Bitkom-Studie

Home Office wird immer beliebter

| Autor: Sarah Nollau

Arbeitnehmer erhoffen sich vom Home Office flexibleres Arbeiten, um Beruf, Familie und Freizeit besser unter einen Hut zu bekommen.
Arbeitnehmer erhoffen sich vom Home Office flexibleres Arbeiten, um Beruf, Familie und Freizeit besser unter einen Hut zu bekommen. (Bild: Pixabay / CC0)

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Der Trend zum Home Office nimmt Fahrt auf. Zu diesem Schluss kommt der Bitkom. In den letzten 12 Monaten stieg der Anteil um knapp 10 Prozentpunkte. Wichtig sind Regeln und eine angenehme Arbeitsatmosphäre am privaten Schreibtisch.

Eine aktuelle Bitkom-Studie kommt zu dem Fazit, dass immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten lassen. Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil um neun Prozentpunkte auf 39 Prozent. Und der Trend setzt sich fort. Über die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) erwartet einen Anstieg in den kommenden fünf bis zehn Jahren.

„Digitale Technologien erlauben es, zu jeder Zeit und von jedem Ort aus zu arbeiten. Home Office wird in den Unternehmen zum Standard, und dafür braucht es klare Regeln“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Von den Unternehmen ist Vertrauen gefordert, von den Mitarbeitern Selbstorganisation und auch Selbstdisziplin.“

Was spricht dagegen?

Das Prinzip des Home Office stößt auf verschiedene Gegenargumente. Zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten geben an, dass Home Office nicht für alle Mitarbeiter möglich sei, und damit aus Gründen der Gleichbehandlung für keinen der Mitarbeiter möglich sei. Über die Hälfte (56 Prozent) befürchtet, dass die Produktivität sinke, wenn Kollegen nicht mehr in direktem Kontakt stehen. In jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) ist Home Office generell nicht vorgesehen. 35 Prozent geben an, dass Arbeitsschutzbestimmungen dagegen sprechen. 32 Prozent befürchten, die Arbeitszeit nicht unter Kontrolle zu haben.

Weniger eine Rolle spielen Kosten für die technische Ausstattung (18 Prozent), die Gewährleistung der Datensicherheit (18 Prozent) und Sorgen vor der abnehmenden Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen (15 Prozent).

Flexibel und selbstbestimmt

Für viele Arbeitnehmer ist die Flexibilität ein ausschlaggebendes Argument für das Arbeiten zu Hause: „Flexibles Arbeiten im Home Office ist ganz oben auf der Wunschliste vieler Arbeitnehmer, um Beruf, Familie und Freizeit besser zu vereinbaren. Allerdings stehen der selbstbestimmten Arbeitszeitgestaltung gesetzliche Hürden wie der zu starre Acht-Stunden-Arbeitstag und die elfstündige Mindestruhezeit entgegen“, sagt Rohleder. „Durch die Mindestruhezeit setzt der Gesetzgeber Unternehmen und ihre Mitarbeiter massenhaft ins Unrecht. Es ist höchste Zeit, diese antiquierte Regel zu ändern.“

Wichtig laut Bitkom sind klare Regeln für die Arbeit in den eigenen vier Wänden. Unternehmen sollten über Rechtsschutz und Gesundheitsschutz aufklären. Zu den Voraussetzungen für angenehmes Arbeiten zu Hause zählen eine gute Arbeitsumgebung und die Fähigkeit, Prioritäten setzen zu können. Außerdem ist ein hohes Maß an Eigenverantwortung wichtig. Gerade in der Anfangsphase ist es deswegen wünschenswert, dass der Arbeitgeber bei der Entwicklung dieser Fähigkeit unterstützend zur Seite steht.

Über die Studie

Für die Studie wurden im September 2017 1.530 Unternehmen befragt. Die konkreten Fragestellungen lauteten: „Wie viele Mitarbeiter Ihres Unternehmens arbeiten aktuell ganz oder teilweise vom Home Office aus, in Prozent?“, „Welche Gründe sprechen aus Sicht Ihres Unternehmens gegen die Nutzung des Home Office?“ und „Wie wird sich der Anteil der Mitarbeiter, die in Ihrem Unternehmen ganz oder teilweise vom Home Office aus arbeiten, in Zukunft (fünf bis zehn Jahre) entwickeln?“ Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

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