Hausmesse Perspectives 2023 Herweck: Die Distribution der Informationen

Von Sylvia Lösel 4 min Lesedauer

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Lösungen für die Partner entwerfen, Services entwickeln und ein Invest in die eigenen Prozesse: Das sind drei Bausteine, auf die Distributor Herweck setzt, um die Zukunft zu gestalten. Die Saarländer sehen sich gut positioniert und der Zulauf aus dem Handel gibt ihnen recht.

Die Herweck-Geschäftsführung: Hans-Jürgen Witfeld, Jörg Herweck und Dieter Philippi.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Die Herweck-Geschäftsführung: Hans-Jürgen Witfeld, Jörg Herweck und Dieter Philippi.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Es ist voll im Zelt. Über 1.200 Besucher haben den Weg nach St.Ingbert bei Saarbrücken gefunden. Und von Atos Unify bis Z-Wave sind rund 100 Aussteller auf der Hausmesse Perspectives des Distributors Herweck vertreten. Es geht darum, sich auszutauschen, neue Ideen für das Business zu finden und, in einem schwierigen ökonomischen Gesamtumfeld, das Jahr 2023 erfolgreich zu machen. Ein Kunststück das den Saarländern zumindest im vergangenen Geschäftsjahr gelungen ist, mit einem Umsatz von 530 Millionen Euro. Für das laufende Jahr, könnte es schwieriger werden. Denn, so Gründer und Geschäftsführer Jörg Herweck: „Es läuft ja im Moment nicht so richtig gut im Handel. Die Leute haben durch Inflation und gestiegene Energiepreise weniger Geld in der Tasche.“ Doch er ist dennoch positiv gestimmt: „Wir haben das relativ gut verkraftet.“

Herweck Perspectives 2023 Hausmesse - The Great Gatsby
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Die Distribution als Gestalter und Kümmerer

Dominik Walter, Leiter Produktmanagement und Einkauf bei Herweck(Bild:  Herweck)
Dominik Walter, Leiter Produktmanagement und Einkauf bei Herweck
(Bild: Herweck)

Nun gilt es, die breite und vielfältige Händlerschaft so gut wie möglich zu unterstützen – mit Ideen und Informationen. Denn die Distribution habe sich weiterentwickelt. War sie zunächst für die Verteilung der physischen Güter und später auch für die Finanzierung zuständig, geht es heute um die Distribution von Informationen. „Was gibt es Neues? Wie entstehen daraus Lösungen? Ist das für mich relevant?“, sind für Can Güntuncer, Executive Vice President Mobile bei Herweck, typische Fragestellungen. „Es ist ein Filterproblem, die relevanten Informationen zu finden und dann die richtigen Menschen miteinander zu verknüpfen.“ Die Distribution sei dafür der richtige Kanal. Für Dominik Walter, Head of Purchasing and Product Management, ist das ebenfalls der Knackpunkt: „Wir wollen ganz nah ran an unsere Kunden und der ‚Kümmerer‘ sein. Deshalb bauen wir gegen den Mainstream eine Vor-Ort-Betreuung auf. Das wird sehr gut angenommen, gerade von den kleineren Systemhäusern. Wir hören zu, welche Software, welche Systeme und welche Services unsere Händler brauchen.“ Aus diesen Informationen entstehen dann Services, wie beispielsweise Device as a Service, der neue White Label Shop oder eine Einsteigerversion des Kassensystems SmartCash (Details siehe Kasten).

Wir bauen gegen den Mainstream eine Vor-Ort-Betreuung auf. Das wird sehr gut angenommen, gerade von den kleineren Systemhäusern.

