Großrechner bei Fujitsu und IBM sind nicht nur IT-Geschichte

Der fitte Senior in der IT – der Mainframe und was man von ihm lernen kann

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Übertragung in die verteilten Systeme

Statt es zu blockieren, „merkt“ sich das System die alten Inhalte und führt vor dem Refresh einen Vergleich durch, ob der Inhalt sich geändert hat. „Java-Anwendungen profitieren um bis zu 30 Prozent von der neuen Technik aus der Unix-Welt“, freut sich Mainframe-Spezialist Trauner. Intel hat für die „Haswel“-Plattform ein entsprechendes Design angekündigt.

IBM-Manager Trauner: "Die Steigerung der Prozessorleistung um 20 bis 30 Prozent je CPU-Generation bewirkt, dass man alle zwei bis drei Generationen eine Verdoppelung erreicht."
IBM-Manager Trauner: "Die Steigerung der Prozessorleistung um 20 bis 30 Prozent je CPU-Generation bewirkt, dass man alle zwei bis drei Generationen eine Verdoppelung erreicht."
(Bild: Ostler)

Hört man den Begriff „Emulation“ im Zusammenhang mit Großrechnern, dann denkt man automatisch daran, andere Betriebssysteme als das Mainframe-OS auf der Hardware ablaufen zu lassen. Es gibt aber auch einen Emulator für das zOS, das auf einem PC abläuft. Es nennt sich Personal Development Tool (PDT) und wird eigentlich nur für Schulungszwecke eingesetzt.

„Im Produktivbetrieb ist der Zugriff auf Speicher und dergleichen nicht wirklich gut, weil dem PC natürlich die Mainframe-Fähigkeiten fehlen“, beschreibt Trauner den Exoten. Anders bei Fujitsu, wo vor 18 Jahren die Ablaufumgebung des BS2000-Großrechners auf Standard-Hardware emuliert wurde(also seit 1996). „Der Grund dafür war, dass die zugrunde liegende Hardware-Plattform eigentlich keine Rolle mehr spielen sollte“, erklärt Fujitsus Rolf Strotmann den Aufwand.

Das macht sich bezahlt

Das Normale ist also, dass auf dem Mainframe andere Betriebssysteme per Emulation gefahren werden. „Zwar kann das bis zu acht Prozent der Systemleistung kosten, aber dank der leistungsfähigen Prozessoren kann man sich das schon leisten“, wirbt IBM-Manager Trauner. Und die Steigerung der Prozessorleistung um 20 bis 30 Prozent je CPU-Generation bewirkt, dass man alle zwei bis drei Generationen eine Verdoppelung erreicht.

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Die macht sich natürlich bezahlt (siehe auch: Bildergalerie). Dank Emulationstechnik spart sich der Anwender andere Systeme und er kann die Rechenpower wirtschaftlich nutzen. Emulationstechniken auf verteilten Systemen kommen praktisch nicht vor.

Dank seiner „frühen Geburt“ legte der Mainframe die Grundzüge der modernen Datenverarbeitung fest. Es gibt aber auch Techniken, an denen er nicht beteiligt war und er sich anpassen musste. Dazu zählen insbesondere das Internet, Standard-Kommunikations- und Netztechnik, wo der Großrechner seine - proprietären – Mechanismen aufgeben oder sich zumindest für Neues öffnen musste. Heute kann man sagen, es herrscht ein gesundes Geben und Nehmen was den Techniktransfer vom und zum Mainframe angeht.

Die Autorin:

Kriemhilde Klippstätter ist Coach und freie Autorin in München.

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