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Plattform-IT IBM hat große Pläne mit Openshift

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Wegen der Covid-19-Situation gab es eine Beschleunigung bei der Digitalisierung. Jetzt beginne laut IBM-DACH-Geschäftsführung die große Stunde der Plattformen. Openshift ist nach dem Kauf von Red Hat das IBM-Zugpferd.

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Bei IBM hat man klare Vorstellungen von einer plattformbasierten IT-Zukunft.
Bei IBM hat man klare Vorstellungen von einer plattformbasierten IT-Zukunft.
(Bild: fotomek - stock.adobe.com)

Drei Anforderungen seien zentral, was den Einsatz von Plattformen angeht, sagt ­Gregor Pillen, General Manager IBM DACH: Offenheit, Sicherheit und Wahlfreiheit. Pillen zieht zur Verdeutlichung ­einen Vergleich zu einer Autobahn heran: „Offen für alle Fahrzeuge, die dort erlaubt sind, Sicherheit durch entsprechende Standards und Wahlfreiheit dahingehend, dass es mir überlassen bleibt, die Autobahn, ­beziehungsweise eine andere Plattform, wie die Bahn zu nutzen, wenn ich es möchte. Ich kann sie also auch wieder verlassen, beziehungsweise bei Workload oder ­Datenaustausch auf anderen Infrastrukturen zurückgreifen, die der Markt bietet.“

Brücken bauen

Gregor Pillen, General Manager bei IBM DACH
Gregor Pillen, General Manager bei IBM DACH
(Bild: IBM)

An Ideenvielfalt würde es in der IT-Branche ohnehin nicht mangeln, konstatiert der IBM-Manager, sondern eher an Verbindungen zwischen Systemen. „Offene Plattformen wie Openshift können das leisten, nämlich Brücken zu bauen zwischen dem Alten und dem Neuen.“

Pillen wurde Anfang 2020 zum DACH-Chef bei IBM, was – wenn man so will – ­eine Rückkehr nach 30 Jahren im Kundengeschäft rund um den Globus darstellt.

Das Rad nicht mehrmals erfinden

„Als IBM fragen wir uns praktisch rund um die Uhr, was wir zur Digitalisierung der Wirtschaft beitragen können. Viele Bereiche in der Gesellschaft und Wirtschaft haben in diesem Zusammenhang in den vergangenen Monaten den Schub genutzt, der durch Covid-19 angestoßen wurde“, sagt der ­Manager und nennt zwei Praxisbeispiele: Die Techniker Krankenkasse sei bei der elektronischen Gesundheitsakte vorangegangen und habe das System auch für ­anderen Kassen zusammen mit IBM geöffnet. Und die Ergo-Versicherung stelle im Lebensversicherungsgeschäft eine Plattform, um Policen digital zu managen, ebenso dem Mitbewerb zur Verfügung.

Quantencomputer und Blockchain

Über Plattformen wird auch neue Technologie wie Quantencomputer nutzbar werden. Darüber hinaus wird die Blockchain-Technologie in der Pharma-­Industrie oder beim Thema Food-Trust für Transparenz und Nachvollziehbarkeit sorgen, was die Qualität und die Logistikketten optimieren wird, ist Pillen überzeugt.

Laut dem General Manager ist der Quantencomputer bereits da und wird eingebettet in Hybrid- Cloud-Umgebungen genutzt werden. „Sie werden sich keinen Quantencomputer für Zuhause oder die Firma kaufen, sondern darauf über eine Plattform zugreifen“, so Pillen. IT-Security und Verschlüsselungstechnologie muss ihm zufolge nun quanten-kompatibel werden. „Der Hase-Igel-Wettlauf in diesem Umfeld läuft ja bereits. Ich denke, dass Quantencomputer selbst dabei helfen werden, sichere Verschlüsselungsalgorithmen zu entwickeln und habe keine Angst, dass wir diese Problematik bei IBM beziehungsweise in der Branche nicht in den Griff bekommen werden“, so der IBM-Manager.

Containerisierung und KI

Sein Kollege Frank Theisen, Vice President Cloud DACH IBM, schlägt in dieselbe Kerbe „Digitalisierung ist das Herzstück für den Fortschritt.“

Etwa 20 Prozent der Applikationen laufen derzeit n der Public Cloud, sagt Theisen. „Bei den verbliebenen 80 Prozent liegt das häufig daran, dass das erst noch technisch umgesetzt werden muss.“ Hier laufen gerade viele Containerisierungs-Projekte an und nach dem Red-Hat-Kauf sei IBM in diesem Umfeld über die Openshift-Plattform stark positioniert. Theisen bringt eine weitere Plattform-Technologie ins Spiel: „Die Kombination von KI und Daten wird in Zukunft von zentraler Bedeutung sein. Wir gehen davon aus, dass in Zukunft jeder Geschäftsprozess eine gewisse KI-Unterstützung haben wird.“

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Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

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Leitender Redakteur