Process Mining und RPA Geschäftsprozesse: Das Bessere ist des Guten Feind

Von Dr. Stefan Riedl

Anbieter zum Thema

Prozesse analysieren, optimieren und automatisieren. Das ist für Appian das Brot- und Buttergeschäft. Nach zwei erfolgten Firmenübernahmen legt das Unternehmen in Sachen „Robotic Process Automation“ und „Process ­Mining“ einen Gang zu.

Die Informatik kennt Methoden, um Wildwuchs in den Prozessen zu ordnen und zu strukturieren.
Die Informatik kennt Methoden, um Wildwuchs in den Prozessen zu ordnen und zu strukturieren.
(Bild: dampoint - stock.adobe.com)

Auf der „Appian Europe“-Veranstaltung in London präsentierte Prozessoptimierer ­Appian 750 Kunden und Partnern, wohin sich die Plattform entwickelt. Appian hat sich technologisch weiterentwickelt und sich RPA (Robotic Process Automation) sowie Process Mining gewidmet. Nach einem ersten Firmenzukauf Anfang 2020, wurde Appian RPA nun vollständig in die Plattform integriert. Das Thema „Process Mining“ kam im Sommer 2021 durch die Übernahme des deutschen Startup-Unternehmens Lana Labs dazu, deren Technologie auch in der Appian-Plattform eine neue Heimat findet.

Repetitive Aufgaben

„In einer Live-Animation wurde den Teilnehmern demonstriert, wie RPA die alltägliche Arbeit bei repetitiven Aufgaben erleichtern kann“, blickt Dirk Pohla, Managing Director DACH, Appian Software, zurück. Dazu wurde ein Bot konfiguriert, der täglich das Ausschreibungsportal der britischen Regierung besucht und anhand von Keywords die Ausschreibungen durchforstet. Aus ­Appian-Sicht könnten Keywords wie „­Software“, „Prozessautomatisierung“, „­Reporting“, „RPA“ et cetera im Ausschreibungskontext interessant sein, führt Pohla aus. So etwas sei von einem versierten RPA-Anwender in weniger als einer Stunde konfiguriert und spare Mitarbeitern Stunden an Arbeit.

Allgemein gesprochen, arbeitet man mit verschiedenen Variablen, um Verbesserungsmöglichkeiten zu finden.

Dirk Pohla, Managing Director DACH, Appian Software

„Lana Labs“-Process-Mining wird integriert

Die Process-Mining-Technologie von Lana Labs wurde erst teilweise integriert. Hier geht es um das Thema „laufende Prozessoptimierung“ in Unternehmen. Es gilt einer­seits, je schneller ein Prozess vonstattengeht, desto besser, aber auch die Qua­lität der Ergebnisse spielt eine Rolle. „Nehmen wir als konkretes Beispiel einen Order-to-Cash-Prozess, also den kompletten Vorgang von einer Bestellung bis hin zur Bezahlung. Jeder ausgeführte Prozess, das heißt jede Prozessinstanz, hat eine eindeutige ID.

Analysieren und Optimieren

Dirk Pohla, Managing Director DACH, Appian Software
Dirk Pohla, Managing Director DACH, Appian Software
(Bild: Appian)

Process Mining analysiert und optimiert den digitalen Footprint so eines Prozesses. Allgemein gesprochen, arbeitet man hier mit verschiedenen Variablen, um Verbesserungsmöglichkeiten zu finden“, führt der Appian-Manager aus. Beispielsweise könne dabei die Erkenntnis erwachsen, dass immer dann, wenn eine Variable namens „Location“ nicht Deutschland ist, der Prozess um das x-Fache in die Länge ­gezogen wird – wenn beispielsweise ein ­Ersatzteil aus dem benachbarten Ausland angeliefert werden muss, die Rechnungsstellung aus einem Service-Center in Polen oder die Bestellannahme aus einem Call-Center in Rumänien erfolgt. „Oder es wird anhand der Kennzahlen ersichtlich, dass der Order-to-Cash-Prozess bei einem Automobilzulieferer in der Zusammenarbeit mit Autohersteller A 20 Tage beträgt, der mit Autohersteller B aber 40 Tage, woraufhin man genauer nachforschen könnte, was da dahintersteckt“, sagt Pohla.

Der Data-Fabric-Ansatz

Das Appian-Hauptsteckenpferd ist und bleibt die Automatisierung von komplexen Geschäftsabläufen, darunter fallen auch unstrukturierte und datenzentrische Prozesse. Bereits vor etwa zehn Jahren habe man dazu die „Appian Record“-Komponente eingeführt, mit der komplexe Datenobjekte, wie beispielsweise Kunden, Waren, Verträge oder die Vorgänge selbst definiert werden können. Inzwischen ist im Markt statt Record allgemein von „Data Fabric“ die Rede.

Daten, Prozessschritte, Automatisierung

Der Prozess „Kunde will Gutschrift“ wäre ein Beispiel. Der Sachbearbeiter braucht hierfür das Master-Datum „Kunde“ aus dem CRM, das Master-Datum „Produkt“ aus dem ERP-System und das Master-Datum „Reklamation“ aus einem entsprechenden Tool. „Mit Hilfe der Data-Fabric-Technologie in Appian werden die nötigen Daten direkt aus den entsprechenden Systemen – CRM, ERP und Reklamations-Tool – ausgelesen und dem Sachbearbeiter in dem jeweiligen Prozess-Schritt auf dem Bildschirm angezeigt“, so der Manager.

Mit den Neuerungen wird die Appian-Plattform zum Prozessautomatisierungs-Allrounder samt Data Fabric, RPA, AI und Process Mining, fasst Pohla zusammen.

(ID:48770463)

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung