Distributoren vollziehen radikale Kurskorrektur bei Frachtkostenmodellen

Frachtfrei war gestern

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An den Details wird noch gefeilt

Komplizierter wird es bei allen anderen Themen rund um den Kern der Frachtkosten. Auf die Frage, wie das Konzept der Zukunft genau aussehen wird, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nur vage Antworten: »Actebis Peacock konnte den Fachhandelspartnern bislang extrem günstige Frachtkosten anbieten. Davon haben insbesondere auch die Kunden profitiert, die hauptsächlich kleinere Mengen bestellen. Diese für den Fachhandel sehr komfortable Situation kann künftig so nicht mehr aufrecht erhalten werden. Die Energie- und Mautkosten werden dieses Mal definitiv zu Preissteigerungen führen.«

Bei Ingram Micro will man nicht notwendigerweise die Frachtkosten erhöhen, sondern über verschiedene Maßnahmen versuchen, die Frachtkostendeckung zu erhöhen. »Es gibt heute etliche Kunden, die frachtkostenfrei beliefert werden. Von ihnen werden wir künftig Fracht verlangen müssen. In welchem Umfang, kann ich heute noch nicht sagen«, erklärt Schulz. Erneute Mindermengenzuschläge sollen jedoch erst einmal nicht Teil des Maßnahmenkatalogs sein.

Tech Data-Chefin Frömming kündigte an, man werde in Kürze ein neues Logistikkonzept verabschieden, das unter anderem ein zukunftsorientiertes Frachtkostenmodell beinhalten wird. »Wir arbeiten intensiv an einer reibungslosen Supply Chain, und das neue Konzept wird geprägt sein von zusätzlichen logistischen Servicedienstleistungen für unsere Händler und optimierten Lieferprozessen«. Nähere Informationen gebe es dazu ebenfalls noch nicht.

Auch aus Sicht von COS-Chef Michael Krings steht die Distribution in Sachen Frachtkosten vor einer Wende. »Wir werden im Interesse der Kunden die Kosten für die Ware künftig viel stärker von den Kosten für den Transport trennen müssen und sie transparenter machen.« Dabei werde man werde alles tun, um die Frachtkosten für die Partner gering zu halten.

Gerade bei kleineren Bestellvolumen empfiehlt Krings ebenfalls eine Bündelung der Aufträge. »Wer vernünftig bestellt, für den wird sich nur wenig ändern«, sagt Krings. »Reseller, die die Internet-Möglichkeiten nutzen, werden generell weniger bezahlen, denn damit werden weniger Prozesskosten verursacht, und diesen Vorteil werden wir Kunden in Form von Frachtkostenrabatten weiter reichen.«

Lediglich Also sieht hier keinen Handlungsbedarf: »Das bestehende Konzept bietet unseren Kunden die größtmögliche Transparenz. Also weist die Kosten für die LKW-Maut separat auf der Rechnung aus. Dieses Konzept wollen wir unverändert beibehalten«, sagt Thomas Kasper.

Welche Möglichkeiten Fachhändler nutzen können, um ihre Frachtkosten auch künftig niedrig zu halten, finden Sie auf der folgenden Seite.

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