Service Provider Summit 2024 KI, Cloud und wie man ein Ökosystem baut

Von Mihriban Dincel 5 min Lesedauer

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Zum 13. Mal trafen sich zahlreiche CEOs und Vorstände der Service Provider und Systemhäuser auf dem Petersberg zum Service Provider Summit 2024. Das Event hatte das Ziel, Wissen zu vermitteln, Einblicke zu gewinnen, Geschäftsmöglichkeiten für Service Provider zu fördern und insbesondere sich untereinander auszutauschen.

Die stolzen Award-Gewinner des Service Provider Summits 2024 (Bild:  Vogel IT-Akademie / Manuel Emme)
Die stolzen Award-Gewinner des Service Provider Summits 2024
(Bild: Vogel IT-Akademie / Manuel Emme)

Ein eleganter Bankettsaal mit vielen Fenstern, die einen wunderschönen Ausblick auf den Rhein bieten. In dieser Traumkulisse trafen sich um die 120 Teilnehmenden zum 13. Service Provider Summit 2024 – auf dem Bonner Petersberg. Und was den Terrassengängern und Ausblickbegeisterten aufgrund des Wetters verwehrt blieb, machte die kurzweilige und interaktive Agenda des Summits wieder wett. Neben wissenswerten Vorträgen und Möglichkeiten zum Austausch, konnten die Teilnehmenden bei einem Lego Serious Play ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Dabei interpretierten die einzelnen Gruppen den Service Provider der Zukunft und bauten ein Modell. Ob der Kunden darin nun das Gefühl haben sollte am Steuer zu sitzen, wirklich am Steuer saß oder den Mittelpunkt des Modells darstellte – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Nicht zum Hersteller-Spielball werden

Abgesehen vom Serious Play wurde auch Serious gesprochen und diskutiert. Ein wiederkehrendes Thema auf dem Summit war die Abhängigkeit von Hyperscalern und Herstellern. So stand der Roundtable mit Yves Sandfort, CEO Comdivision, genau unter diesem Namen: „Hersteller und Hyperscaler diktieren neue Regeln – wie kann ich als Service Provider meine Alleinstellung behalten?“ Insbesondere die Übernahme von VMware durch Broadcom hatte vielen Service Providern in den letzten Monaten Sorgen bereitet. Sie sind oft Spielbälle der Hersteller und müssen sich vermehrt darauf einstellen, strategisch klug zu reagieren, wenn Hyperscaler oder Hersteller plötzlich die Spielregeln ändern. Die Teilnehmer schlugen vor, Exit-Klauseln einzurichten und die eigene Positionierung zu überdenken. Ein SLA-orientierteres Denken könnte künftig eine größere Rolle bei den strategischen Überlegungen spielen. Nach dem Chaos um VMware steht bereits die nächste Mammutaufgabe für Service Provider bevor, nämlich die drohenden Preiserhöhungen bei der Pay-as-you-go-Subscription für Citrix-Partner.

Künstliche Intelligenz war ebenso Gegenstand der Diskussionen auf dem Petersberg. Potenziale für die Automatisierung von Prozessen wurden festgehalten, aber auch das Wachstum der Gefahren für die Cybersicherheit identifiziert. In Roundtables tauschten sich die Teilnehmer über die Erwartungen an die Technologie und deren Umsetzung in der Realität aus. Während der Ressourcenbedarf und der Energieverbrauch der KI Rechenzentren vor große Herausforderungen stellen, darf auch das Thema Nachhaltigkeit nicht vernachlässigt werden.

Nachhaltigkeit war auch das Stichwort in Olivia Falkenstein, Sustainability Partner bei Dunn & Falkenstein Consulting, Vortrag „Hat IT einen Platz am Nachhaltigkeits-Tisch?“ Darin vermittelte sie die Bedeutung von IT im Nachhaltigkeitsmanagement, ging auf die Compliance und regulatorische Anforderungen ein, welche auf die Service Provider zukommen, und sprach über das Innovationspotenzial durch Cloud und KI. Ein eigenes Unternehmensbeispiel präsentierte hier Matthias Blatz, CEO bei Heidelberg IT Management, mit dem Colocation-Rechenzentrum im 3D-gedruckten „Wavehouse“.

