoben wurden. Auf ihrer Website veröffentlicht der Hersteller daraufhin einen Beitrag, in dem sie den Zeitstrahl der Entwicklung der Modelle, die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen sowie die Zusammenarbeit mit der US-Regierung aus ihrer Sicht erklären.
Die Frage nach Deutschlands Abhängigkeit bleibt im Raum. Was passiert beim nächsten Mal, wenn die US-Regierung scheinbar willkürlich bestimmten Gruppen den Zugang zu einer Technologie entzieht?