Schneller Storage für größere Unternehmen Infinidat: Enterprise-Storage für Lenovo

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Lenovo will Infinidat übernehmen. Attraktiv ist der Anbieter für High-End-Enterprise-Storage vor allem durch seine Software-Architektur mit InfuzeOS im Mittelpunkt und eine ganze Reihe von KI-Funktionen, wie Infinidat-CMO Eric Herzog erklärt.

Der Storage-Hersteller Infinidat bedient mit seinen Lösungen vor allem Enterprise-Kunden, für die Lenovo derzeit noch keine passenden Produkte parat hat. Zudem lassen sich die Infinidat-Systeme leicht auf Lenovo-Hardware als Unterbau umstellen.(Bild:  Diego - stock.adobe.com / KI-generiert)
Der Storage-Hersteller Infinidat bedient mit seinen Lösungen vor allem Enterprise-Kunden, für die Lenovo derzeit noch keine passenden Produkte parat hat. Zudem lassen sich die Infinidat-Systeme leicht auf Lenovo-Hardware als Unterbau umstellen.
(Bild: Diego - stock.adobe.com / KI-generiert)

Anfang des Jahres hat Lenovo erklärt, den israelisch-amerikanischen Storage-Hersteller Infinidat übernehmen zu wollen. Details zu der noch laufenden Übernahme dürfen beide Unternehmen nicht veröffentlichen, aber Eric Herzog, Chief Marketing Officer bei Infinidat, kann erklären, was seine Firma für Lenovo so attraktiv macht.

Ein wesentlicher Faktor ist sicherlich das Produkt- und Kundensegment. Während Lenovo mit seinen Storage-Systemen eher das KMU-Feld beackert, bietet Infinidat High-End-Enterprise-Lösungen für die hybride Cloud an und zählt dabei 28 Prozent der Fortune-50-Unternehmen weltweit zu seinen Kunden, wie Herzog betont. Das Portfolio von Infinidat ist dabei eher überschaubar und besteht aus den On-Prem-Systemen Infinibox, Infinibox SSA und Infiniguard sowie der InfuzeOS Cloud Edition auf Azure und AWS. Infiniguard ist eine auf der Infinibox basierende Datenschutz- und Wiederherstellungs-Appliance.

Das Infinidat-Protfolio für das lokale Rechenzentrum besteht aus drei Systemen: Infinibox mit hybridem Storage und Infinibox SSA mit All-Flash-Storage sowie der Datenschutz- und Wiederherstellungs-Appliance Infiniguard.(Bild:  Infinidat)
Das Infinidat-Protfolio für das lokale Rechenzentrum besteht aus drei Systemen: Infinibox mit hybridem Storage und Infinibox SSA mit All-Flash-Storage sowie der Datenschutz- und Wiederherstellungs-Appliance Infiniguard.
(Bild: Infinidat)

Das Rezept für den Erfolg liege laut dem CMO dabei vor allem in der eigenen Storage-Software, die primär für die hohe Leistung verantwortlich sei, während bei der Hardware leistungsstarke Standard-Komponenten mit mindestens dreifacher Redundanz zum Einsatz kommen, was die Integration in die Lenovo-Lieferketten vereinfacht. Das Hybrid-Flash-System Infinibox und die All-Flash-Lösung hat Infinidat mit den G4-Modellen auf eine AMD-Epyc-Plattform mit PCIe Gen5 umgestellt. Mit Infiniverse Mobius wurde ein Abo-Modell für Controller-Updates eingeführt. Der Verkauf von Infinidat-Lösungen oder deren Bereitstellung als Service erfolgt zu etwa 90 Prozent über die Infinidat-Partner.

Die Stärke liegt vor allem in der Software

Eric Herzog, Chief Marketing Officer bei Infinidat(Bild:  Infinidat)
Eric Herzog, Chief Marketing Officer bei Infinidat
(Bild: Infinidat)

Laut dem Infinidat-Marketingchef liegt die Stärke seines Unternehmens vor allem in der Software. Bei der Hardware nutzt der Hersteller Standard-Server mit hoher Leistung, aber nur mit minimalen Modifikationen, was auch die Einführung neuer Technologien bei Prozessoren und Massenspeichern begünstigt. Von den mehr als 100 Patenten, die Infinidat angemeldet hat, beziehen sich nur zwei auf Innovationen bei der Hardware. Der Großteil sind Patente, die der Hersteller für seine Software erhalten hat. Bei der Storage-Software mit InfuzeOS im Zentrum nutzt der Hersteller KI-Funktionen wie etwa Machine Learning für den Neural Cache, Infinidats Algorithmus für die Optimierung der Datenplatzierung bei der mit HDDs und SSDs bestückten Infinibox. Er sorgt für minimale Latenzen und eine hohe Performance, so der Hersteller, der bei vielen Workloads eine durchgehende Cache-Trefferrate von mindestens 90 Prozent verspricht. Sämtliche Metadaten werden im RAM gehalten, was die Datenzugriffe beschleunigt. Infinidat nutzt dabei eine patentierte, als „Trie“ bezeichnete Metadatenstruktur, die sich durch eine hohe Effizienz auszeichnen soll. Als Vorteile seiner Storage-Software nennt der Hersteller sehr schnelle, platzsparende und auch unveränderliche Snapshots sowie eine ebenfalls sehr performante Replikation. Für Datensicherheit sorgt mit InfiniRaid ein softwarebasiertes, „entclustertes RAID“ mit Tausenden virtueller RAID-Gruppen, bei denen die Daten auf möglichst viele physikalische Datenträger verteilt werden.

Die mit den G4-Systemen eingeführte Infinisafe Automated Cyber Protection in allen Infinidat-Plattformen nutzt ebenfalls KI für das Erkennen von Angriffen. Werden Anomalien erkannt, dann löst die Software automatisch einen unveränderlichen Snapshot aus. Schließlich ermöglicht sie eine Integration mit SIEM- und SOAR-Lösungen. Abgeschirmte forensische Umgebungen beschleunigen die Wiederherstellung vertrauenswürdiger Daten.

Infinidat-Lösung für RAG

Zudem sollen die Infinibox- und Infinibox-SSA-Systeme eine perfekte Lösung für RAG-Workflows darstellen, was gut zu Lenovos KI-Strategie passe, so Herzog. Die RAG-Workflow-Architektur von Infinidat läuft auf einem Kubernetes-Cluster, der aus den auf der Infinibox oder Infinibox SSA gespeicherten Daten eine Vektordatenbank erstellt, die auf dem System läuft und sowohl lokal vorhandene Daten als auch solche in der InfuzeOS Cloud Edition auf Azure und AWS nutzen kann.

Der Workflow bei der Infinidat-Lösung für Retrieval Augmented Generation (RAG)(Bild:  Infinidat)
Der Workflow bei der Infinidat-Lösung für Retrieval Augmented Generation (RAG)
(Bild: Infinidat)

„Vektordatenbanken, die für die Gewinnung von Informationen zur Steigerung der Genauigkeit von GenAI-Modellen von zentraler Bedeutung sind, laufen in der Speicherumgebung von Infinidat sehr gut“, erklärt dazu der Infinidat-CMO. „Unsere Kunden können Retrieval Augmented Generation (RAG) auf ihrer bestehenden Speicherinfrastruktur einsetzen und dabei die hohe Leistung, die branchenweit führende niedrige Latenz und die einzigartige Neural Cache-Technologie des InfiniBox-Systems nutzen, um schnelle und hochpräzise Antworten für GenAI-Workloads zu erhalten.“

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