Arbeitsmarktstudie von Robert Half Kleine Unternehmen setzten weiterhin auf Homeoffice

Autor: Heidi Schuster

Die Mitarbeiter sind mit mobilen Geräten ausgestattet worden und die Arbeit aus dem Homeoffice funktioniert häufig besser als angenommen. Deshalb verzichtet künftig die Hälfte aller deutschen Unternehmen auf eine Anwesenheitspflicht im Büro, wie eine Umfrage von Robert Half ergeben hat.

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Hybride Arbeitsplatzmodelle kommen besonders in kleinen Unternehmen gut an.
Hybride Arbeitsplatzmodelle kommen besonders in kleinen Unternehmen gut an.
(Bild: © Marina Zlochin - adobe.stock.com)

Die pandemiebedingte Homeoffice-Pflicht ist seit Ende Juni beendet und dennoch kehren nicht alle Angestellten zurück ins Büro, denn in vielen Unternehmen bleibt das Homeoffice auch nach der Pandemie (zumindest als Hybrid-Modell) bestehen. Die Gründe: Zum einen hat es mit der Arbeit fern der Arbeitsstätte in vielen Fällen besser geklappt, als erwartet und außerdem wurden die meisten Arbeitskräfte mit dem notwendigen Equipment ausgestattet.

Die Arbeitsmarktstudie von Robert Half zeigt: Rund die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland (51 %) verzichtet aktuell auf die Anwesenheitspflicht im Büro. Besonders kleinere Unternehmen gaben in der Studie an, nicht auf eine Präsenzpflicht zu bestehen (60 %). Bei den großen Unternehmen sind es hingegen nur 43 Prozent.

Kleine Unternehmen haben Vorteile

„Größeren Unternehmen scheint der Umstieg auf neue Arbeitsmodelle etwas schwerer zu fallen. Eine ausreichende Digitalisierung großer Unternehmen oder Konzerne als Voraussetzung für hybride Arbeitsmodelle kostet in der Regel viel Geld und vor allem Zeit. Kleinere Unternehmen sind hier im Vorteil“, sagt Emine Yilmaz, Vice President bei Robert Half.

Zwei Drittel (65 %) der deutschen Unternehmen gaben in der Arbeitsmarktstudie an, dass derzeit über 30 Prozent der Belegschaft ausschließlich von zu Hause arbeiten. Auch hier macht sich ein Unterschied zwischen kleinen und großen Unternehmen bemerkbar: Bei 76 Prozent der kleinen Firmen arbeitet über ein Drittel der Beschäftigten ausschließlich remote, bei großen sind es lediglich 50 Prozent.

Geht es nach fast jedem zweiten Unternehmen (44 %), bleibt Homeoffice in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Arbeitskultur. Sie denken, dass auch nach der Pandemie mehr als ein Drittel ihrer Mitarbeiter von zu Hause arbeiten wird. Ein Unterschied bei der Unternehmensgröße zeigt sich hier ebenfalls: Bei kleinen Unternehmen geht mehr als die Hälfte der Manager (57 %) davon aus, dass über ein Drittel der Belegschaft auch zukünftig remote arbeitet. In großen Unternehmen sind nur 31 Prozent dieser Meinung.

Kleinere Büroflächen in Planung

Diese Einschätzung hat auch Auswirkungen auf die Nutzung der Büroräume: So denken 43 Prozent der Befragten darüber nach, ihre Büroflächen künftig zu reduzieren. 37 Prozent überlegen sogar, komplett auf Büros zu verzichten. Jeweils etwa jedes dritte Unternehmen möchte in neue Räumlichkeiten umziehen, um sich den veränderten Bedürfnissen anzupassen, oder erwägt die Schließungen einzelner Büros.

„Die Arbeitsmarktstudie zeigt, dass die Pandemie viele Unternehmen zum Umdenken gezwungen hat. Mitarbeiter oder auch potenzielle Kandidaten erwarten inzwischen von einem modernen Unternehmen, dass die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, auch über die Pandemie hinaus besteht. Arbeitgeber müssen sich also nicht die Frage stellen, ob, sondern wie und nach welchen Prinzipien hybrides Arbeiten zukünftig ermöglicht wird“, so Yilmaz.

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Redakteurin, Online CvD, Vogel IT-Medien