Dominik Walter, Herweck

Parallel dazu hat der Distributor auch neue Geschäftsfelder entwickelt, wie Hybrid-Work-Konzepte und den Modern Workplace. Hier spielen dann unterschiedliche Komponenten zusammen, beim Modern Workplace beispielsweise Vernetzung, Ergonomie und Netzgeschwindigkeit. „In diesem komplexen Umfeld benötigen Reseller Gestalter, die das Knowhow haben und die Lösung für den Kunden entwerfen“, erläutert Walter. Zudem wird natürlich weiterhin am Sortiment gefeilt: „Wir bauen gerade das Segment der unterbrechungsfreien Stromversorgung aus. Hier haben wir nun Eaton und APC im Portfolio.“

Komplexe Dinge einfach machen

Um auch in einem herausfordernden Umfeld weiterhin gut aufgestellt zu sein, investiert der Distributor in die eigenen Systeme und automatisiert. Dieter Philippi, Geschäftsführer bei Herweck, nennt ein Beispiel: „Auch wir digitalisieren. Künftig werden wir KI dafür einsetzen, PDFs zu lesen und die Daten ins Warenwirtschaftssystem zu überführen.“ Und sein Vorstandskollege, Hans-jürgen Witfeld, ergänzt: Es ist unsere Daseinsberechtigung, komplexe Dinge einfach zu machen.“ Dabei „sind wir immer noch so flexibel wie eine kleine Distribution, haben aber die Prozesse, Rahmenbedingungen und die Skalierbarkeit einer großen“, sagt Güntuncer.

Herweck blickt deshalb ganz entspannt auf die kommenden Monate: „Wir gehen davon aus, dass sich der Markt konsolidiert, dass Anbieter wegfallen und wir Marktanteile gewinnen können und so Aufwand und Kosten durch Steigerung von Stückzahlen kompensieren können.“ Dabei hilft den Saarländern, dass sie breit aufgestellt sind. Witfeld: „Das gilt sowohl für das Portfolio vom Mobilfunk über das Festnetz bis hin zu UC-IT-Produkten. Aber auch für unsere Kunden, die vom kleinen Mobilfunkanbieter bis zu großen Systemhäusern reichen.“

Neue Serviceleistungen bei Herweck

Device as a Service: Dieses neue Geschäftsfeld wird gerade aufgebaut. Dabei handelt es sich um ein Mietgeschäft von Smartphones für Firmen. Das Konzept: Ein Mietgerät muss nicht mehr die neueste Ausführung sein, Firmenhandys können auch gewartet und wiederaufbereitet werden.

White Label Shop: Das neue Angebot unterstützt Fachhändler beim Aufbau eines eigenen Online-Shops. Es umfasst die Bereitstellung eines individuellen Shop-Systems mit eigener URL für den Händler, die tägliche Bereitstellung von Artikeldaten, Bildmaterial, Zubehör und Datenblättern. Inkludiert ist auch die Pflege Händler-individueller Elemente wie Logo, Farben und Texte (AGBs, Kontakt, Impressum). Es stehen verschiedene Zahlungsarten zur Verfügung. Die Bestellabwicklung und der Versand per Dropshipment erfolgt aus dem Herweck-Lager.

Smart Cash: Der Distributor bietet ab sofort netzübergreifend eine Einsteigerversion des Kassensystems WOBIS für Partner an. Die reduzierte Lösung zur Steuerung von Filialgeschäften in der Mobilfunkbranche wartet mit Kundenverwaltung, Vertragsverwaltung, einem Kassensystem und TSE-Absicherung auf. Das System kann mit einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten gemietet werden. Das Angebot richtet sich an Partner, die nicht mehr als ein Ladenlokal und nicht mehr als vier Mitarbeiter haben.

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Demnächst erhält Herweck ein offizielles Nachhaltigkeitszertifikat. Für die Saarländer schon lange ein Anliegen, fragen inzwischen auch immer mehr Hersteller danach. Einige der Maßnahmen, die Herweck zum Teil bereits seit längerem umsetzt, umfassen: gebrauchte Kartons, recycelte Rohstoffe, Sammelbestellungen, mehr Kartongrößen. Aber auch der Ausbau zu einer Fuhrparkflotte mit Null-Emission ist in Planung. Die Ladeinfrastruktur an der Zentrale wurde auf 20 Plätze ausgeweitet, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Logistikgebäude hat im letzten Jahr 100.000 Kilowattstunden Strom generiert. Ziel ist es, den Gesamtjahresverbrauch rein durch regenerative Energien zu bewerkstelligen.

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