Jens Pälmer, Channel-Chef bei VMware, im Interview

„Die Distribution ist für VMware unabdingbar“

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ITB: Warum verfolgt VMware den Hyperconverged-Ansatz derart konsequent?

Pälmer: Wir sehen im Markt einen Bedarf an homogenisierten Infrastrukturen sowie die Notwendigkeit, Support-Wege zu vereinheitlichen und durch die Vereinfachung, die der Hyperconverged-Ansatz mit sich bringt, eine IT besser steuerbar zu machen. Mit Evo:Rail hat VMware auf diese drei Anforderungen reagiert. Und mit Evo SDDC, bislang Evo:Rack, haben wir zur VMworld Anfang September eine Plattform präsentiert, die alle Kerntechnologien des Software Defined Datacenter (SDDC) in einem System vereint. Denn wir sind davon überzeugt, dass sich die Anforderungen, die Fachabteilungen heute an ihre IT-Organisation stellen, mit einer Software-gesteuerten Infrastruktur besser erfüllen lassen als über die Hardware-Komponente.

ITB: Ein Großteil der Integrations- und Konfigurationsservices, die beim Aufbau einer herkömmlichen Infrastruktur erbracht werden, fallen durch hyperkonvergente Systeme weg. Müssen sich Systemhäuser, die sich auf das Infrastrukturgeschäft spezialisiert haben, also in Zukunft nach zusätzlichen Themen umschauen?

Pälmer: Nach meiner Beobachtung haben viele Systemhäuser ihr Spektrum bereits erweitert. Ich kenne wenige Partner, die sich nur auf ein, zwei Kernkompetenzen konzentrieren. Die meisten Häuser befassen sich heute mit mehreren Themen. Das ergibt sich aus der Entwicklung des IT-Markts und der zunehmenden Komplexität. Erst die Verzahnung von Technologien aus unterschiedlichen Bereichen versetzt Systemhäuser in die Lage, auf die wachsenden Anforderungen des Markts mit Lösungsangeboten zu reagieren.

ITB: Muss ein Partner heute in der Lage sein, seinem Kunden eine Lösung auch als Cloud-Service anzubieten? Oder reicht es aus, sich auf das klassische On-Premises-Geschäft zu beschränken?

Pälmer: Wir beobachten, dass das Thema Cloud inzwischen von Endkunden offen angenommen wird. Viele IT-Leiter wägen heute bei Investitionsentscheidungen ab, ob sie für eine bestimme IT-Leistung selber Infrastruktur aufbauen, Mitarbeiter und Know-how vorhalten sollen oder ob sie diese Leistung als Service beziehen können. Je mehr solche Tendenzen im Markt Realität werden, desto mehr wird ein Entscheider seine Dienstleister danach auswählen, inwiefern sie in der Lage sind, seinen IT-Bedarf mit einem breiten Set an Kompetenzen zu erfüllen. Und Cloud-Kompetenz gehört heute einfach dazu. Deshalb müssen unsere Partner in der Lage sein, ihren Kunden sowohl als auch anzubieten.

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