Ohne Ökosysteme geht es nicht

Ein Wort, dass im Rahmen des Summits mehrfach fiel: Ökosysteme. So eröffnete Prof. Dr. Julian Kawohl das Event mit seinem Vortrag zu diesem Thema, sprach über die Bedeutung von Ökosystemen und zeigte anhand von Beispielen, Strategien zur Entwicklung eines strukturierten Ökosystemportfolios. Er intensivierte diese Thematik anschließend in einem Roundtable. Und ein weitere Roundtable mit Klaus Kaiser, Marketing Lead der Teccle Group, schlussfolgerte, dass es zunächst zu klären gilt, welche Rolle jeder einzelne in eine Ökosystem einnimmt und dass Flexibilität an dieser Stelle die Quintessenz ist.

Datenökosysteme und die Rolle der Cloud-Wirtschaft waren Gegenstand im Vortrag von Andreas Weiss, Geschäftsführer Eco Verband der Internetwirtschaft e.V. Er ging dabei unter anderem auf kollaborative Ökosysteme im Spannungsfeld von europäischer Digitalwirtschaft und Global Playern ein.

Cybersicherheit und Souveränität im Fokus

Ebenso wurde die Cybersecurity nicht vernachlässigt. Marc Schüler, Partner Account Manager bei DCSO, präsentierte in der Session „Digital Firefighting – was wir aus Cyberkrisen gelernt haben“ einige Case Studies. Dabei kristallisierte sich heraus, dass Krisenkommunikation das A und O im Ernstfall ist und bereits die ersten eingeleiteten Schritte entscheidend für den Ausgang sein können. Ein Gesamtüberblick über die derzeitigen Security-Herausforderungen gab Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Research Director Cyberintelligence.institute. Der Vortrag verdeutlichte, wie eng die Cybersicherheitslage und politische Ereignisse zusammenhängen.

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Auf einen kleinen Ausflug in die Sportwelt entführte Andreas Sturm, Chief Business Development Officer DE-CIX. Er präsentierte die Online-Zuschauerzahlen verschiedener Sportevents und ging in diesem Zusammenhang darauf ein, wie wichtig eine stabile digitale Infrastruktur ist, wie sie gelingen kann und was dabei beachtet werden sollte.

Zudem folgten Impulse aus dem Teilnehmerkreis durch Daniel Hagemeier, CEO Dogado, der über die neuen Bedürfnisse der SMB Kunden informierte. Martin Hörhammer, CEO Medialine, ging auf unterschiedliche Herausforderungen und Aufgaben ein, wie die eigene Relevanz weiter auszubauen oder eine neue Generation an Fachkräften zu fördern und zu binden. Und Benedikt Scherzinger, Leiter StackIT Partner Sales bei Schwarz IT, präsentierte in seinem Impulsvortrag die vier Säulen der Souveränität: Cloud, Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und Kommunikation.

Diskussionen und Trophäen

Der erste Tag des Service Provider Summits endete mit einem Panel, moderiert von Michael Hase, EuroCloud, Eco-Verband, zum Thema „Get Ready for the Next Gen Cloud Provider!“ Das Panel beschäftigte sich mit der Zukunft der CSPs und dem Zusammenspiel der Großen und Kleinen auf dem Markt. Die Diskussionsteilnehmer stellten den anhaltenden Trend zu Hybrid- und Multicloud-Umgebungen in den Mittelpunkt. Besonders betont wurde der offene Austausch unter Mitbewerbern. Nils Kaufmann, Geschäftsführer der VSHosting, hielt fest, dass der Cloud-Zoo immer größer werde und die Frage, welcher Workload in welche Cloud gegeben werde, immer schwieriger zu beantworten sei. Am Ende bestimme der Workload die Plattform und nicht umgekehrt. Die Runde war sich einig, dass es bei einem erfolgreichen Cloud Provider in erster Linie auf die passende Strategie und nicht auf eine Mindestgröße ankommt.

Am Abend des ersten Tages folgte dann ein weiteres Highlight: Die Award-Verleihung, bei der sich so einige Teilnehmer über eine Trophäe freuen durften.

Die Bilanz ist positiv und der Summit ging reibungslos über die Bühne auch dank der Unterstützung folgender Partner: Arista, Arrow & Huawei, Cloudian & RNT Rausch, DCSO, Digital Realty, Echo, Emma, Eset, F5, Fujitsu, HPE, Impossible Cloud, Lenovo, Octupus, Radware, TD Synnex und WatchGuard.

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