Wer hält den Schalter?
Anthropic-Sperre zeigt Europas digitale Abhängigkeit

Von Natalie Forell 7 min Lesedauer

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Ohne Vorwarnung verloren deutsche Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen den Zugang zu Anthropics KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5. Der Grund ist eine US-Exportkontrolle. Höchste Zeit also, Europas Abhängigkeiten ernst zu nehmen.

Seit Jahrzehnten gelten US-Exportkontrollen für Chips und Rüstungsgüter. Nun werden sie erstmals auch auf KI-Modelle angewendet und beeinträchtigen damit die Handlungsfähigkeit Europas direkt.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Seit Jahrzehnten gelten US-Exportkontrollen für Chips und Rüstungsgüter. Nun werden sie erstmals auch auf KI-Modelle angewendet und beeinträchtigen damit die Handlungsfähigkeit Europas direkt.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Als Anthropic am 13. Juni 2026 seine KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 abschaltet, wird eine unbequeme Frage zur neuen Realität: Wie sehr beeinflussen US-amerikanische Gesetze die Handlungsfähigkeit Europas?

Die Anweisung aus Washington

Es war kein konkreter Sicherheitsvorfall, kein Systemausfall und auch keine Wartung, aber trotzdem verloren Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen den Zugang zu zwei KI-Modellen von Anthropic. Ohne Vorwarnung oder Übergangsfrist und das weltweit. Der Grund ist eine Direktive aus Washington. Das US-Commerce Department wies Anthropic an, den Zugang zu Fable 5 und Mythos 5 für alle nicht-amerikanischen Staatsbürger innerhalb und außerhalb der USA zu sperren. Und das gilt auch für alle ausländischen Mitarbeiter und Entwickler des Unternehmens selbst.