Haufe X360 Partner Summit 2025 Haufe setzt auf KI als Zugpferd

Von Michael Matzer 5 min Lesedauer

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Unter dem Motto „Die Zukunft ist jetzt!“ zeigte Haufe X360 beim Partner Summit in Bad Vilbel gemeinsam mit Microsoft und Acumatica neue KI-Innovationen für KMU und zeichnete besonders erfolgreiche Partner mit Awards aus.

Birte Hackenjos ist die neue CEO der Haufe Gruppe.(Bild:  Stefan Gatzke/Haufe)
Birte Hackenjos ist die neue CEO der Haufe Gruppe.
(Bild: Stefan Gatzke/Haufe)

Haufe X360, ein Anbieter einer Cloud-nativen Business-Management-Plattform für KMU im DACH-Raum, hat sich unter Birte Hackenjos, der neuen CEO der Haufe Gruppe, und Carsten Schröder, dem neuen Geschäftsführer der Haufe Lexware Verwaltungs GmbH, einen großen Sprung nach vorne vorgenommen. Haufe Lexware will mindestens 10 Prozent des DACH-Marktes im Cloud-ERP-Markt für KMU erobern. „Wir wollen der Partner Nummer 1 werden, zu dem die Unternehmen kommen“, sagte Carsten Schröder.

Dies sei nur in enger Zusammenarbeit mit den Partnern zu schaffen. In Zahlen bedeutet dies, dass die Haufe Group, die sich in Familienhand befindet, in zwölf bis 15 Jahren auf einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro kommen will. Das ist ein beachtenswertes Ziel. Doch die Entwicklung sei vielversprechend, wie Julian Eichler, Chief Revenue Officer bei der Haufe Group, aufzeigte. Seit Juni 2024 seien über 200 Neukunden hinzugekommen, und der Channel weise einen Zuwachs von rund 126 Prozent p.a. auf.

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Aufgaben und Hürden

Carsten Schröder sieht eine Menge Aufgaben, die es bei Haufe selbst zu erledigen gebe, um dieses hohe Wachstum zu erzielen. Er will die Belegschaft jedes Jahr um mindestens 10 Prozent erweitern. Dies und die Digitale Transformation soll der Effizienz der Zusammenarbeit von Haufe Lexware und seinen Partnern zugutekommen, etwa durch bessere Koordination und eine erhöhte Fokussierung der Projektteams und der Experten beim Kunden vor Ort. „Unser Geschäftsmodell basiert auf enger Kooperation mit strategischen Partnern. Gemeinsam entwickeln wir eine Business-Management-Plattform mit einzigartig breit aufgestellten Funktionalitäten bis hin zu KI – und das macht uns langfristig zukunftsfähig.“

Die Einbindung von externem Branchenwissen soll der Markenbildung und dem Go-to-Market-Prozessen von Partnern zugutekommen. Dafür seien Experten notwendig, die bei Partnern wie auch Haufe zuarbeiten. Ein Wissenstransfer sei insbesondere beim Einsatz von generativer KI notwendig, und dazu will Schröder die Meinung der Partner einholen. „Um KI effizient und produktiv bei uns, den Partnern und den Kunden einführen zu können, brauchen wir die passende Ausbildung der User auf allen Ebenen.“

Umbruch als Chance

Die anstehende Ablösungswelle bis zum Jahr 2030 biete „riesige Chancen“, sagte Christian Zöhrlaut, der Chief Product Manager von Haufe X360. Er meint nicht zuletzt den Migrationsdruck, der derzeit bei den SAP-Kunden besteht, denn dort läuft die Wartung der Altsysteme 2027 bzw., mit Aufschlag, anno 2030 aus. Zukunft hätten jedoch lediglich Cloud-basierte Systeme. Und die hat Haufe Lexware ja bereits. Sie basieren in erster Linie auf den Services von MS Azure. „Wir hatten hier seit 2020 nicht weniger als 31 Releases. Haufe X360 verdoppelt aktuell auch jedes Jahr seine Anzahl an Cloud-Instanzen.“

KI mit Acumatica

Die Sprecher auf dem Summit stellten die wachsende Bedeutung von KI für Unternehmen in den Mittelpunkt. Christian Zöhrlaut präsentierte das DSGVO-konforme Haufe ChatGPT, das neue Möglichkeiten für Navigation und Interaktion innerhalb der Plattform bietet. Doch es ist Acumatica, von dem Haufe eine OEM-Lizenz erworben hat und das nicht nur ab dem ersten Vierteljahr 2026 die neue Benutzeroberfläche liefern wird, sondern auch sämtliche Komponenten, die über ChatGPT hinausgehen. „Wir wollen generative KI nicht nur intern nutzen, sondern sowohl datengetriebene Prozesse ermöglichen, als auch neue Services entwickeln, die wir anbieten können. Das wird unser Mehrwert, den wir den Kunden anbieten.“

