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Channel Trends + Visions 2011 Fusion von Also und Actebis: „Keine Lagerbildung“

Redakteur: Regina Böckle

Auf der Hausmesse Channel Trends + Visions 2011 in Bochum präsentierten sich die fusionierten Distributoren Also und Actebis erstmals gemeinsam ihren Partnern. Wie weit die Zusammenarbeit der Straubinger und Soester gediehen ist, ließ sich hier gut ablesen.

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Klaus Hellmich (li.), CEO der Also-Actebis Holding, und Michael Dressen, Geschäftsführer Also Deutschland und Actebis Peacock, eröffnen den Party-Abend.
Klaus Hellmich (li.), CEO der Also-Actebis Holding, und Michael Dressen, Geschäftsführer Also Deutschland und Actebis Peacock, eröffnen den Party-Abend.
( Archiv: Vogel Business Media )

Als gegen 21 Uhr in der Bochumer Diskothek „Rombacher Hütte“ die Deckenlampen abgedimmt und die Bühnenscheinwerfer angeworfen werden, betreten die Actebis-Also-Chefs sichtlich bester Laune die Bühne: Klaus Hellmich in weißem Hemd und schwarzem Anzug, Michael Dressen in gepflegten blauen Jeans, hellblauem Hemd und dunkelblauem Jackett.

Auffallend: Klaus Hellmich trägt keine Krawatte und weder Hemdkragen noch Jackett sind zugeknöpft. Auf der Bühne. Vor rund zweitausend Partnern und Herstellern! Klaus Hellmich! Das hat es bislang nicht gegeben. Eine kleine Revolution, die sich da anbahnt.

Bildergalerie

Dressen zeigt kurz auf sein Jackett und sagt: „Ich habe für den Messetag einen firmeninternen Dresscode ausgegeben, mit der klaren Ansage: Abends Casual“. Hellmich blickt kurz auf seinen Anzug und kontert flunkernd – in Anspielung auf das Weltraum-Motto der Messe: „Ich trage ein Glitzerkostüm unter dem Hemd.“

Es folgen Begrüßung, Dankesworte. Dann zieht Dressen Bilanz: „Auf dieser ersten gemeinsamen Hausmesse von Actebis und Also waren heute mehr als 600 Also-Partner.“ Er hält kurz inne. „Also ich muss sagen, das schmerzt schon ein wenig.“ Er lässt den Satz ein paar Sekunden wirken, schiebt betrübt nach: „Das sind weitaus mehr, als wir jemals zu unseren eigenen Also-Hausmessen begrüßen konnten“, und strahlt.

(Mehr Impressionen zum Messetag und die Higlights der Partynacht vermitteltdie Bildergalerie).

Annäherung

So ähnlich die Firmenphilosophie beider Unternehmen schon in der Vergangenheit gewesen sein mag: Der Dresscode im Top-Management war es bislang nicht. Das scheint sich zu ändern. Und sofern eine Hausmesse als Seismograph für Zustand und Aussichten eines Distributors dienen kann, war in Bochum offensichtlich: Nicht nur das Management spricht eine gemeinsame Sprache, sondern auch die Mitarbeiter aller Abteilungen stecken schon mitten in der Ausarbeitung der Fusions-Details. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die sich Arbeitsweise – flache Hierarchien, schnelle Entscheidungen, Teamwork, klare Strukturen und frei von Allüren – in Soest wie Straubing schon in der Vergangenheit offenbar ähnelten.

Verzwickte Definitionen

Management der Also-Actebis (v.l.) Geschäftsführer: Dr. Ralf Retzko, Reiner Schwitzki mit Also-Actebis-Holding-COO/CIO Prof. Dr. Gustavo Möller-Hergt, sowie Also-Actebis-Deutschland-Chef Michael Dressen und Also-Actebis-CEO Klaus Hellmich. (Archiv: Vogel Business Media)

Doch keiner macht einen Hehl daraus, dass im nächsten halben Jahr noch ein satter Berg an Detail-Aufgaben zu wuppen ist. Der Teufel steckt wie immer im Detail – im Falle von Actebis und Also in der Definition der Begriffe. Ein Beispiel: „Actebis definiert Key-Account-Management ganz anders als Also, gleiches gilt für die Details der Deckungsbeiträge“, führt Prof. Gustavo Möller-Hergt, COO der Also-Actebis-Holding, aus. „Hier müssen wir also bei jedem Punkt erst einmal einen Schritt zurückgehen, uns auf eine gemeinsame Definition festlegen, ehe wir das künftige Procedere festlegen. Das mag eine aufwändige Arbeit sein, doch sie ist lösbar“. Dieser Punkt ebenso wie das noch fehlende gemeinsame ERP-System (SAP) bremsen aktuell das Tempo des Zusammenwachsens.

Wie Partner die Entwicklung bewerten, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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