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Onventis-Studie

Digitalisierung im Einkauf läuft schleppend

| Redakteur: Heidemarie Schuster

Die Studie „Trendgeflüster 2016/17“ hat ergeben, dass die Digitalisierung im Einkauf noch deutlichen Nachholbedarf hat.
Die Studie „Trendgeflüster 2016/17“ hat ergeben, dass die Digitalisierung im Einkauf noch deutlichen Nachholbedarf hat. (Bild: Pixabay)

Für die Studie „Trendgeflüster 2016/17“ haben Onventis und der BME 240 Unternehmen zu ihrer strategischen Planung sowie Investitionen in Einkauf und Beschaffung befragt. Dabei kam heraus, dass die Digitalisierungswünsche groß sind, an der Umsetzung es aber noch hapert.

Insgesamt gaben bei der Umfrage „Trendgeflüster 2016/17“ 98 Prozent der 240 befragten Unternehmen an, dass Digitalisierung für sie ein wichtiges Thema ist. Die Investitionsbereitschaft zeugt bei weitem nicht in allen Bereichen von dieser hohen Priorität. Wenn 99 Prozent der Beschaffer das Supplier Networking für relativ wichtig erachten, jedoch 38 Prozent noch gar keine Budgets dafür einplanen, klafft da eine gewaltige Lücke, erklärt der IT-Lösungsanbieter Onventis, der die Studie gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) durchgeführt hat. Dementsprechend ist die Reaktionszeit im Einkauf oft alles andere als agil, was sich besonders bei Marktveränderungen zeigt. So können 52 Prozent erst binnen mehrerer Wochen auf Veränderungen im Unternehmen reagieren und nur 26 Prozent innerhalb weniger Tage.

Im Wesentlichen haben die langsamen Reaktionszeiten ihre Ursache in der unzureichenden digitalen Prozessunterstützung, so Onventis. „Wenn die Supply Chain nicht durchgängig digital unterstützt wird, wirkt sich das auf alle Bereich aus“, so der Onventis-CEO Frank Schmidt. Ohne integrierte Supplier Collaboration werde künftig keine Beschaffung mehr auskommen. „Was heute am Budget für das Netzwerken gespart wird, schlägt sich morgen auf die Beschaffungskosten nieder.“ Am Ende zahle man beim Einkauf drauf.

Spend Analysis

Kaum anders sieht es bei den übrigen elektronisch unterstützten Beschaffungsprozessen aus. Für viele noch ein unbeschriebenes Blatt ist Spend Analysis: Obwohl 83 Prozent der Befragten das Thema für wichtig erachten, hält doch knapp die Hälfte (49 Prozent) noch kein ausreichendes Budget dafür bereit. Hierdurch vergeben die Unternehmen die Chance, durch intelligente Lieferantenanalysen gezielt Potenziale und Risiken zu ermitteln, so Onventis. Auch das Supplier Relationship Management (SRM) ist einem Großteil (85 Prozent) der Umfrageteilnehmer wichtig bis sehr wichtig, trotzdem investieren auch hier 20 Prozent bisher überhaupt nicht oder nur unzureichend.

In den vergangenen Jahren wurde zwar viel für Relationship Management getan, aber vorwiegend mit Fokus auf den Kunden, sprich CRM und Vertriebsunterstützung. „Wer eine partnerschaftliche Lieferantenbeziehung pflegt, der betrachtet seine Lieferanten für ebenso wichtig wie seine Kunden“, betont der Onventis-CEO.

Fast identisch verhält es sich beim Sourcing und Contract Management. Beide Bereiche halten 85 Prozent der 240 befragten Unternehmen für wichtig bis sehr wichtig, doch auch hier hält sich die Investitionsbereitschaft in Grenzen: Für Sourcing steht 42 Prozent der Beschaffer nur teilweise oder gar kein Budget zur Verfügung, für Contract Management hat mit 55 Prozent mehr als die Hälfte keine ausreichenden Mittel an der Hand.

„Da besteht noch erheblich Nachholbedarf bei der Digitalisierung des Einkaufs“, so das Fazit von Frank Schmidt. „Nur wer seine Lieferanten und Einkaufsprozesse genau kennt, der kann Risiken reduzieren, Engpässe frühzeitig erkennen und bei Bedarf gezielt gegensteuern.“

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