Miten Mehta, Chief Engineering Officer des Technologie-Partners Acumatica, zeigte, wie das „AI-first“-Prinzip verantwortungsbewusst eingesetzt wird: „Wir entwickeln KI nicht um der KI willen, sondern erschaffen intelligente Berater, die Probleme erkennen und Lösungen vorschlagen. So werden Automatisierungen möglich, die Aufgaben selbständig erledigen, und interaktive Assistenten, die mit Menschen zusammenarbeiten.“ Bereits in der aktuellen Acumatica-Version 2024 R2 kommen erste intelligente Berater in Form von Anomalie-Erkennung zum Einsatz.

KI mit Microsoft

Ergänzend erklärte Christian Becker, Technology Lead Global Partner Solutions bei Microsoft Deutschland, die Potenziale von Agentic AI: „Agentic AI kann eigenständig Pläne entwickeln und Prozesse intelligent automatisieren. Diese neue Generation der KI schafft große Chancen, aber auch Herausforderungen für Unternehmen.“ Doch Microsoft, das jede Woche eine Milliarde US-Dollar in KI stecke, verfüge mittlerweile über eine umfassende KI-Plattform. „Sie sieht ein Erweiterbarkeitsmodell für alle KI-Zwecke und -Formen vor.“ Schon in diesem Jahr würden KI-Agenten mit Prozessen selbstständig interagieren. Die Belange von Compliance, Governance, Security und Datenschutz würden selbstverständlich beachtet. Microsoft biete drei Bereitstellungsmodelle auf Azure an: Prepackaged AI, Custom AI und schließlich Composable AI.

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Alte Zöpfe müssen weg

Dieser Wandel hin zu einem digitalen Unternehmen bietet für Carsten Schröder aber nicht nur Risiken, sondern auch die Gelegenheit, alte Zöpfe abzuschneiden. Einerseits will er die neue Benutzeroberfläche etablieren und die Stabilität und Skalierbarkeit der ERP-Suite erhöhen, andererseits muss das gewohnte Standard-Dashboard ins Gras beißen: Es wird komplett eingestampft und ersetzt. Eine andere Schwachstelle ist offenbar die Export-Schnittstelle nach DATEV, die für viele Steuerberater wichtig ist: „Diese Schnittstelle wird refactored, also von Grund auf neu geschrieben.“

Mit Release 14 dürfte sich also einiges ändern, doch ab Anfang Mai „werden die Partner in die Entwicklung des Produkts direkt eingebunden“. Dass Vorgaben wie E-Rechnung und die ISO 20022 unterstützt werden, gehört zum Pflichtprogramm. Dass Microsoft Excel künftig mit Velixo nativ in Haufe X360 eingebunden wird, dürfte alle freuen, die auf die Tabellenkalkulation schwören. Schließlich ist sie ja eine Standardkomponente in MS365, dem verbreitetsten Produkt des Redmonder Softwareriesen.

Partner Awards

Als Familienunternehmen legt Haufe X360 großen Wert auf Partnerschaften auf Augenhöhe. Das zahlt sich aus: Das Partnernetzwerk wuchs in den letzten zwölf Monaten um 86 Prozent. Auf dem Haufe X360 Summit wurden herausragende Partnerleistungen gewürdigt:

Haufe X360 Silber-Partner:

  • easyKaufmann Solutions GmbH
  • System AG
  • nxt gen digital
  • Premium Technologies

Haufe X360 Gold-Partner:

  • GT Plus
  • Dittrich + Kollegen
  • MDIS Consulting
  • Lutz Consulting GmbH
  • Group 24
  • S + S Software Partner GmbH
  • Jucom
  • Handeln.de
  • BOLD + EPC Transform

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Business Excellence Awards besondere Leistungen in verschiedenen Bereichen ausgezeichnet:

  • Newcomer des Jahres: easyKaufmann Solutions GmbH
  • Kundenprojekt des Jahres (Kunde): Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
  • Kundenprojekt des Jahres (umsetzender Partner): group24 AG
  • Marketing Champion: S + S Software Partner GmbH
  • New Business Champion: Lutz Consulting GmbH

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