Großrechner bei Fujitsu und IBM sind nicht nur IT-Geschichte Der fitte Senior in der IT – der Mainframe und was man von ihm lernen kann

Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Genau lässt sich die Geburtsstunde des Mainframes nicht mehr zurückverfolgen, denn es gab viele Vorläufer und Wegbereiter. IBM jedenfalls verkaufte ab dem Jahr 1952 die Modelle der „700/7000 Serie“ und begründete mit ihnen die moderne IT.

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So wird man die großen Mainframe-Systeme von IBM (System z) und Fujitsu (BS2000) wohl nie nebeneinander sehen.
So wird man die großen Mainframe-Systeme von IBM (System z) und Fujitsu (BS2000) wohl nie nebeneinander sehen.
(Bild/IBM und Fujitsu)

Damit sind die Grundzüge des Computing in der Mainframe-Architektur angelegt, auch wenn IBM seine Rechner anfangs ohne Betriebssystem auslieferte. Auch wurden nicht von Beginn an Transistoren zum Rechnen verwendet, die Serie 700 arbeitete mit Röhren. Mit den Transistor-basierenden 7000er Modellen begann dann aber die moderne Datenverarbeitung oder wie man damals sagte, das „electronic data processing“ (EDP).

„In den 60er Jahren war der Mainframe das einzige ernst zu nehmende IT-Gerät“, beschreibt Rolf Strotmann, Vice President Enterprise Server, Software & Solution Services bei Fujitsu, die Anfänge der kommerziellen Datenverarbeitung. Damals gab es aber weder die Methoden, wie mit den Maschinen umzugehen war, noch das Zubehör. „Es musste erst einmal Pionierarbeit geleistet und ein Ökosystem aufgebaut werden. Compiler, Hochsprachen und dergleichen haben sich dann Zug um Zug entwickelt“, erläutert Strotmann.

Gute 100 Kunden zählt Fujitsu-Mamager Rolf Strotman zu seiner Mainframe-Klientel.
Gute 100 Kunden zählt Fujitsu-Mamager Rolf Strotman zu seiner Mainframe-Klientel.
(Bild: Fujitsu)

Ebenso stellte sich bald die Frage, wie man mit kleinem Personalbestand ein Rechenzentrum betreiben kann. „Deshalb wurden in den Mainframe viele Dinge eingebaut, die vor allem dem Rechenzentrums-Betrieb dienten. Dazu zählen Automatisierung, Abrechnungsverfahren oder Verfügbarkeitsszenarien“, erläutert der Fujitsu-Manager.

Steinalt und quicklebendig

Das sind Funktionen, mit denen der Mainframe auch heute noch punkten kann. Eine Forrester-Studie, die allerdings von IBM beauftragt wurde, untersuchte, welche Vorteile Unternehmen erreichen können, wenn sie von ihren verteilten Systemen auf einen Mainframe umsteigen. Einer der Vorzüge ist die Tatsache, dass man im Vergleich zu verteilten Systemen weniger Personal für die Verwaltung benötigt und dafür auch weniger Kosten anfallen. Mainframes laufen also automatisierter und stabiler.

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Gerade in puncto Sicherheit und Hochverfügbarkeit hat der Großrechner eine Menge zu bieten, was auch verteilten Systemen Nutzen bringen kann. „Jedes Teil im Mainframe ist mindestens zweimal vorhanden und muss im laufenden Betrieb reparierbar sein“, berichtet Roland Trauner, Brand Manager für IBM Mainframes in Deutschland.

Das bedeutet, dass die Systeme – auch bei einer Änderung des Microcodes – niemals neu gebootet werden müssen. Das relative Alter der Plattform wirkt sich hier positiv aus: Mit Kinderkrankheiten muss man nicht mehr rechnen.

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