Distributoren vollziehen radikale Kurskorrektur bei Frachtkostenmodellen Frachtfrei war gestern

Redakteur: Regina Böckle

Für Reseller, die bislang keine Frachtkosten zahlten, oder nur einen marginalen Beitrag dafür berappten, wird sich in Kürze einiges ändern. Denn wie die Umfrage der IT-BUSINESS unter den Distributoren ergab, sieht sich kein Grossist mehr imstande, die unter anderem durch steigende Energiepreise verursachten Frachtkosten einfach abzufedern. Fazit: Frachtkosten müssen künftig von allen bezahlt werden.

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Auch der IT-Handel muss künftig Frachtkosten bezahlen.
Auch der IT-Handel muss künftig Frachtkosten bezahlen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Es ist ein ganzes Bündel von Ursachen, die die Distribution jetzt dazu zwingt, die anfallenden Frachtkosten nicht mehr länger aus eigener Tasche zu bezahlen, sondern generell an den Handel weiter zu geben. Eine radikale Kurskorrektur war offenbar unumgänglich – die Aussagen der von IT-BUSINESS befragten Distributoren zu diesem Thema waren deutlich.

»Der Reseller wird damit rechnen müssen, dass künftig Frachtkosten die Regel und nicht die Ausnahme sein werden«, bringt es Klaus Hellmich, Vorsitzender der Actebis-Geschäftsführung auf den Punkt. »Wir sind künftig gezwungen, den realen Kostenanstieg 1:1 an den Fachhandel weiterzugeben.«

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Ähnlich klare Worte sind auch seitens Tech Datas zu vernehmen: »Die Zeit ist jetzt reif für einen Wandel«, sagt Tech-Data-Geschäftsführerin Simone Frömming. »Wir müssen endlich Nägel mit Köpfen machen, wie Transportkosten in Zukunft gerecht verteilt werden können. Die Rahmenbedingungen in der Wirtschaft haben sich in den letzten Jahren signifikant geändert, und das kann nicht weiter ignoriert werden: dauerhaft frachtfrei war gestern, eine faire Umlage ist heute.«

Und auch aus Sicht von Ingram-Micro-Chef Gerhard Schulz steht die Distribution vor einer Wende: »Wir müssen sicherstellen, dass wir künftig unsere Frachtkosten in weit höherem Maße durch den Handel gedeckt bekommen«.

In die gleiche Kerbe schlägt Thomas Kasper, Head of Commercial Distribution von Also: »Wir haben uns zum Ziel gesetzt, jene Kosten, die durch uns nicht zu beeinflussen sind, verursachungsgerecht, fair und transparent an unsere Kunden weiterzugeben.«

Frachtkosten-Modelle im Umbruch

Wie die Umfrage der IT-BUSINESS weiter ergab, arbeiten derzeit alle Broadliner fieberhaft an der grundlegenden Neugestaltung ihrer Frachtkosten-Modelle. Fertig ist offenbar noch keiner damit, aber das dürfte nur mehr eine Frage von wenigen Wochen sein.

Bei der Maut-Frage gestalten sich die Antwort noch einfach: »Die angekündigte Erhöhung der LKW-Maut werden wir durchreichen und die von uns erhobenen Maut-Zuschläge anpassen«, erklärt Also-Chef Thomas Kasper. Die Kosten für die LKW-Maut weist der Straubinger Distributor separat auf der Rechnung aus. Und auch Ingram-Micro-Chef Schulz kündigt an: »Wenn die Maut-Erhöhung kommt, werden wir die Maut-Kosten sicherlich auch an den Handel weiter geben müssen.«

Wie weit die Details zu den neuen Frachtmodellen gediehen sind, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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