bevh-Studie E-Commerce treibt deutsche Wirtschaft an

Autor: Heidemarie Schuster

Eine Studie vom bevh zeigt auf, dass E-Commerce Leistungs- und Innovationsträger für die gesamte deutsche Wirtschaft ist. Über 1,2 Millionen Menschen sind im digitalen Handel beschäftigt und steigern den Wohlstand um über 100 Milliarden Euro jährlich.

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Seit seinen Anfängen hat sich der E-Commerce zu einem wichtigen Bestandteil der globalen Wirtschaft entwickelt und verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren jährliche Wachstumsraten zwischen 13 und 28 Prozent.
Seit seinen Anfängen hat sich der E-Commerce zu einem wichtigen Bestandteil der globalen Wirtschaft entwickelt und verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren jährliche Wachstumsraten zwischen 13 und 28 Prozent.
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Seit 26 Jahren gibt es E-Commerce in Deutschland. Er hat sich zum starken Treiber von Wohlstand sowie Arbeit entwickelt und trägt jährlich allein schon 100 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Über die direkt zurechenbaren Umsätze und Gewinne hinaus stimuliert E-Commerce das Wachstum auf allen Handelsstufen, bei Lieferanten und Dienstleistern. Vor allem aber trägt der digitale Handel zum gesellschaftlichen Wohlstand bei, wie eine Studie des Forschungsinstituts Copenhagen Economics zeigt, die im Auftrag des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) durchgeführt wurde.

1,2 Millionen Jobs

In der E-Commerce Branche sind direkt und indirekt über 1,2 Millionen Menschen beschäftigt (1.256.400 Beschäftigte und damit nur etwas weniger als die Automobilindustrie in Deutschland mit 1.283.000 Beschäftigten), wobei auf 100 neue Arbeitsplätze im E-Commerce weitere 66 im Umfeld entstehen. Mit 100 Milliarden Euro an Wertschöpfung trägt der Sektor außerdem 2,9 Prozentpunkte zum Bruttoinlandsprodukt bei, so die Studie. Zum Vergleich: Der Beitrag zum BIP durch die deutsche Automobilindustrie liegt mit 4,9 nur 2 Prozentpunkte höher.

B2B dominiert

Bei allen B2B-und B2C-Transaktionen stellt E-Commerce einen wichtigen Vertriebskanal für Waren und Dienstleistungen dar. 2019 erwirtschaftete der E-Commerce etwa 369 Milliarden Euro mit direkten B2B-Verkäufen (ohne den elektronischen Austausch von Unterlagen). Hinzu kommen indirekte Umsätze von 222 Milliarden Euro entlang der B2B-Lieferkette. Die Umsätze im B2C-E-Commerce beliefen sich auf etwa 99 Milliarden Euro, wobei zusätzliche 64 Milliarden indirekt entlang der Lieferkette erwirtschaftet wurden.

Die B2B-Umsätze sind in absoluten Zahlen drei bis viermal höher als die E-Commerce-Umsätze aus B2C-Transaktionen. Da aber der B2B-Markt gemessen am Gesamtumsatz (online und offline) größer ist, fällt der Online-Anteil der B2B-Umsätze niedriger aus als bei B2C. Zwischen den Produktkategorien, die Verbraucher und Unternehmen online erwerben gibt es deutliche Unterschiede. Private Verbraucher fragen überwiegend Kleidung und Schuhe nach, gefolgt von Elektronik, PCs und PC-Zubehör (einschließlich Softwaredownloads). Mobilitätsdienstleistungen wie Bahn-und Flugtickets sowie Reisedienstleistungen wie Hotelbuchungen sind ebenfalls sehr beliebt. Beim E-Commerce im B2B-Bereich waren die häufigsten Kategorien ITK-Ausrüstung, Lebensmittel und Getränke, gefolgt von Bürobedarf.

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