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IT-Zeitmaschine IoT, Edge Computing und 3D-Druck sind die Highlights der Zukunft

Autor: Wilfried Platten

Von wegen "früher war alles viel besser". Udo Wenker, Geschäftsführer der Sievers Group, skizziert den langen Weg von 64k-Modem und Token Ring zu vernetzter Künstlicher Intelligenz und Machine Learning.

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Udo Wenker, Geschäftsführer der Sievers Group
Udo Wenker, Geschäftsführer der Sievers Group
(Bild: Bettina Meckel)

Was kommt Ihnen spontan in den Sinn, wenn Sie an die IT in den letzten 25 Jahren denken?

Wenker: Die Informationstechnologie der 80er- und 90er-Jahre war bestimmt vom technisch möglichen. Die Anwender haben sich den damals verfügbaren Lösungen anpassen müssen, die in Leistung und Kapazität schnell an ihre Grenzen stießen und auch in Aufbau und Konfiguration kaum flexibel waren. Zudem waren alle IT-Lösungen geprägt von einer isolierten Betrachtungsweise und daraus folgenden Medienbrüchen. Mit Riesenschritten hat sich die IT seit diesen Anfängen zu dem zentralen Steuerungs-, Entscheidungs- und Informationsinstrument entwickelt, ohne dass das heutige Business gar nicht mehr denkbar ist: leistungsfähig, effizient, flexibel, anwenderfreundlich. Eine Liste mit Beispielen wäre unendlich lang. Lassen Sie mich deshalb hier nur ein paar der meines Erachtens markantesten Entwicklungen der beiden letzten Jahrzehnte nennen: den Übergang von der Token-Ring-Verkabelung zum Ethernet und vom einzelnen Applikationsserver zur Virtualisierung, Cloud Computing, die Entwicklung von der einfachen Warenwirtschaft zum integrierten unternehmensweiten ERP-System – und last, but not least: die Kommunikationslösungen. Während früher die Telefonleitung zur Datenübertragung genutzt wurde, läuft die Sprachkommunikation heute über das Datennetz.

Welche Zukunftsvision schwebt Ihnen für die IT in 10 Jahren vor?

Wenker: In der Geschäftswelt von morgen wird die Informationstechnologie der Erfolgsfaktor Nummer 1 sein. Wir erwarten eine weiter steigende Komplexität der IT-Systeme, die erfahrene Spezialisten erfordert. Die digitale Transformation, wie wir sie heute kennen, hat sich bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts weiterentwickelt zu einer unternehmensweit integrierten Digitalisierung von Geschäftsprozessen inklusive umfassender digitaler Services. Insbesondere in den Feldern IoT, Edge Computing und 3D-Druck sind erhebliche Fortschritte zu erwarten. Die zentralen treibenden Kräfte sind hier Künstliche Intelligenz und Machine Learning. Beispielsweise werden die Smart Factory und Robotic Process Automation die Produktion revolutionieren: Intelligente Automatisierung wird zu hochflexiblen Fertigungspozessen führen, die kleinste Lösgrößen in kürzester Zeit ermöglichen und sich im Idealfall selbstständig optimieren. Auch in anderen Bereichen – von der Hybrid Cloud über Quantencomputer bis zum Modern Workplace – wird sich im nächsten Jahrzehnt viel bewegen.

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Über den Autor

 Wilfried Platten

Wilfried Platten

Chefredakteur, IT-BUSINESS