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Immer mehr teure Abmahnungen Die häufigsten Abmahngründe

| Autor: Katrin Hofmann

Wer heutzutage abgemahnt wird, muss mit höheren Kosten rechnen als noch vor einem Jahr. Auch Gründe, die Wettbewerber oder Vereine zu einem Vorgehen gegen die Betroffenen veranlasst, listet eine Studie des Händlerbundes auf.

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Immer mehr Fälle landen vor Gericht.
Immer mehr Fälle landen vor Gericht.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Immer mehr Händler werden abgemahnt. 78 Prozent empfinden den Abmahnwahnsinn als wachsendes oder gleichbleibendes Problem. War 2015 noch jeder Fünfte betroffen, erhielt im vergangenen Jahr jeder vierte Reseller solch ein Schreiben. Gemäß einer Umfrage des Händlerbundes unter 500 deutschen Online-Händlern bekamen 84 Prozent der Betroffenen eine einzelne Abmahnung. Bei 16 Prozent flatterten gleich mehrere ins Haus. 57 Prozent sagen, dass die Anzahl gleich geblieben ist. 21 Prozent berichten von mehr, 22 Prozent von weniger Abmahnungen.

Angriffe vor allem wegen Verstößen gegen Wettbewerbsrecht

Am häufigsten sind es Verletzungen des Wettbewerbsrechts (53 Prozent), die Konkurrenten zu rechtlichen Schritten bewegen. Die Gründe können unzulässige Werbeaussagen oder unerwünschte Mailings sein. Verstöße gegen das Markenrecht (zehn Prozent) häufen sich laut der aktuellen Abmahnstudie. Bezogen sich 2015 noch sieben Prozent der Abmahnungen auf das Markenrecht, waren es 2016 zehn Prozent. So ist zum Beispiel die Verwendung geschützter Begriffe wie „INBUS-Werkzeug” oder „Flip Flop” abmahnfähig. In elf Prozent der Fälle war eine vermeintliche Verletzung von Urheberrechten Stein des Anstoßes.

Ganz konkret sorgten 2016 vor allem fehlende Hinweise auf die sogenannte OS-Plattform (Online-Streitbeilegung) der Europäischen Union für Abmahnungen. Ein häufiger Stein des Anstoßes war außerdem die Grundpreisangabe.

Gleichzeitig hat sich der Anteil der teuren Abmahnungen gemäß Händlerbund verdreifacht. 40 Prozent ziehen Kosten bis 500 Euro nach sich. 2015 lagen noch 44 Prozent der Abmahnungen in diesem Kostenbereich. Der Anteil der 2000 bis 3000 Euro nach sich ziehenden Streitigkeiten liegt nun bei 14 Prozent; nach vier Prozent im Vorjahr.

Lohnt sich ein Vorgehen gegen die Abmahner?

Doch was bringt es, die Angreifer anzugreifen? Zumindest wehrten sich im vergangenen Jahr mehr Händler. Nachdem 2015 noch 59 Prozent die Unterlassungserklärung unterschrieben hatten, taten das 2016 nur noch 48 Prozent. 41 Prozent zahlten 2015 die verlangte Summe, nur 18 Prozent taten das 2016. Auf ein Gerichtsverfahren ließen es 2015 sieben Prozent ankommen, 2016 waren es schon 13 Prozent. Dagegen erfolgte eine außergerichtliche Einigung im vergangen Jahr nur in zwölf Prozent der Fälle. 2015 waren es noch 21 Prozent. Auch die Abmahner können sich also mittlerweile verstärkt auf Gegenwind einstellen.

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Über den Autor

 Katrin Hofmann

Katrin Hofmann

Editor, IT-BUSINESS