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Zukunft als pan-europäischer Distributor

Itancia-Gruppe kauft Partners in Europe auf

15.09.2010 | Autor / Redakteur: Stefan Riedl / Harry Jacob

Stéphane Courgeon (vorne links) und Michael Padberg (vorne rechts) mit PiE-Mitarbeitern vor dem Firmensitz in der bayerischen Ortschaft Wörthsee, nahe München
Stéphane Courgeon (vorne links) und Michael Padberg (vorne rechts) mit PiE-Mitarbeitern vor dem Firmensitz in der bayerischen Ortschaft Wörthsee, nahe München

Der französisch-stämmige Distributor Itancia expandiert über Zukäufe nach Deutschland und der Schweiz. Firmengründer Michael Padberg verkaufte den TK-Distributor Partners in Europe (PiE), sowie die Schweizer EGTel. Die Unternehmen sollen von einem breiteren Portfolio und mehr Marktmacht profitieren. Außerdem können nun Gebrauchtware und zusätzliche Wartungsdienstleistungen angeboten werden.

Die Übernahme von PiE durch die französische Itancia-Gruppe kam vergangenen Montag vertraglich in trockene Tücher. Am Mittwoch lud PiE zu einer Konferenz, um das neue Unternehmen vorzustellen. Mit dabei: Firmengründer und Verkäufer Michael Padberg und, als Vertreter der kaufenden Itancia Group, Stéphane Courgeon, Vice President für Sales und Marketing. Eine Botschaft lag den beiden besonders am Herzen: PiE soll für Itancia die Eintrittskarte für den deutschsprachigen Raum sein. Daher sei es ein langfristiges Abkommen, bei dem neben den bestehenden Kunden insbesondere die Mitarbeiter übernommen wurden – eben um hierzulande präsent zu sein.

Pan-europäische Distribution gefordert

Michael Padberg (re.) übergibt seine Firma an Stéphane Courgeon von Itancia, der die geschäfte übergangsweise leiten wird, bis ein neuer General Manager eingesetzt wurde.
Michael Padberg (re.) übergibt seine Firma an Stéphane Courgeon von Itancia, der die geschäfte übergangsweise leiten wird, bis ein neuer General Manager eingesetzt wurde.

Padberg formulierte es so: „Wir leben in einer globalisierten Welt. Um das langfristige Überleben für Partners in Europe zu sichern, braucht es eine pan-europäische Distribution, wie wir sie mit Itancia nun aufbauen“. Zu seiner eigenen Zukunft sagte er: „Ich werde mich künftig voll auf die Weiterentwicklung des Systemhauses PTC Telekom konzentrieren.“ Den Umsatz will Padberg „vervielfachen“, die Vertriebsaktivitäten auf Bayern begrenzt ausdehnen. Über den Kaufpreis und weitere Details wurde vertraglich Stillschweigen vereinbart. Für PiE wird derzeit folgerichtig ein neuer General Manager gesucht.

Eineinhalbjährige Suche beendet

Der Itancia-Vertreter Courgeon betonte die strategischen Vorteile für seine Gruppe: Um Global Player wie Siemens zu überzeugen, müsse man selbst zumindest ein pan-europäischer Player sein. Nun ist die Gruppe in Spanien, Portugal, Italien, Tunesien, Polen, Schweiz und Deutschland präsent. Seit 18 Monaten habe man sich bereits verschiedene Übernahmekandidaten angesehen, verriet Courgeon. Die Wahl fiel schließlich auf PiE und EGTel, weil so die regionale Abdeckung komplettiert werde und die übernommenen Unternehmen bereits zwei wichtige gemeinsame Kunden haben: Siemens und Alcatel.

