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Fallbeispiel II: Riege Software
Als Anbieter und Hosting-Partner von Softwarelösungen für die Luft- und Seefrachtabwicklung sowie Zollanwendungen kann sich Riege Software International keine Ausfälle bei seinen weltweit verteilten IT-Systemen leisten.
Mit der Softwarelösung Scope bietet Riege eine Integrationsplattform für den Nachrichtenaustausch mit Kunden, Behörden und dem Zoll – darunter beispielsweise der deutsche, niederländische und Schweizer Zoll. Alle Nachrichten fließen automatisch in das Archivierungssystem von Scope ein. Entsprechend der vereinbarten Service Level Agreements (SLAs) sind sie so jederzeit abrufbar. Jeder Zeitverzug durch den Ausfall oder eine Störung dieses Systems würde bei den Kunden von Riege Software International, die hauptsächlich weltweit Container verschiffen, enormen wirtschaftlichen Schaden anrichten.
Das war der Grund für Riege Software International, ein Monitoring-System für die gesamte IT-Infrastruktur an allen Standorten einzuführen. Auch hier kommt OMD zum Einsatz, auf Basis von Shinken. Mit wenigen Anpassungen kann man mit OMD/Shinken auch die Überwachung verteilter Standorte realisieren – bei Riege Software International sind das die Rechenzentren in Meerbusch, Frankfurt und Hongkong.
Im Gegensatz zu einer klassischen Nagios-Lösung, die eine eigene Konfiguration für jeden Standort erfordern würde, wird diese bei Shinken nur an einer Stelle gepflegt – bei Riege in der Zentrale in Meerbusch bei Düsseldorf. OMD auf Basis von Shinken stellt ein State-of-the-Art-Konzept für die Installation und den Betrieb von Monitoring-Systemen für verteilte Umgebungen bereit. Über das Web-Interface Thruk laufen alle Monitoring-Ergebnisse in der Zentrale in Meerbusch zusammen. Für die Ausfallsicherheit sorgen redundante Komponenten an jedem Standort: So übernehmen in jeder Niederlassung beispielsweise zwei Rechner parallel das Monitoring der Systemlandschaft vor Ort. Selbst bei einem Verlust der Netzwerkverbindung zu den Außenstandorten läuft dort das Monitoring damit autark weiter.
Faktoren für ein erfolgreiches Monitoring
Wie bei (fast) allen IT-Projekten sollten bei der Wahl einer geeigneten Monitoring-Lösung alle IT-Fach- sowie Betriebsabteilungen in den Auswahlprozess einbezogen werden. Denn erst wenn alle typischen Ausfallszenarien gesammelt sind, entsteht das Gesamt-Anforderungsprofil an die Monitoring-Lösung.
Dienstleister wie die Consol Consulting & Solutions Software GmbH, deren Spezialgebiet u.a. das Monitoring ist, erleben dabei immer wieder, dass die sich im Einsatz befindenden Herstellerlösungen bestimmte Wünsche der Abteilungen nicht erfüllen können. In einem solchen Fall empfiehlt Consol Open Source-Lösungen, bei denen sich Erweiterungen einfach selbst programmieren lassen.
Für den Fall, dass sich manche Administratoren nur ungern von ihren gewohnten Tools trennen, lässt sich ein Umbrella-Monitoring-System auch nur zum Versand von Alarmen nutzen, das eigentliche Monitoring bleibt dem Altsystem überlassen. Sinnvoll sind auch Lösungen mit offenen Standards für Protokolle und den Datenaustausch sowie die automatische Generierung der Konfigurationsdateien aus einer CMDB.
Ein zusätzlicher Vorteil einer Umbrella-Lösung gegenüber Einzellösungen bleibt jedoch und bringt großes Gewicht mit: Sie ist in ihrem Gesamtpaket updatefähig. Das minimiert den Updateaufwand erheblich.
Über den Autor
Gerhard Laußer ist Leiter der Business Unit Monitoring bei Consol.
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