Intel hat die ersten elf Core-Ultra-Prozessoren offiziell vorgestellt. Sie sollen mit deutlich weniger Strom auskommen und trotzdem leistungsfähiger sein als die Core-CPUs der 13. Generation. Erste Notebooks mit Core Ultra sind bereits verfügbar.
Core Ultra, auch bekannt unter dem Codenamen Meteor Lake, ist die erste Consumer-CPU von Intel, die aus mehreren Tiles aufgebaut ist. Zu ihnen zählt neben den P- und E-Cores, Low-Power-Island mit zwei eigenen E-Cores, eine integrierte Arc-GPU mit deutlich höherer Leistung sowie eine NPU für die stromsparende Ausführung bestimmter KI-Workloads.
(Bild: Intel Corporation)
Über die Architektur von Meteor Lake – so der Codename der neuen Core-Ultra-Prozessoren für flache Notebooks und Mini-PCs – hat Intel bereits einige Informationen gegeben. Nun hat Intel die ersten der neuen Mobil-Prozessoren offiziell vorgestellt. Notebook-Hersteller wurden bereits mit Core-Ultra-Prozessoren versorgt, so dass die ersten Rechner mit den neuen Intel-CPUs bereits verfügbar sind.
Neuer Name für eine neue Generation
Die neue Nomenklatur für die kommenden CPUs soll deutlich machen, wie weit die Veränderungen im Vergleich zu den bisherigen Core-i-Prozessoren gehen: So wird Meteor Lake als erster Intel-Prozessor mit dem Intel-4-Prozess mittels EUV produziert. Das soll zu einer besseren Leistung und vor allem zu einer höheren Energieeffizienz führen. Einige Teile der CPU, wie etwa die Grafikeinheit, werden allerdings von TSMC produziert.
Die CPU besteht aus mehreren Tiles, die mittels Foveros-3D-Packaging miteinander verbunden sind. Neben P-Cores und E-Cores mit verbesserter Mikroarchitektur sind noch ein Low-Power-Island mit zwei besonders sparsamen E-Cores sowie eine KI-Einheit an Bord, die Intel Neural Processing Unit (NPU). Ebenfalls mit von der Partie sind ein Tile mit einer Intel-Arc-Grafikeinheit und ein I/O-Extender-Tile. Das Low-Power-Island ist praktisch ein vollwertiger SoC, der einfache Aufgaben übernehmen kann, ohne dass die CPU-Cores und die GPU aktiv werden müssen. So ist die Media- und Display-Engine von der GPU in den SoC gewandert und grundlegende I/O-Funktionen sind ebenfalls vorhanden.
Der nochmals um eine Stufe erweiterte hybride Aufbau von Meteor Lake soll für eine deutlich geringere Leistungsaufnahme sorgen. Die größten Einsparungen erzielt Meteor Lake laut Intel vor allem bei Workloads mit geringer CPU-Last, die von den E- oder nur den den neuen Low-Power-E-Cores übernommen werden, während der große Teile der CPU abgeschaltet sind. So soll ein Core Ultra7 165H beim Windows-Desktop im Idle-Modus um 79 Prozent weniger Strom benötigen, als ein AMD Ryzen 7 7840U. Beim Netflex-Streaming sollen es 48 Prozent weniger sein und bei einem aktiven Windows Desktop 36 Prozent weniger. Bei rechenintensiven Aufgaben wie Microsoft Teams oder Web-Browsing ist der Core Ultra laut Intel noch etwa sieben Prozent sparsamer.
Bei der Mulithreaded-CPU-Leistung hat Meteor Lake im Vergleich zu einem Core i7-1370P durch seine 16 Cores mit 22 Threads um 11 Prozent zugelegt. Der Core i7 verfügt über 12 Cores mit 16 Threads. Bei der Single-Threaded-Performance ist der Core Ultra dagegen bedingt durch die niedrigere Taktfrequenz um etwa neun Prozent langsamer. Hier hilft die verbesserte Mikroarchitektur bei Meteor Lake nur bedingt.