Die gleiche „Denke“

Am wichtigsten sei jedoch gewesen, dass die Unternehmen ähnlich strukturiert sind und sich so organisatorisch gegenseitig gut erweitern. Padberg formuliert das wie folgt: „Für mich war wichtig, dass ich ein Unternehmen finde, das ganz nah an der Denke von PiE agiert“. Außerdem sei es ihm ein zentrales Anliegen gewesen, den Standort langfristig zu sichern. Padberg sprach von einem „Haifischbecken Distribution“, in dem die großen Player naturgemäß bessere Überlebenschancen haben sowie davon, dass er die Verantwortung gegenüber 50 Mitarbeitern täglich spürte.

Was gleich bleibt

Große Änderungen sind für die nächste Zeit nicht zu erwarten. Außer Firmengründer Padberg werden alle Mitarbeiter übernommen, die Ansprechpartner für Kunden bleiben also bestehen. Courgeon und Padberg haben zudem angedeutet, dass die Mietverträge für den Standort Wörthsee in der Nähe von München unangetastet bleiben. Courgeon räumte aber ein: Sollten die Räumlichkeiten zu klein werden, werde man sich etwas in der Nähe suchen, aber nicht weiter entfernt als 10 bis 20 Kilometer. Itancia verfolge die Philosophie, dass die Standorte in den einzelnen Ländern weitgehend eigenständig agieren. Das spiegelt sich beispielsweise bei den Firmenlogos wieder: Das PiE- sowie das EGTel-Logo bleiben fast gleich. Fast, denn statt „Padberg-Gruppe“ wird rechts unten künftig „Itancia Group“ stehen.

Was entstanden ist

Nach der Übernahme hat die Itancia-Gruppe 300 Mitarbeiter, die im laufenden Jahr 2010 einen Umsatz von angepeilten 80 Millionen Euro generieren. Schaut man sich die vergangenen Bilanzen an, fällt ein Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr auf, in dem nur 50 Millionen Euro umgesetzt wurden. Hier habe man strategisch gehandelt, erklärte Courgeon. Man habe sich auf besonders lukrative Geschäfte konzentriert und die Gewinne verdoppelt. So konnte man ein AAA-Ranking bei den Banken erzielen, was nötig war, um die anstehende Akquisition zu stemmen.

Die beiden Zukäufe PiE und EGTel werden auch in Zukunft alle Marken, die sie bisher ihren Kunden angeboten haben, weiterentwickeln. Dazu gehören Produkte, ITK-Lösungen und Zubehör der Siemens Enterprise Communications, Alcatel-Lucent, Aastra, Agfeo, Panasonic, Enterasys, Jabra, Plantronics und D-Link, gab das Unternehmen bekannt.

Was neu wird

Itancia wird die Produktangebote ab Oktober durch die Einbindung neuer Vertriebsverträge auf dem deutschen, österreichischen und Schweizer Gebiet „deutlich ausbauen“, wie es seitens PiE hieß.

Statt Abbau sind also Erweiterungen angesagt, denn neben dem IT-Vertrieb und der Logistik ist Itancia in zwei weiteren Geschäftsfeldern aktiv, an denen auch PiE-Kunden künftig teilhaben können. Hinzu kommen die Geschäftsfelder „Öko-Recycling“ und „Elektronik-Reparatur“. Hierfür werde man aber zunächst nur die Ressourcen in Frankreich nutzen und keine eigenen Recycling- oder Reparaturstätten in Deutschland aufbauen.

Über ihre beiden neuen Tochtergesellschaften wird Itancia ihren Integrator-Kunden damit zusätzlich einen großen Lagerbestand an gebrauchter, ökologisch instandgesetzter Telefonie-Ausrüstung bereitstellen. Vertriebspartner sollen so von Produkten mit niedrigen Wartungskosten profitieren. Außerdem werden Partners in Europe und EGTel ihren Integrator-Kunden über die Konzernmutter Itancia, die das erste unabhängige europäische Reparaturzentrum für Telekommunikations- und Netzwerkausrüstung besitzt, neue Wartungsdienstleistungen anbieten.

 

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