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IT-Security

Am Ende braucht man immer ein Backbone und Bandbreite

Juniper, die Multicloud und 5G

| Autor: Sylvia Lösel

5G ist auch für Netzwerk-Anbieter ein lukrativer und zukunftsträchtiger Markt.
5G ist auch für Netzwerk-Anbieter ein lukrativer und zukunftsträchtiger Markt. (Bild: © yeongju jo - stock.adobe.com)

Auch wenn viele bei 5G und WLAN nicht an traditionelle Netzwerk-Unternehmen denken, sind es gerade diese, die von den enormen Technologie-Umbrüchen am meisten profitieren könnten. Denn irgendwo treffen auch mobile Übertragungswege auf das Netzwerk.

Das Channel-Geschäft von Juniper läuft. Man sieht Bert Zeleken, EMEA-Channel-Chef bei Juniper, die Freude darüber an. Denn er ist es, der hier in den vergangenen zwei Jahren die Weichen gestellt hat. Als Belohnung wurde er jetzt auch prompt auf eine Europa-Position befördert. „Auch wenn es fast langweilig klingt: Wir machen weiter wie bisher. Denn das ist die beste Nachricht, die man dem Partnermarkt machen kann. Inkonsistenzen führen zum Vertrauensbruch“, ist er sicher. Das Ziel sei weiterhin, in Bezug auf den Umsatz, schneller zu wachsen als der Markt. Damit dies gelingt setzt der amerikanische Hersteller auf die Multicloud, besser gesagt auf das Management eben dieser. „Einige Partner gehen bereits den Weg in Richtung Managed Services. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Ausprägungen, zum Beispiel in Richtung Security oder Infrastruktur.“ Manche Partner würden auch eigene Datacenter aufbauen, um Cloud-Lösungen anbieten zu können. „Wir liefern dann die Kommunikationsbasis dafür, und wir haben das Management- und Orchestrierungsportfolio.“

SD-WAN ist ein großes Thema

Zugute kommen Juniper dabei die traditionell guten Verbindungen zu Redhat/IBM und neuerdings auch zu Nutanix. „Mit unserem Angebot haben wir dadurch ein gutes Alleinstellungsmerkmal im Open-Systems-Markt“, argumentiert Zeleken. Denn egal wohin die Reise gehe – ob 5G, Wireless oder Cloud – am Ende seien immer ein Backbone und Bandbreite nötig. So verändere sich der Markt auch im Rahmen der Cloud. Diese werde immer weniger zentralisiert gesehen, sondern splitte sich in dezentrale Strukturen auf. Und eben dies machen dann künftig ein einfaches und solides Management nötig. „Und da wird es keine Funkverbindung geben, sondern direkte Verbindungen. SD-WAN ist deshalb für uns ein ganz großes Thema. Wir haben extrem viele Anfragen auch von Kunden, die bisher auf andere Produkte gesetzt haben, weil wir das im Rahmen des Multi-Cloud-Offerings anbieten. Unsere Lösung ist einfacher umzusetzen und sie funktioniert.“ SD-WAN sei eine interessante Alternative zu den bisherigen Weitverkehrslösungen, ist Zeleken überzeugt. Denn diese seien teuer und unflexibel. „Man verspricht sich von SD-WAN eine managebare Lösung, um Enterprise-Einheiten zu verbinden. SD-WAN ist aufgrund von Bandbreiten-Sharing kostengünstiger, bedarfsorientiert, flexibler und kann maßgeschneidert angeboten werden. Wir haben Lösungen in Zusammenarbeit mit Vodafone oder der Telekom.“

