Firmengründer Siegbert Wortmann über die Treue zum Fachhandel und zur Heimat

Die Wortmann AG wuchs vom elterlichen Wohnhaus auf neun Hallen

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ITB: Wie lange braucht es eigentlich, bis ein BtO-Gerät fertig ist?

Wortmann: Einen PC oder ein Notebook mit individueller Ausstattung produzieren wir binnen maximal 24 Stunden. Bei einem BtO-Server dauert es maximal 48 Stunden.

ITB: Neben der Wortmann AG gibt es außerdem die auf Speziallösungen fokussierten Töchter Roda Computer GmbH und Medical Computers Deutschland GmbH. Wie sieht hier die Beteiligung aus?

Wortmann: Beide gehören mit einer Mehrheit von 51 Prozent zu Wortmann.

ITB: Über die Tochter Roda, die in Lichtenau sitzt, produzieren Sie outdoor-taugliche mobile Geräte für militärische Zwecke und beliefern damit auch die Bundeswehr. So ein Notebook kostet um die fünf- bis sechstausend Euro. Tragen die langfristigen Aufträge der Bundeswehr zur Stabilität des Unternehmens bei?

Wortmann: Natürlich.

ITB: Macht sich die Verunsicherung der Händler bezüglich HP eigentlich bereits auf den Absatz von Wortmann-PCs bemerkbar?

Wortmann: Das ist gerade acht Wochen her, deshalb gibt es noch keine Auswirkungen.

ITB: Und damals bei der Insolvenz von Maxdata, welcher Hersteller hat Ihrer Meinung nach davon profitiert?

Wortmann: Maxdata hatte noch im Jahr der Insolvenz 900 Millionen Euro Umsatz. Von der Insolvenz profitierten zunächst einmal Siemens, HP und Dell. Später dürften sich aber einige der von der schlechten Erreichbarkeit ihrer Ansprechpartner bei den großen Herstellern enttäuschten Händler uns zugewendet haben.

ITB: Bereits seit Jahren fallen die Einkaufspreise für PCs und Notebooks auf dem IT-Markt. Bis voriges Jahr konnte das durch steigende Absatzzahlen ausgeglichen werden. Nun sinken jedoch auch die Verkaufszahlen. Wie wirkt sich das auf die Wortmann AG aus?

Wortmann: Bei uns sind die Absatzzahlen gestiegen. Aber wir sind rein im B2B-Markt tätig und nicht wie die meisten Wettbewerber im Konsumersegment unterwegs. Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschafteten wir einen Umsatz von knapp 410 Millionen Euro. Im laufenden Geschäftsjahr konnten wir uns um rund 25 Prozent steigern.

ITB: Wollen Sie dieses Jahr die 500-Millionen-Euro-Hürde knacken?

Wortmann: Das wäre schön. Allerdings könnte das Geschäft gegen Jahresende noch abflauen. Wie dem auch sei, wir sind zum Glück niemandem Rechenschaft schuldig. Von uns erwarten keine Aktionäre oder Investment-Gesellschaften irgendwelche Profitsprünge. Seit Bestehen der Firma können wir, bis auf ein einziges Jahr, ein jährliches Wachstum von mindestens fünf Prozent vorweisen. Wir sind von Anfang an auf ein moderates Wachstum ausgerichtet, denn wer zu schnell zu viel erreichen will, wird scheitern.

ITB: Wie verteilt sich der Umsatz auf die Produktion und Distribution?

Wortmann: Das teilt sich ungefähr fifty-fifty auf.

ITB: Als was sieht sich Wortmann nun eigentlich eher, als Distributor oder Hersteller?

Wortmann: Wortmann ist in erster Linie Hersteller. Die Distributions-Sparte wurde ins Leben gerufen, weil wir neben der Eigenmarke unseren Partnern auch die passende Gesamtlösung anbieten wollten. Zudem ist ausschlaggebend, dass der Name Terra in Deutschland sehr bekannt ist. Das hebt uns von den normalen Distributoren ab. Es ist einfach etwas anderes, als wenn ich Artikel anderer Hersteller vertreibe.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Siegbert Wortmann das Verhältnis zu den Partnern sieht und welche Service-Leistungen es für Reseller gibt.

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