Fokus auf die CRM-Branche

Die Beziehung zu seiner Hoheit „König Kunde“

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Cloud-Kritik

Dr. Christian Knoll, Vorstand des Systemhauses Kinamo Business Solutions, vertritt die Gegenposition: „Gerade bei unternehmenskritischen Daten sehe ich dort klare Zurückhaltung.“ Auch die Tatsache, dass Hardware und Rechnerleistung immer erschwinglicher werden, arbeite laut Knoll gegen den Cloud-Trend, denn dadurch treten die Einsparungen durch Cloud Computing in den Hintergrund.

So vorteilhaft Cloud-Lösungen auch in der Theorie sein mögen, in der Praxis müssen CIOs immer wieder von Datenpannen lesen, die wahrlich zu denken geben. Der letzte große Fall von Datenverlust: Die Daten der US-T-Mobile-/Danger-Kunden.

Der Ups-Effekt bei Kundendaten

Nomen est omen – der Name ist Programm, wie die Lateiner sagen. Jedenfalls hat das den Anschein bei Microsofts Tochterfirma „Danger“ (zu deutsch: Gefahr), dem Dienstleister hinter dem T-Mobile-Sidekick-Datenservice. Sie hat es geschafft, bei einem Server-Ausfall die persönlichen Daten tausender amerikanischer Besitzer von Sidekick-Handys zu löschen, darunter Kontakte aus den Adressbüchern, Kalender-Einträge und persönliche Fotos.

Das dürfte dem Image der Telekom schaden, die ja auch hierzulande schon Probleme mit dem Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten hatte und kürzlich neue Fälle von weiterverkauften Daten – inklusive der Bankverbindungen – eingestehen musste. Denn die T-Mobile-Kunden interessiert es wenig, dass eigentlich nicht der Mobilfunkkonzern für den Server-Betrieb zuständig ist, sondern die Microsoft-Tochter Danger.

Dem Cloud-Computing-Konzept droht so erneut Vertrauensverlust, denn es steht fest: Im Zweifelsfall können extern gelagerte Daten einfach weg sein. Das wurde bisher als „unwahrscheinlich“ bis „unmöglich“ abgetan. Fragt sich nur was besser ist: weg oder von Fremden kopiert.

Open Source

Dr. Christian Knoll will einen für ihn erfreulichen Trend im CRM-Markt ausgemacht haben, und der lautet „Open Source“. „Hier ist die Anzahl interessierter Unternehmen, die auch Projekte mit uns machen, in den vergangenen Monaten rasant angestiegen. Die Kosteneinsparungspotenziale liegen auf der Hand, und die reduzierten Budgets zwingen einen faktisch dazu, sich mit Open-Source-Lösungen auch im Business-Bereich auseinanderzusetzen. Eine Auseinandersetzung, die oft in einer positiven Überraschung über die Reife der Open-Source-Lösungen mündet“, führt der Knoll aus, der auf quellcodeoffenes CRM auf SugarCRM-Professional-Basis setzt.

Freilich ist ein CRM-Tool mehr als nur eine Datensammlung wie Xing. Der Analyseaspekt gewinnt hier immer mehr an Bedeutung.

Dabei kommt inzwischen nicht nur die fast schon traditionelle Opportunity-Pipeline-Auswertung zum Einsatz. (Hierbei werden Projekte in Umsatzlebenszyklen gestaffelt, und auf dieser Basis Umsatz-Forecasts abgegeben). Vielmehr fließen die Daten inzwischen auch für die analytische und visuelle Auswertung in Business-Intelligence-Systeme.

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