Dominanz im Cloud-Markt Hyperscaler-Platzhirsche bekommen Konkurrenz

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Mit Open Source, Interoperabilität, europäischen Initiativen wie Gaia-X und ähnlichen Projekten könne man den großen Hyperscalern im Markt durchaus etwas entgegensetzen. Das sei auch wichtig, findet man beim Cloud-Marktplatz Pax8.

Wie kann man den Cloud-Platzhirschen aus den Reihen der Hyperscaler etwas entgegensetzen?(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Wie kann man den Cloud-Platzhirschen aus den Reihen der Hyperscaler etwas entgegensetzen?
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Die Hyperscaler, allen voran Amazon, Microsoft und Google sind die Platzhirsche in der Cloud. Das sei unbestritten, so Thorsten Oevel, Regional Sales Director DACH, Pax8. Dieser Dominanz etwas entgegenzusetzen, sei aber ein wichtiges Anliegen, um die europäische Cloud-Infrastruktur zu fördern. Und das geht so: „Initiativen wie Gaia X und neue Cloud- und Datenzentren in Europa schaffen Alternativen, die den lokalen Markt stärken und Abhängigkeiten verringern“, so der Pax8-Manager.

Open Source und Interoperabilität

Thorsten Oevel, Regional Sales Director DACH, Pax8(Bild:  Pax8)
Thorsten Oevel, Regional Sales Director DACH, Pax8
(Bild: Pax8)

Außerdem werden so Open-Source-Technologien und Interoperabilität gefördert. Das schaffe offene Standards und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Cloud-Anbietern, beispielsweise durch Projekte wie OpenStack. „Das hilft, den Lock-In-Effekt zu vermeiden und erhöht den Wettbewerb“, so Oevel. Aber die Herausforderung, den dominanten Hyperscalern mit ihren gewaltigen Ressourcen und der großen Marktmacht etwas entgegenzusetzen, die bleibe dennoch bestehen. „Europäische Initiativen sind auf kreative Lösungen angewiesen, um in diesem Umfeld konkurrieren zu können. Allein schon, um Alternativen bieten zu können und durch Konkurrenz die Leistungen und die Standards im gesamten Cloud-Umfeld hochzuhalten“, ist der Manager überzeugt.

Zahlen und Hintergrund

Führt das Cloud-Wachstum in den Himmel?

Exponentielles Wachstum muss in keiner unaufhaltsamen Explosion münden – wie bei der Schachbrett-Geschichte, bei der sich auf jedem Feld die Anzahl der Reiskörner verdoppelt und zum Schluss ganze Reis-Welternten rauskommen. Oft flacht es sich ab, denn in der Realität gibt es Dämpfungsmechanismen, die Wachstum begrenzen und wie auch immer geartete Exponentialkurven einbremsen.
Beim Cloud Computing zeigt sich dieser Effekt: Der Cloud-Hunger nimmt im Laufe der Zeit zu, wächst aber nicht in den Himmel. Nachfrage- und angebotsseitige Faktoren wie Infrastrukturkosten, Energieverbrauch und Regulierung bremsen das Tempo trotz des Trends zu einem sich beschleunigenden Wachstum.

Aktuelle Daten aus dem Jahr 2024 bestätigen das anhaltende Wachstum im Cloud-Computing-Sektor. Laut Fortune Business Insights wurde die Größe des globalen Cloud-Computing-Marktes im Jahr 2023 auf 587,78 Milliarden US-Dollar geschätzt. Prognosen zufolge könnte der Markt bis 2032 ein Volumen von 2.291,59 Milliarden US-Dollar erreichen, was einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 16,5 Prozent entspricht.
In Deutschland zeigt der Bitkom Cloud Monitor 2024, dass 81 Prozent der Unternehmen Cloud Computing nutzen, während 14 Prozent die Einführung planen oder diskutieren. Nur fünf Prozent der Unternehmen betrachten das Thema als irrelevant.

Marktverändernde Trends

Der Cloud-Markt zeige sich aktuell hochdynamisch, sagt Oevel. Es gebe viele Trends, die die rasante Entwicklung und Strukturveränderungen vorantreiben. „Ich möchte hier einige kurz anreißen. So integrieren Unternehmen zunehmend KI-Technologien in ihre Cloud-Dienste, um die Datenverarbeitung und Prozesse zu optimieren.“ Dieser Trend fördert aus Sicht des Managers die digitale Transformation und ermöglicht effizientere Geschäftsprozesse. Zudem wird vermehrt auf Multi-Cloud- und Hybrid-Cloud-Modelle gesetzt, um Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz zu maximieren. „So können verschiedene Cloud-Dienste kombiniert und die Vorteile öffentlicher und privater Clouds genutzt werden“, sagt Oevel. Und dann gebe es noch das große Thema Sicherheit: „Angesichts zunehmender Cyberbedrohungen und zahlreicher Regularien ist für Unternehmen das Thema Cloud-Sicherheit von großer Bedeutung und das Augenmerk liegt auf robuste Sicherheitsmaßnahmen und Resilienz in der Cloud.

Hintergrund

Künstliche Intelligenz treibt Cloud Computing vor sich her

KI treibt Cloud Computing voran, weil KI-Anwendungen enorme Rechenleistung und große Datenmengen benötigen. Die Cloud bietet die nötige Infrastruktur, um diese Ressourcen flexibel und kosteneffizient bereitzustellen. Unternehmen können so KI-Modelle trainieren und nutzen, ohne teure eigene Hardware zu betreiben. Gleichzeitig profitieren Cloud-Anbieter von der steigenden Nachfrage nach leistungsfähigen Servern und spezialisierten KI-Diensten. Dadurch entwickeln sich beide Technologien gemeinsam weiter.

Das Vendor-Lock-In-Problem

Der Vendor-Lock-In sei nach wie vor eine der größten Herausforderung für Unternehmen, die Cloud-Dienste in Anspruch nehmen. „Unternehmen binden sich oft an einen einzigen Cloud-Anbieter, was den Wechsel zu einem oder gar mehreren anderen Anbietern fast unmöglich macht und viel kostet. Das torpediert Flexibilität und Unabhängigkeit, also genau die Vorteile, die die Cloud ursprünglich bieten sollte.“ Doch welche Auswege gibt es? „Multicloud-Strategien senken das Risiko eines Vendor-Lock-Ins und sind essenziell für wirtschaftlichen Erfolg. Der Multicloud-Ansatz ermöglicht es den Unternehmen, Workloads über mehrere Anbieter zu verteilen und zu ändern. Ein unschätzbarer Vorteil durch weniger Risiko“, so Oevel. Aber man sei auf einem erfolgversprechenden Weg, denn viele Anbieter hätten begonnen, ihre APIs und Schnittstellen offener und standardisierter zu gestalten, um die Migration zwischen Clouds zu vereinfachen. Aber gerade diese Migration spezialisierter oder proprietärer Services bleibt eine große Herausforderung.

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