Viele KMU wollen digitalisieren, wissen aber nicht wie. Hier kommen die Telekom und deren Mittelstandsvertrieb ins Spiel. Jochen Bösl, der für letzteren verantwortlich ist, weiß: Es geht um Nähe zum Kunden, um Unterstützung bei der Lösungsfindung, Implementierung und Betrieb. Dafür hat das Magenta-Team einige Ideen im Köcher.
Jochen Bösl leitet bei der Telekom Deutschland als Senior Vice President den Mittelstandsvertrieb für Geschäftskunden.
(Bild: Deutsche Telekom AG/Norbert Ittermann)
Keine Zeit, zu viel Bürokratie, zunehmende Security-Bedrohungen, Digitalisierung bestehender Prozesse. Diesen vier Herausforderungen sehen sich KMU laut einer Sellwerk-Studie gegenüber, wenn es um die Digitalisierung geht. Dabei ist fast allen bewusst, dass es ohne Digitalisierung eben auch nicht geht. Vor allem dann nicht, wenn man sich zukunftsfähig aufstellen möchte. Die Lösung? Auf externes Knowhow setzen. Und hier kommt die Deutsche Telekom ins Spiel. Wer bei den Bonnern nur an Festnetz, Mobilfunk und 5G denkt, der sieht nur einen Bruchteil der Kompetenzen, über die das Magenta-Team verfügt. Als „Digitalisierungspartner für den Mittelstand“ tritt die Deutsche Telekom an und explizit das Team von Jochen Bösl, der bei der Telekom Deutschland als Senior Vice President den Mittelstandsvertrieb für Geschäftskunden leitet.
Unterstützung bei Förderanträgen
„Wir haben über 1.000 Vertriebsmitarbeiter in Deutschland“, erläutert der Manager. Und mit diesen möchte er den Mittelstand digitalisieren – mit End-to-End-Lösungen, mit Prozess-Beratung, mit Hilfe bei Förderanträgen und mit einem Blick auf Nachhaltigkeit. „Wir gehen zu den Unternehmen und finden gemeinsam heraus, welche digitalen Herausforderungen sie haben. Darauf aufbauend bieten wir maßgeschneiderte Lösungen an. Unsere Kunden bekommen IT und Konnektivität aus einer Hand und müssen sich auch nicht um Implementierung und Betrieb kümmern,“ führt Bösl aus. Und das werde sehr gut angenommen, so der Manager.
Wenn Sie es nicht schaffen, den Geschäftsführer zu überzeugen, dass Digitalisierung essenziell ist, dann werden Sie es nicht schaffen, dieses Unternehmen zu digitalisieren.
Jochen Bösl, Senior Vice President für den Mittelstandsvertrieb für Geschäftskunden bei der Deutschen Telekom
Das Vertriebsteam um Bösl betreut rund 170.000 mittelständische Unternehmen. Jeder Kunde hat einen persönlichen Account Manager mit einem Team für die Betreuung vor Ort. Mit hoher fachlicher und technischer Expertise bietet das Team passgenaue Lösungen für alle Domänen der Digitalisierung an. Das Spektrum reicht von Konnektivität bis zu IT-Services. Diese Struktur ist wichtig, da die Anforderungen und der Digitalisierungsgrad der Mittelständler stark variieren. So kann jeder Kunde individuell begleitet werden.
Ein Grundsatz gelte dennoch für alle: „Wenn Sie es nicht schaffen, auch den Geschäftsführer davon zu überzeugen, dass Digitalisierung essenziell ist, dann werden Sie es nicht schaffen, dieses Unternehmen zu digitalisieren.“ Bösl erzählt von einem mittelständischen Betrieb der in Schieflage geraten ist, weil es an einer einheitlichen digitalen Infrastruktur fehlte. Solche Fälle zeigen, wie wichtig es ist, die Digitalisierung nicht nur als technologische Herausforderung zu betrachten, sondern auch als Prozessoptimierung innerhalb der Unternehmen.
