Digitale Identitäten und die Chancen für den Channel Identity-Projekte sind kein Hexenwerk (mehr)

Digitale Identitäten und Berechtigungen sind Teil eines jeden Digitalisierungsprojekts. Der Bedarf ist hoch, die Umsetzung aber komplex. Standardisierung und Automatisierung sorgen jedoch für Vereinfachung und helfen dem Channel, im spannenden Identity-Business Fuß zu fassen.

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Digitale Identitäten und Berechtigungen sind Teil eines jeden Digitalisierungsprojekts.
Digitale Identitäten und Berechtigungen sind Teil eines jeden Digitalisierungsprojekts.
(Bild: tomfallen - stock.adobe.com)

Ob Nutzer, Endgeräte, vernetzte Maschinen oder Schnittstellen: Alles hat eine digitale Identität und muss sie haben, damit Datenverkehr und Vernetzung überhaupt möglich sind. Deshalb gehören Vergabe, Verwaltung und Prüfung der Identitäten und der Berechtigungen zu jedem Projekt der Digitalen Transformation. „Die Vielfalt der digitalen Identitäten ist eine Herausforderung. Gleichzeitig sind die Themen rund um Identitäten inzwischen bei der breiten Masse bekannt und angekommen“, so Martin Kuppinger, Principal Analyst bei KuppingerCole.

Neue Bundles und Möglichkeiten für Partner

Systemintegratoren für Identity und Access Management (IAM) wie iC Consult gehen nicht nur neue Partnerschaften mit Herstellern ein, sondern sie erweitern auch ihr Portfolio um eigene Lösungen wie iC Access Greenfield. Andererseits können auch Standardpakete der Hersteller eine Erleichterung für ein mittelständisches Systemhaus sein, das eine langjährige Vertrauensbeziehung zu seinen Kunden hat und nun auch beim Thema der digitalen Identitäten unterstützen möchte.

ThycoticCentrify, ein Anbieter von Cloud-Identity-Sicherheitslösungen, bietet spezielle Programme für Öffentliche Einrichtungen, Forschung und den Mittelstand. „Jeden Euro, den ein Unternehmen für Cybersecurity ausgeben möchte, sollte es zuerst in PAM und Identity investieren“, meint Stefan Schweizer, Vice President Sales DACH von ThycoticCentrify. Das gilt auch für die neuen Bundles, die den Einstieg in PAM (Privileged Access Management) vereinfachen, indem zum Beispiel eine Reihe von Konnektoren für die Integration in vorhandene Systeme bereits enthalten sind.

KI kann Ist-Analyse der Berechtigungen vereinfachen

Unternehmen versuchen schon lange, mit rollenbasiertem Berechtigungsmanagement den Prozess der Verwaltung von Zugriffsberechtigungen für Mitarbeiter zu vereinfachen, so ForgeRock. Die manuellen und arbeitsintensiven Prozesse, die traditionell dafür notwendig waren, passen jedoch nicht mehr zu den dynamischen Sicherheitsanforderungen von heute. „Unsere Identity Governance and Administration-Lösung nutzt maschinelles Lernen. So erkennt sie rollenbasierte Zugriffsmuster im Unternehmen und empfiehlt Optimierungen“, erklärt Peter Barker, Chief Product Officer, ForgeRock.

Mit der neuen Workflow-Lösung ermöglicht SailPoint auch Nicht-Programmierern die Automatisierung Identity-bezogener Sicherheitsprozesse in einem Unternehmen. „Jedes Unternehmen verdient ein Identitätssicherheitsprogramm, wie es Fortune-100-Unternehmen haben. Identitätstalente sind jedoch sehr gefragt, und die meisten Unternehmen haben keine Entwicklerteams zur Verfügung, um Lösungen an ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen“, sagt Grady Summers, EVP of Product, SailPoint. Auch der IAM-Anbieter Cidaas sucht aktiv nach Partnerschaften mit Technologie-Anbietern und Lösungsintegratoren, die das Toolkit Authkit.io einsetzen wollen.

Der KI-gesteuerte Ansatz für die IGA bietet neue Funktionen, mit denen ausufernde Zugriffsberechtigungen vermieden und verwaiste Benutzerkonten beseitigt werden können. Das unterstützt nicht nur die Anwenderunternehmen, es hilft auch den Implementierungspartnern bei der Ist-Analyse, um zum Beispiel den Bedarf für ein Identity-Projekt aufzuzeigen.

Die European Identity and Cloud Conference (EIC) 2021

Die European Identity and Cloud Conference (EIC) 2021 in München bestätigte, dass sowohl das Interesse an dem Thema der digitalen Identität als auch die Komplexität der Identitäten zugenommen haben. Es wurde aber auch deutlich, dass es Entwicklungen gibt, die es einem IT-Dienstleister und Systemhaus einfacher machen können, in das Identity Business einzusteigen oder das Geschäft dort auszubauen.

Es zeigt sich: Trotz der Vielfalt und Komplexität im Bereich Identity sollte man nicht zurückschrecken, sondern die Chancen nutzen, die sich in jedem Digitalisierungsprojekt bieten, das ohne digitale Identitäten nicht auskommt. Neue Konzepte und Bundles, die zunehmende Standardisierung sowie Tools zur Automatisierung und zur Vereinfachung der Integration geben auch solchen Partnern Möglichkeiten, die sich bisher nicht in die Welt der IAMs, IGAs und PAMs bewegt haben.

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