Die Distribution ist gefordert

Mit den rasanten Veränderungen im Markt, so Zeleken, sei aber auch die Distribution gefordert. „Wenn Distributoren Partner und Kunden rund um die Segmente Cloud und Services bedienen wollen, dann müssen sie überlegen, welche Services sie bringen können. Und da gäbe es genügend Auswahl. Denn viele Dinge wollen Partner oder Service Provider eigentlich gar nicht selbst leisten.“ Als Beispiel nennt er den Herstellersupport. Und fordert im gleichen Atemzug: „Da müssten in der Distribution Units aufgebaut werden, um genau diesen Bedarf zu decken. Und da sehe ich im Moment nicht so viele, die als Value Add genau diesen Bedarf bedienen.“ Es gebe Partner, die gerne mehr mit der Distribution arbeiten würden. Aber sie würden dort Services vermissen, die über die Logistik hinausgehen. „Man könnte ganze Listen dafür erstellen. Diese könnten vom Basissupport, über den Austausch im 1st- und 2nd-Level gehen. Wenn ich als Distributor anfange darüber nachzudenken, einen Service Provider zu bedienen – welcher im Grundsatz ja ein Endkunde ist – dann muss ich mir darüber klar sein, dass ich auch diese Units aufzubauen habe. Da sollte man sich auch mal mit seinen Partnern unterhalten, was diese brauchen. Denn bislang gehen viele Diskussionen um Marge. Das ist der falsche Ansatz. Es geht um Service und Leistung. Und dann habe ich eine Value-Diskussion – aber die sehe ich im Moment nicht."

Zusammenarbeit mit Ericsson

Auch beim Thema 5G setzt Juniper auf Synergien. In diesem Fall hat man sich nun mit dem schwedischen Unternehmen Ericsson zusammengetan. „Wir ergänzen unsere Produktportfolien gegenseitig und runden das als gemeinsames Offering ab. Somit können wir den gesamten TK-Markt adressieren“. Denn es mache keinen Sinn, diesen Weg alleine zu gehen. 5G setze ein extremes Knowhow an Kommunikationslösungen voraus. „Wie sehen denn die Netzwerke der Zukunft aus? Das sind wahrscheinlich keine statischen, sondern mobile. Jedes Auto kann eine Zelle sein. Und so etwas setzt enorme Bandbreiten voraus. Dennoch wird irgendwo der Funk aufs Kabel treffen – auf die Glasfaser. Und dann muss das verteilt werden.“ Im Rahmen der Partnerschaft nutzt Juniper die Go-to-Market-Funktionen von Ericsson. Gleichzeitig integriert Ericsson die Juniper-Lösungen für Edge-, Core-, Security- und Network-Slicing als Teil seines End-to-End-5G-Transportportfolios. Ein Beispiel: Der SDN-Controller NorthStar von Juniper arbeitet mit der Ericsson Dynamic Orchestration zusammen und bietet damit eine Kontrolle vom Mobilfunkstandort bis zum PacketCore – einschließlich des Rechenzentrums-Gateways. Das Ergebnis: Konnektivitäts-Services in der Transport-Domain lassen sich automatisieren und in die End-to-End-Network-Slice integrieren. Der Wide Area Network Orchestrator (WANO) von Ericsson fungiert damit als hierarchischer SDN-Controller, der die Konnektivitäts-Services konfiguriert. Eine weitere Verbesserung wurde hinsichtlich der Security mit der Integration von Juniper in die Ericsson RAN-Angebote vorgenommen. Zusätzlich zum neu angekündigten 5G High Layer vRAN wurde die Ericsson-Sicherheitsfunktionalität durch die Juniper SRX- und vSRX-Gateway-Produkte als IPSec Security-Lösung ergänzt, um das Sicherheits-Framework über das gesamte Netzwerk hinweg zu erweitern. Zudem hat Juniper selbst neue Versionen seiner Metro-, Core- und Edge-Lösungen angekündigt (siehe Kasten). Brendan Gibbs, Vice President bei Juniper: „Service Provider benötigen Agilität, Kostenreduzierungen und neue Services, basierend auf 5G-Netzen. Damit sie diese Vorteile nutzen können, müssen sie ihre Infrastruktur, ihre Betriebsabläufe und ihre Services grundlegend verändern. Wir stellen die Bausteine zur Verfügung, die sie für die Entwicklung 5G-fähiger Netzwerke benötigen. Diese sollen einfach und agil sein und gleichzeitig die künftigen Traffic-Anforderungen erfüllen.

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