Generationswechsel sorgt für mehr digitale Affinität
Der Telekom kommt zugute, dass viele inhabergeführte Unternehmen vor einem Generationswechsel stehen. Die jüngere Generation ist oft digitalaffiner. „Unsere Eintrittskarte ist meist eine UC- oder SaaS-Lösung aus der Cloud“, erklärt Bösl. Ein Beispiel ist Magenta Business Collaboration, das alle wichtigen UC-Features bietet und sich mit weiteren Lösungen, wie Microsoft, integrieren lässt. Die Stärke der Telekom liegt in den fertigen Bundles, bei denen alle Komponenten bereits abgestimmt sind. Der Kunde muss sich weder um das Zusammenspiel noch um Installation und Betrieb kümmern. Auch Kooperationen mit innovativen Dienstleistern sind möglich, wenn ihre Lösungen zum Telekom-Portfolio passen, so Bösl.
StartUp-Plattform für individuelle Lösungen
Wenn es für ein Unternehmen individueller sein muss, kann die Telekom mit ihrem TechBoost-Programm punkten. Unter diesem Dach arbeiten inzwischen über 1.000 Startups mit ihren Lösungen. „Das unterscheidet uns von anderen“, betont Bösl ein wenig stolz. Startups im Programm erhalten ein kostenfreies Kontingent von 100.000 Euro auf der Open Telekom Cloud, um ihre Lösungen zu entwickeln und zu betreiben. Der Vorteil für die Telekom und ihre Kunden: Bei speziellen Anforderungen organisiert das Team Magenta beispielsweise Workshops, in denen mehrere Startups gemeinsam mit dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen erarbeiten. „Das ist ein sehr erfolgreiches Vertriebsinstrument. Kunden finden so schnell clevere Lösungen, ohne lange suchen zu müssen“, so Bösl.
Ein weiteres Angebot der Telekom ist das „Schubkraft“-Programm, das sich mit Fördergeldern beschäftigt. Förderprogramme spielen eine entscheidende Rolle, insbesondere für Mittelständler, die oft nicht über die finanziellen Mittel und das Knowhow verfügen, um große IT-Investitionen ohne externe Unterstützung zu stemmen. Die Schubkraft-Einheit unterstützt das Vertriebsteam und die Kunden, Fördermöglichkeiten zu identifizieren und Unternehmen durch den Antragsprozess zu führen. „Die Pflegebranche ist hier ein Paradebeispiel. Diese wollen wir sehr aktiv angehen. Dort ist das Digitalisierungspotenzial hoch, es gibt Fördermittel – aber es fehlt das IT-Knowhow, weil dieses nicht zu deren Kernkompetenz gehört“, so Bösl.
Stand: 08.12.2025
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Europäischer Anbieter
Neben den technologischen Themen rückt auch die Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus. Viele Unternehmen sehen in nachhaltigen Geschäftsmodellen nicht nur einen Wettbewerbsvorteil, sondern auch eine Möglichkeit, sich positiv im Markt zu positionieren.
Auf technologischer Ebene beschäftigen den Mittelstand vor allem Cloud, Security und KI. „Die meisten bevorzugen hybride Cloud-Umgebungen und brauchen dabei Unterstützung“, erklärt Bösl. Ein großer Vorteil der Telekom: „Wir sind ein europäisches Unternehmen, und unsere Rechenzentren für die Open Telekom Cloud stehen in Biere und Magdeburg.“ Für Mittelständler sei das zwar oft weniger relevant, anders als für öffentliche Auftraggeber, ergänzt Bösl. Bei KI-Lösungen sei die Lage jedoch anders: Unternehmen bevorzugen es meist, diese privat und in einem gesicherten Umfeld zu betreiben.
Mit dem großen Vertriebsteam, den TechBoost-Startups und dem Schubkraft-Programm sieht sich die Telekom sehr gut aufgestellt, um dem Mittelstand in Deutschland bei der Digitalisierung zu helfen – sei es bei Beratung, Implementierung oder dem Betrieb von aufeinander abgestimmten End-to-End-Lösungen.