Firmengründer Siegbert Wortmann über die Treue zum Fachhandel und zur Heimat Die Wortmann AG wuchs vom elterlichen Wohnhaus auf neun Hallen

Redakteur: Sarah Gandorfer

Siegbert Wortmann, Gründer und Chef der gleichnamigen AG, ist seiner Heimat immer treu geblieben. Das ist ein Grund, warum sein Unternehmen so erfolgreich ist. Doch das ist nicht das ganze Geheimrezept.

Firmen zum Thema

Siegbert Wortmann, Gründer und Chef der Wortmann AG
Siegbert Wortmann, Gründer und Chef der Wortmann AG

ITB: 25 Jahre in der IT-Branche, das ist eine lange Zeit. Wie hat alles begonnen?

Wortmann: Im elterlichen Wohnhaus. Dort entstand 1986 gemeinsam mit meiner Frau Gabriele und meinem Fußballfreund Thomas Knicker die „Wortmann Terra Impex Computer- und Datenverarbeitungs GmbH“.

ITB: Hätten Sie damals gedacht, dass aus der mit Computerzubehör zugestellten Wohnung ein Fimenkomplex mit neun Lagerhallen und Produktionsstätten wird?

Wortmann: Dass ein Unternehmen dieser Größenordnung entstehen würde, haben wir nicht einmal zu träumen gewagt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

ITB: Was steckt hinter diesem Erfolg?

Wortmann: Es gab in unserem Unternehmen nie Stillstand. Viel Arbeit, etwas Glück sowie Ehrlichkeit und Vertrauen waren erforderlich, diesen Weg zu gehen. Gute Partner wie der Fachhandel kamen hinzu und haben uns bestärkt, uns immer wieder an neue Aufgaben heranzuwagen.

ITB: Die meisten Produzenten zieht es in Billiglohnländer. Ihr Slogan ist „IT made in Germany“. Lohnt sich das?

Wortmann: Der Anteil der Personalkosten an einem Rechner hierzulande bei den entsprechenden Stückzahlen beträgt 20 bis 30 Euro. In China können Sie sich vielleicht 15 Euro pro Rechner sparen, dafür kommen die Frachtkosten hinzu. Denn wenn Sie nicht nur die Komponenten, sondern Komplettsysteme nach Deutschland transportieren, müssen Sie größere Volumen mit viel Luft transportieren. Zudem sind die PCs zirka sechs Wochen per Frachtschiff unterwegs – entsprechend wenig flexibel kann auf Kundenwünsche reagiert werden. Hierzulande können wir einfacher Built-to-Order umzusetzen. Hinzu kommt die Fachkompetenz, die wir in Deutschland haben. Wir können somit hochwertige Geräte auch in geringer Stückzahl bauen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie lange Wortmann braucht, ein BtO-Gerät zu fertigen und warum sinkende Absatzzahlen im IT-Markt das Unternehmen nicht treffen.

(ID:29054700)