Komplettpakete für den Online-Handel sind gefragt Full-Service-Angebote erleichtern den Einstieg ins E-Commerce-Geschäft

Autor / Redakteur: Günther Ohland / Dr. Stefan Riedl

Deutschland ist E-Business-Europameister – immer mehr Deutsche kaufen im Internet. Wer es auf Verkäuferseite richtig machen will, muss seine Prozesse dem neuen Geschäftsmodell anpassen. Full-Service Anbieter minimieren das Risko und sorgen für Transparenz, daher werden ihre Angebote rege nachgefragt.

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Wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) mitteilte, soll der Umsatz mit Waren, die im Internet bestellt werden, dieses Jahr um 15 Prozent auf voraussichtlich 15,4 Milliarden Euro wachsen. Diese Tatsache motiviert nicht nur Handelsunternehmen zum Aufbau einer eigenen Internet-Filiale, sondern auch Produktionsbetriebe nutzen den neuen Direktvertriebsweg. Doch die eigene Web-Präsenz ist nur die Spitze des Eisbergs. Geschäftsmodelle müssen angepasst und sinnvolle Prozesse eingerichtet werden. Full-Service-Anbieter helfen beim schnellen Start in diesem Umfeld.

Spannender Marktplatz

Laut dem Branchenverband Bitkom kaufen 17 Prozent der Deutschen im Internet ein, das eintspricht immerhin 12,7 Millionen Menschen. Zu Beginn der E-Commerce-Revolution ist man von acht bis höchstens 15 Prozent ausgegangen. Das Internet hat sich als Einkaufskanal neben dem Fachhandel und den Flächenmärkten etabliert. Während die klassischen Handelsunternehmen das Potenzial des Internets in der Regel früh erkannt haben, dachten sie doch in ihren althergebrachten Kategorien. Nun, wer erst einmal abgewartet hat, siehe Quelle, musste bitteres Lehrgeld zahlen. Doch auch die vermeintlich progressiveren nutzten und nutzen bis heute das wirkliche Potenzial des neuen Massenmediums nicht.

Das Web ist mehr als ein papierloser Katalog. Im Gegensatz zum Versandhauskatalog kann das Internetangebot jederzeit aktualisiert werden. Preise lassen sich anpassen, ausverkaufte Produkte entfernen, aktuelle Artikel kurzfristig aufnehmen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, Produkte mit einer Vielzahl von Bildern, Klängen, Bewegtbild und Individualisierung zu präsentieren. Innovative Anbieter wie Amazon eröffneten neue Dimensionen, wie sie nur das Internet bieten kann. Mit Hinweisen wie „vier von fünf Kunden, die diese Kamera gekauft haben, haben sich auch für den Zusatzakku entschieden“ lässt sich zusätzlicher Umsatz generieren, ganz wie der geschickte Verkäufer im Ladengeschäft. Kundenrezessionen tun ein Übriges, um den Kaufprozess zu beeinflussen. Das Informationsangebot vor dem Kauf wird dank E-Business viel größer und besser. Es ist anzunehmen, dass es diese neuen Funktionen waren, die letztlich für den Durchbruch des E-Commerce zu einem ernstzunehmenden Handelskanal gesorgt haben.

Gewusst wie

Inzwischen setzt sich die Erkenntnis durch, dass es nicht reicht, die bisherigen Prozesse an den neuen Absatzkanal anzudocken. Ein vom Katalogveröffentlichungsdatum dominierter Prozess ist im E-Commerce absolut fehl am Platze. Veröffentlichungstag ist im E-Business an jedem Tag. Das wirkt sich natürlich auch auf den Warenbeschaffungs- und Versandprozess erheblich aus. Die Lagerwirtschaft bekommt ganz andere, neue Zielesetzungen.

Für Unternehmen, die bisher nie an Endkunden geliefert haben und nun ein Factory-Outlet im Internet betreiben, eröffnen sich gute zusätzliche Absatzmöglichkeiten mit hervorragenden Margen, doch Endkunden „ticken ganz anders“, als die bisherigen B2B-Direktvertriebskunden oder der Großhandel. Ersatzteile, Rückläufer und Überbestände lassen sich bestens an den Mann oder die Frau bringen, doch wenn die Prozesse des Unternehmens nicht auf das E-Business ausgerichtet sind, ist ein organisatorisches und finanzielles Desaster absehbar.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum der Aufwand beim Umgang mit Prozessen oft unterschätzt wird.

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