Nur noch U- und H-Prozessoren
Die bisherige Aufteilung in U-, P- und H-Modelle gehört der Vergangenheit an. Bei Meteor Lake gibt es nur noch Core-Ultra-U- und Core-Ultra-H-Prozessoren. Erstere verfügen grundsätzlich über zwei P-Cores mit Hyperthreading sowie über 10 E-Cores, zwei davon im Low-Power-Island. Zudem muss die Grafikeinheit mit vier Xe-Cores auskommen und nennt sich daher nur Intel Graphics statt Intel Arc. Die U-Modelle unterscheiden sich nur in der Taktfrequenz und der Base Power. Zunächst kommen die 15-Watt-Modelle, sie können im Turbo-Modus bis zu 57 Watt aufnehmen. Im kommenden Jahr folgen noch zwei 9-Watt-Prozessoren mit bis zu 30 Watt Maximum Turbo Power.
Größer sind die Unterschiede bei den Core-Ultra-H-Prozessoren. Zum Launch kommen die Prozessoren mit 28 Watt Base Power als Ersatz für die bisherigen P-Prozessoren. Als Spitzenmodell folgt im ersten Quartal 2024 noch der Core Ultra9 185H mit bis zu 5,1 GHz in Turbo Boost und 45 Watt Base Power. Die maximale Turbo Power liegt hier grundsätzlich bei 115 Watt, während bei den anderen H-Modellen die Notebook-Hersteller die Wahl zwischen 64 und 115 Watt haben. Von einer Intel-Arc-GPU dürfen die Hersteller nur sprechen, wenn die Geräte mit mindestens 16 GBRAM in Dual-Channel-Konfiguration bestückt sind und damit die GPU mit voller Leistung arbeiten kann.
Höhere GPU- und KI-Leistung
Bei den Core-Ultra-H-Prozessoren soll die Arc-GPU für eine bis zu doppelt so hohe 3D-Leistung sorgen, als bei den Iris-Xe-GPUs der Vorgänger. Zudem bietet sie mit Xe Super Sampling (XeSS) eine KI-basierte Upscaling-Funktion, DirectX-12-Ultimate-Unterstützung mit Hardware-Raytracing und eine verbesserte Media Engine mit AV1-Encoding. Zudem enthält die GPU eine DP4A-Engine, die nicht nur das Upscaling übernimmt, sondern auch KI-Inferencing-Aufgaben beschleunigen soll.
Stand: 08.12.2025
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Zu insgesamt höhere Leistung für KI-Berechnungen leisten alle Teile des Prozessors ihren Beitrag: Die P- und E-Cores, die Arc-GPU und die neue NPU. Sie soll lang andauernde KI-Aufgaben übernehmen, etwa das Ersetzen des Hintergrunds bei Videocalls, und dabei deutlich weniger Energie benötigen, als die anderen Teile des Prozessors. Insgesamt soll die Intel-CPU mit Intels OpenVino auch mit mehr KI-Engines und Datentypen zurechtkommen, als die Mobile-Prozessoren von AMD und Qualcomm.
Die Display-Engine in Meteor Lake unterstützt nun bis zu vier Displays mit HDMI 2.1, DisplayPort 2.1 20G und einem Embedded-DisplayPort 1.4b. Wenig Neues dagegen bei den Schnittstellen: es bleibt bei vier Thunderbolt-4-Ports. Allerdings wird nun zusätzlich zu Wi-Fi 6E auch Wi-Fi 7 unterstützt, sofern die Notebook-Hersteller einen passenden Controller einbauen.
Die Evo-Richtlinien hat Intel für Core Ultra überarbeitet. Zertifizierte Notebooks müssen nun mindestens zehn Stunden Akkulaufzeit unter realen Bedingungen liefern und mit 30 Minuten Ladezeit fit für weitere vier Stunden sein. Zudem fordert Intel eine höhere Leistung im Akkubetrieb und eine kürzere Zeit von weniger als 1,5 Sekunden zwischen dem Aufwachen aus dem Standby und der Anmeldung.