Bezahlalternative zu Kreditkarte und Paypal Girocard soll attraktiver werden, Händler-Whitelisting geplant

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Ob Mietwagen oder Hotel: künftig soll es möglich sein, derartige Leistungen mit der Girocard, landläufig auch „EC-Karte“ genannt, zu bezahlen. Immerhin ist sie das beliebteste Karten-Zahlungsmittel in Deutschland. Damit bekommen Kreditkarten und Paypal Konkurrenz.

Die Girocard soll neue Funktionen bekommen und damit Mastercard, Paypal und Co. Konkurrenz machen.(Bild: ©  Chris Redan - stock.adobe.com)
Die Girocard soll neue Funktionen bekommen und damit Mastercard, Paypal und Co. Konkurrenz machen.
(Bild: © Chris Redan - stock.adobe.com)

Die Girocard soll mit weiteren Anwendungsmöglichkeiten attraktiver für Nutzer werden. Voraussichtlich ab Frühjahr 2027 werden sogenannte In-App-Zahlungen möglich sein. „Wir sind in Gesprächen mit einigen großen Lebensmittelhändlern, was die Integration der Girocard in ihre Apps angeht“, sagte Christopher Kirsch, Direktor Produktentwicklung Girocard bei Euro Kartensysteme, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Bei der Veranstaltung DK Info in Berlin an diesem Mittwoch geht es unter anderem um die Weiterentwicklung der Girocard.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir Payback Pay für die Girocard nutzbar machen wollen. Payback setzt momentan noch auf Lastschrift und Kreditkarte. Wir wollen da mit der Girocard auch eine Rolle spielen“, sagte Kirsch. Zu den großen Partnern des Bonussystems Payback gehören unter anderen Aral, dm, Edeka und Thalia, dort können Einkäufe mit Payback Pay mobil bezahlt werden.

Händler-Whitelisting geplant

Bei den In-App-Zahlungen werde es auch etwas geben, „das neu ist fürs Girocard-System“, kündigte Kirsch an. „Wir führen ein Händler-Whitelisting ein. Das heißt, als Kunde kann ich einen Händler, bei dem ich öfter einkaufe, auf eine Whitelist setzen. Das ist dann ein vertrauenswürdiger Händler, bei dem ich nicht jede Transaktion noch zusätzlich authentifizieren muss.“

Voraussichtlich ebenfalls Anfang nächsten Jahres soll die Girocard genutzt werden können, um einen Mietwagen zu buchen oder ein Hotelzimmer zu reservieren. „Die Kartenausgeber, Sparkassen und Volksbanken, haben das bei sich schon in den Systemen umgesetzt“, sagte Kirsch. „Wir sind in Gesprächen mit allen Beteiligten und hoffen, dass wir Anfang nächsten Jahres so weit sein werden. Für Händler ist das definitiv günstiger als eine Kreditkartenlösung.“

Girocard meistgenutztes Karten-Zahlungsmittel

Ausweiten will Euro Kartensysteme die elektronische Alterskontrolle per Girocard, die es seit Mitte 2023 an Zigarettenautomaten gibt. Wird dort mit der digitalen Variante der Girocard per Smartphone oder Smartwatch bezahlt, wird automatisch geprüft, ob der Käufer wie erforderlich volljährig ist.

Dies könnte auch beim Kauf von Alkohol genutzt werden beim Bezahlen an der SB-Kasse im Supermarkt oder am Verkaufsautomaten. „Wir gehen davon aus, dass wir da demnächst in den Markt kommen, denn es ist einfach vorteilhaft für Händler, das zu machen“, wirbt Girocard-Entwickler Kirsch.

In Deutschland sind etwa 100 Millionen Girocards im Umlauf. Die Karte, die landläufig oft „EC-Karte“ genannt wird, ist beim Bezahlen ohne Schein und Münze hierzulande das am meisten genutzte Zahlungsmittel.

Teurer werden soll die Girocard mit den neuen Funktionen nicht: „Wir wollen die Kosteneffizienz auch mit den neuen Funktionen beibehalten“, sagt Kirsch. Abgeschafft werden sollen die Plastikkarten trotz des Trends zur Digitalisierung vorerst auch nicht: „Die physische Karte bleibt bis auf weiteres. Es gibt aber theoretisch die Möglichkeit, rein auf digitale Karten zu gehen, sofern die Karteninhaber dies wollen“, sagt Produktentwickler Kirsch. „Ich weiß nicht, ob wir in 20 Jahren noch physische Karten haben, aber Stand jetzt haben wir sie.“

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