Schritt für Schritt zum erfolgreichen Schul-IT-Projekt – Teil 1 Der Bildungsmarkt und die IT-Ausstattung der Schule

Redakteur: Jürgen Paukner

Mit dem Education-Markt eröffnet sich ein neues lukratives Geschäftsfeld für IT-Systemhäuser. Doch der von staatlicher Seite geprägte Bildungsbereich stellt ganz spezielle Anforderungen an die Systemhäuser. Eine 1:1-Umsetzung der in der Privatwirtschaft bewährten Vertriebsstrategien ist nicht möglich.

Firmen zum Thema

Beim Schulprojekt in Poing von Ingram Micro u.A. kommt eine fahrbare mobile Lösung zum Einsatz: Ein Notebook-Wagen (Klasse Mobil) mit 15 Schüler-Netbooks, ein Notebook für Lehrer (von Acer) und ein Drucker (von Brother).
Beim Schulprojekt in Poing von Ingram Micro u.A. kommt eine fahrbare mobile Lösung zum Einsatz: Ein Notebook-Wagen (Klasse Mobil) mit 15 Schüler-Netbooks, ein Notebook für Lehrer (von Acer) und ein Drucker (von Brother).

Um ein Education-Projekt erfolgreich abschließen zu können, gilt es eine Reihe von Punkten zu beachten:

  • Wie sieht der Education-Markt in der Bundesrepublik Deutschland aus?
  • Wie stellt man sich von schulischer/staatlicher Seite eine Schul-IT-Ausstattung vor?
  • Erfordert der staatliche Bildungssektor andere Vertriebsargumente als private Industrieunternehmen?
  • Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es neben dem staatlichen Budget?
  • Wie wichtig sind die Lehrer bei einem Schul-IT-Projekt?
  • Sind Lehrer überhaupt bereit, neue Medien im Unterricht einzusetzen?

Der erste Teil der Artikelserie behandelt die Grundlagen eines Schul-IT-Projektes: Wie sieht der Education-Markt aus und welche Ausstattungsempfehlungen geben die Bundesländer ihren Schulen?

Bildergalerie

1. Der Education-Markt

Die „Bildungsrepublik Deutschland“ hinkt im internationalen Vergleich hinterher. 2006 gaben im EU-weiten Durchschnitt die Mitgliedsländer 5,1 Prozent des BIP für öffentliche Bildungsausgaben aus. Deutschland belegte mit 4,4 Prozent nur Platz 22 der 27 Mitgliedsländer (Quelle: Eurostat, 2009). Ähnlich ernüchternde Zahlen findet man, wenn es um die Nutzung neuer Medien und die IT-Ausstattung deutscher Schulen geht. Die im Februar dieses Jahres veröffentlichte „Bildungsstudie: Digitale Medien in der Schule“ der Initiative D21 kommt zu dem Ergebnis: „Zwar verfügen 89,5 Prozent der Schulen bereits über Computer, allerdings steht in nur 7,5 Prozent der Fälle tatsächlich jedem Schüler im Klassenzimmer ein PC, Notebook oder Netbook zur Verfügung.“

Der Umsatz mit analogen und digitalen Bildungsmedien verringerte sich 2010 auf insgesamt 455 Mio. Euro, teilt der Branchenverband VdS Bildungsmedien e.V. mit. Das sind ein Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz in den allgemein bildenden Schulen stagnierte mit 327 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der digitalen Bildungsmedien am Gesamtumsatz der Branche ist nach wie vor äußerst gering. Nach Schätzungen liegt er deutlich unter 10 Prozent, exakte Zahlen stehen nicht zur Verfügung.

Doch gerade diese Unterversorgung in der Gegenwart verheißt ein großes Potenzial für die nahe Zukunft. „Sowohl das Marktpotenzial, als auch die Projekte sind groß und lukrativ“, erklärt Mirco Krebs, Prokurist und Professional Division Head bei Acer Deutschland. „Wir haben hier in Deutschland rund eine Million Klassenzimmer in 35.000 Schulen, und nur etwa vier Prozent der Klassenzimmer sind gegenwärtig mit IT ausgestattet. Hier wird sich in naher Zukunft viel tun.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie sich der Education-Markt aufgliedert.

(ID:28904660)