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Lünendonk-Studie Der Mittelstand und die digitale Transformation

Autor: Heidemarie Schuster

Einer Lünendonk-Studie zufolge sind deutsche Unternehmen in Sachen Digitalisierung im Mittelfeld zu finden.

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Mittelständische Unternehmen sind hauptsächlich „Digital Follower“.
Mittelständische Unternehmen sind hauptsächlich „Digital Follower“.
(Bild: © Sergey Nivens - Fotolia)

63 Prozent der von Lünendonk befragten deutschen Unternehmen sind der Digitalisierungsstufe „Digital Follower“ zuzuordnen. In einem eigens für die Studie „Digitalisieren Sie schon? – Ein Benchmark für die digitale Agenda“ entwickelten Reifegradmodell wurden die Unternehmen anhand von fünf Digitalisierungsstufen entsprechend ihrem jeweiligen Digitalisierungsgrad eingeordnet. „Digital Follower“ befinden sich dabei auf Stufe drei von fünf. Die „Digital Transformer“ (17 Prozent) sind die zweite Stufe, die „Digital Leader“ (fünf Prozent) auf Stufe eins.

„Digital Follower lassen sich dadurch charakterisieren, dass sie einen Digitalisierungsgrad von mindestens 50 Prozent bis maximal 70 Prozent aufweisen“, erläutert Mario Zillmann, Studienautor und Partner bei Lünendonk. Die Studie zeigt, dass sich unter den analysierten Unternehmen mit weniger als einer Milliarde Euro Umsatz 68 Prozent „Digital Follower“ befinden. „Dieser überproportionale Anteil verdeutlicht die begonnenen Anstrengungen und Erfolge der untersuchten mittelständischen Unternehmen auf ihrem Weg, die digitale Transformation zu bewältigen und Wettbewerbsvorteile mit Hilfe von Innovationen aufzubauen“, so Zillmann weiter.

Ferner zeigen die Studienergebnisse, dass viele der „Digital Follower“ in einzelnen Unternehmensbereichen mit Hilfe digitaler Innovationen bereits neue digitale Angebote und Services entwickeln. Hier geht es beispielsweise um After-Sales-Services und datenbasierte Prozesssteuerungsmethoden, wie Fernwartung von Maschinen und Anlagen in Echtzeit, ein vollautomatisiertes Ersatzteilmanagement oder Field Services für Service-Techniker. Ebenso modernisieren und vernetzen Industrieunternehmen ihre Fertigungsprozesse mit Hilfe von Technologien wie Cloud, Big Data, M2M und Mobile im Sinne von Industrie 4.0. Mit 72 Prozent stellt daher auch die Maschinen- und Anlagenbaubranche den höchsten Anteil an Digital Follower. Im Vergleich dazu finden sich in den Branchen Logistik und Transport sowie Automotive 65 beziehungsweise nur 52 Prozent „Digital Follower“.

(Quelle: Lünendonk)

„Digital Leader“

Bei der Frage danach, was in Sachen Digitalisierung weiter fortgeschrittene Unternehmen von denen der „Digital Follower“ unterscheidet, zeigt die Studie, dass 94 Prozent der „Digital Transformer“, die sich im Reifegradmodell eine Stufe weiter befinden, bereits über ausgereifte Prozesse verfügen, um Massendaten in Echtzeit zu analysieren. Zudem steuern weitere 90 Prozent der „Digital Transformer“ ihre gesamte Lieferkette bereits medienbruchlos.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Digitalisierungsstrategie von Unternehmen. Lediglich 21 Prozent der „Digital Follower“ haben eine Digitalisierungsstrategie für das gesamte Unternehmen. Bei den Digital Transformern liegt hier der Wert schon bei über 80 Prozent. Diese Diskrepanz unterstreicht, wie wichtig es ist, eine Strategie zu formulieren, um die digitale Transformation des eigenen Unternehmens konsequent nach vorne zu treiben.

Zur Studie

Die Ergebnisse der Lünendonk-Studie „Digitalisieren Sie schon? – Ein Benchmark für die digitale Agenda“ zeigen auf, wo Unternehmen heute stehen und welche Herausforderungen sie auf ihrem Weg zum digitalen Unternehmen noch zu bewältigen haben. Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit dem IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen Lufthansa Industry Solutions und Professor Dr. Peter Buxmann vom Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt erstellt.

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