Distributoren vollziehen radikale Kurskorrektur bei Frachtkostenmodellen

Frachtfrei war gestern

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Zu den Ursachen

Die Gründe, weshalb nach jahrelanger Diskussion jetzt die Schmerzgrenze in der Distribution erreicht ist, sind vielfältig, und nicht weniger komplex. So will die Bundesregierung die Lkw-Maut ab 2009 kräftig erhöhen – von heute durchschnittlich 13,5 auf 16,2 Cent pro Kilometer, je nach Achszahl und Umweltfreundlichkeit des jeweiligen Fahrzeugs. Angesichts der weiter steigenden Energiepreise wächst der Druck auf Spediteure – und damit auch auf deren Kunden aus der IT-Distribution – massiv an. Denn die Transportindustrie signalisiert ganz klar, dass sie diese Kosten weiter geben muss und wird.

Prekäre Lage im gesamten IT-Markt

Hinzu kommen zwei weitere Entwicklungen, die die Rahmenbedingungen für die gesamte Distributions-Branche in der jüngsten Zeit gravierend verändert haben: Während die Kosten für die Fracht weiter steigen, sind die Preise für IT-Produkte – und damit die zu realisierenden Margen – gefallen. Beispiel Notebooks: Im ersten Quartal dieses Jahres sanken hier die Preise europaweit im Jahresvergleich um 25 Prozent. Das hat den Stückkostenpreis in der Distribution durchschnittlich um 30 bis 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Das entspricht etwa dem Prozentsatz, um den die Energiepreise gestiegen sind.

Der Dollarkurs ist ein wesentlicher, allerdings nicht der einzige Treiber für den Verfall der Produktpreise. Lag der der Dollar-Euro-Wechselkurs vergangenes Jahr noch bei unter 1,30 Euro, ist er heute schon bei 1,58 Euro angekommen. »Es ist davon auszugehen, dass in den USA die Leitzinsen bestenfalls gehalten, wenn nicht gar gesenkt werden. Die Schere zwischen den Währungen wird also weiter aufklappen«, schätzt Ingram-Micro-Chef Schulz.

Doch erschwerend kommt hinzu, dass die IT-Branche beispielsweise im Gegensatz zur Automobil-Industrie bislang offenbar nicht in der Lage war, europaweit ein durchgängiges Preiskonzept für ihre Produkte durchzusetzen.

Aus all diesen Gründen sind die Frachtkosten in der Distribution zum mittlerweile zweitgrößten Kostenblock angewachsen, direkt nach den Personalkosten. Doch wie es scheint, ziehen sie nun endgültig die Handbremse, ehe sie von den Frachtkosten gänzlich überrollt werden.

Diskutieren Sie mit im

Forum der IT-BUSINESS, welche Folgen diese geänderte Frachtkosten-Politik für Sie haben wird!

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2013873)