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ITB: Die wachsende Zahl mobiler Geräte stellt zweifellos ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Unternehmen dar. Befasst sich Infinigate deshalb auch mit Mobile Device Management (MDM), wo Sie mit MobileIron im März 2013 einen der führenden Anbieter gezeichnet haben?
Bechtold: Das Thema geht inzwischen über das reine Management der Devices hinaus. Unternehmen wollen die Geräte produktiv machen und fangen damit an, ihre Anwendungen zum Beispiel als mobile CRM-App oder ERP-App darauf auszurollen. Die Anwendungen müssen auf Android, iOS oder Windows Phone portiert und in einem Unternehmens-App-Store bereitgestellt, sie müssen aktualisiert und weiterentwickelt werden. Mit MobileIron lässt sich der gesamte Lifecycle managen, und nicht nur das einzelne Gerät. Das wird die nächste Welle innerhalb der Mobile Security sein: Unternehmen wollen ihre Produktivität durch den Einsatz mobiler Endgeräte steigern, aber sicher.
ITB: Lässt sich diese Herausforderung allein mit technologischen Mitteln bewältigen? Oder gehört aus Ihrer Sicht noch mehr dazu?
Bechtold: Viele Security-Themen und nicht zuletzt das Mobile-Thema haben einen starken organisatorischen Aspekt. Unternehmen müssen für sich zunächst verschiedene Fragen beantworten – beispielsweise, ob sie Firmengeräte einsetzen wollen oder Bring your own Device erlauben, oder welche Anwendungen sie auf die mobilen Geräte portieren. Für Endkunden bedeutet es enorm viel Arbeit, sich darüber klar zu werden, wie sie mit dem Mobile-Thema umgehen wollen, und darauf basierend eine Strategie zu entwickeln. Die technische Umsetzung der Anforderungen, die sich aus der Strategie ergeben, kommt erst ganz zum Schluss. Erst muss ich wissen, wohin ich will, bevor ich mir ein Produkt kaufe.
ITB: Das klingt nach einem Thema, das für Systemhäuser mit Beratungsleistungen verbunden ist. Wie unterstützen Sie die Partner dabei?
Bechtold: Ganz konkret bieten wir ihnen das Produkt Siwian an, das das Beratungshaus Antago einwickelt hat. Dabei handelt es sich um ein Tool, das Reseller dabei unterstützt, bei Endkunden ein Konzept für eine Mobile-Strategie zu entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel vorgefertigte Leitfäden für die Risikoanalyse. Wenn sich mobile Endgeräte in eine IT-Infrastruktur integrieren, werden womöglich sensible Daten zugänglich oder das Gerät könnte durch Unbefugte als Netzwerkzugang missbraucht werden. Siwian ist eine Online-Enzyklopädie, in die Erfahrungen aus zahllosen Mobile-Projekten eingeflossen sind und die Antago permanent aktuell hält. Partner könne bei uns eine Consulting-Lizenz kaufen. Auf diese Weise wollen wir die Konzepterstellung beim Endkunden beschleunigen, damit die Partner schneller zum Abschluss kommen. Denn wir wollen am Ende natürlich mehr Lösungen verkaufen.
ITB: Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 kommunizieren inzwischen auch Maschinen über Mobilfunk miteinander. Dadurch entsteht eine Flut neuer Daten, die zugleich neue Sicherheitsrisiken mit sich bringt. Befassen Sie sich bereits damit?
Martinez: Sobald ein Thema der IT einen Einfluss auf die Security hat, müssen wir uns nach unserer Logik damit befassen. Wenn es um die Auswertung von Maschinen- und Sensordaten geht, stoßen wir derzeit als Distributor noch an unsere Grenzen. Die Projekte sind derart komplex, weil Sie immens viele Datenquellen anzapfen müssen, um Korrelationen zwischen den Daten erkennen zu können. Aber das wird sich ändern. Im weitesten Sinne geht es dabei um Forensik und um die Verbindung von Security mit Big Data: Was passiert gerade im Netzwerk? Dort gibt es eine Fülle von Informationen, die bislang noch nicht hinreichend ausgewertet werden können. In Zukunft werden Tools in der Lage sein, solche Daten relativ einfach zu analysieren, um mögliche Sicherheitsprobleme zu identifizieren. Big Data wird somit auch für uns ein großes Thema werden.
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